Eine Arthrose ist eine verschleißbedingte oder altersbedingte Veränderung des Gelenks. Neben Überlastungen sind frühere Verletzungen (Meniskusschäden!), angeborene oder erworbene Gelenkfehlstellungen (X-Beine, O-Beine) oder Fehlanlagen (z.B. "Hüftgelenksdysplasie") häufige Ursachen von Arthrosen. Typische Ursachen sind die Kniegelenksarthrose bei einem Fußballspieler mit Meniskusverletzung (leider auch nach Meniskusoperation), die Hüftgelenksarthrose bei Schwerarbeitern (z.B. Hafenarbeitern) oder die Arthrose der kleinen Wirbelgelenke in den Hauptbelastungszonen einer Skoliose (Wirbelsäulenachsabweichung). In besonderem Maße bei Frauen, allerdings auch bei Männern ist starkes Übergewicht ein Risikofaktor für eine Arthrose.

Darüberhinaus wurde eine genetische Ursache der Arthrose festgestellt. Bei einer seltenen Erkrankung, bei der es in den betroffenen Familien bereits in jungen Jahren zu schweren Arthrosen kommt, führt eine Fehlfunktion eines speziellen Gens zu Veränderungen des Knorpelstoffwechsels mit der Folge sehr früher krankhafter Veränderungen.

Eine weitere, wahrscheinlich genetische bedingte Form der Arthrose ist die Polyarthrose, die in Familien gehäuft vorkommt und vor allem die Fingerendgelenke (Heberdenarthrose), Fingermittelgelenke (Bouchardarthrose) sowie die Daumensattelgelenke (Rhizarthrose) betrifft. Sie wird trotz ihres ganz unterschiedlichen Gelenkbefallsmusters oft mit der weitaus schlimmeren chronischen Polyarthritis verwechselt. Bei dieser Erkrankung ist allerdings der genetische Hintergrund noch nicht aufgeklärt.

Krankheitsbild der Arthrose

Bei der Arthrose kommt es zunächst zu einer Verschmälerung und Auffaserung der Knorpelschicht (Gelenkknorpel), später zu einem fortschreitenden Knorpelverlust. In späten Stadien einer Arthrose reibt dann Knochen auf Knochen. Begleitend bilden sich an den Knochenrändern Knochenausziehungen, später immer gröbere Knochenspangen (Osteophyten).

Typisch für die Arthrose ist der Startschmerz, der bei der ersten Bewegung und unter den ersten Bewegungen eines Gelenks auftritt und dann rasch nachläßt sowie der belastungsabhängige Schmerz, der sich mit der Belastung eines Gelenks entwickelt (z.B. zunehmende Schmerzen in den Knien bei einer längeren Gehstrecke; bei schwereren Arthosen aber z.B. auch bereits beim Treppensteigen oder nach wenigen Metern in der Ebene). Unter Entlastung klingt der Arthroseschmerz dann rasch wieder ab. Typischerweise schmerzt ein Arthrosegelenk in Ruhe oder in der Nacht nicht (wichtiger und ganz charakteritischer Unterschied zur Arthritis). Wenn es bei einer Arthrose zum Auftreten von Ruheschmerz und Nachtschmerz kommt, ist dies ein deutliches Zeichen dafür, daß man das Gelenk vorher überlastet hat. Oft besteht dann gleichzeitig auch eine Schwellung und eine Überwärmung des Gelenks, manchmal auch ein Gelenkerguß. Diese Symptome werden durch eine Entzündung des Gelenks hervorgerufen; man nennt dies dann eine aktivierte Arthrose.

Therapie der Arthrose

Die Therapie der Arthrose richtet sich nach der Krankheitsursache, dem betroffenen Gelenk / den betroffenen Gelenken, dem Schweregrad sowie der Krankheitsaktivität.

Grundsätzlich gilt, daß eine gute muskuläre Führung ein Arthrosegelenk schützt und entlastet. Für die Kniegelenksarthrose ist deshalb ein kräftiger und ausdauernder Oberschenkelmuskel sehr wichtig. Das Dehnen, Kräftigen und Trainieren der Muskulatur ist damit ein wichtiges Ziel der Krankengymnastik und eines krankengymnastischen Hausaufgabenprogramms bei Arthrose.

Ein weiteres wichtiges Ziel einer Bewegungstherapie ist der Erhalt der Gelenkfunktion. Durch regelmäßige Kontrolle des Bewegungsausmaßes und tägliches Trainieren des vollen Bewegungsumfanges kann ein zunehmender Bewegungsverlust und eine Einsteifung des arthrotischen Gelenkes vermieden werden.

Kälte oder Wärme kommen je nach Aktivitätsgrad der Arthrose zur Anwendung (Physikalische Therapie). Bei der aktivierten Arthrose mit Überwärmung des Gelenks, Schwellung und Ergußbildung wird oft die Kälte als angenehmer empfunden (zur richtigen Anwendung der Kältebehandlung siehe Physikalische Therapie), stehen Steifigkeit, muskelkaterähnliche Schmerzen und ein dumpfer Schmerz im Vordergrund, hilft die Wärme oft besser.

Bei der medikamentösen Therapie unterscheidet man die rein schmerzlindernde Behandlung mit Schmerzmitteln (z.B. Paracetamol, Metamizol, Tramadol) von der schmerzlindernden und entzündungshemmenden Behandlung. Eine entzündungshemmende Therapie ist besonders bei der aktivierten Arthrose sinnvoll (cortisonfreie Entzündungshemmer). Es gibt zunehmend positive Berichte über die günstige Wirkung von Vitamin E bei Arthrose. Viele Patienten benötigen nach einer gewissen Zeit neben Vitamin E keine weiteren Medikamente.

Bei schweren Arthrosen mit erheblicher Einschränkung der Mobilität und der Lebensqualität sollte eine Operation nicht zu lange hinausgeschoben werden. Sie bringt gerade bei schweren Arthrosen der Hüft- oder Kniegelenke eine überzeugende Erleichterung. Die Patienten sagen oft, daß sie mit einer solchen Operation ein neues Leben geschenkt bekommen haben.