Ergebnis 1 bis 14 von 14
  1. #1
    ibe
    Gast

    Oje, oje, Markus gibt sich auf

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    Hallo ihr Lieben

    ich muss das jetzt los werden. Mein Problem ist mal wieder mein Sohn. Er hat heute beim Rheumatologen einen Termin. Da Kineret seit 4 Wochen gar nicht mehr hilft und der Arzt es deswegen wahrscheinlich absetzen und ein anderes Medikament anstreben wird, hat mein Sohn beschlossen, kein Medikament mehr einzunehmen. Er sagte zu mir, dass die Medikamente Ridaura, Azulfidine, Cisclosporin, MTX, Kineret, Decortin H und Indometacin in den neun Jahren so gut wie gar nichts bewirkt haben. Die cP hat sich trotz dieser ganzen Medikamente auf immer mehr Gelenke ausgebreitet. Das einzige Medikament, das die Schmerzen ja nur gelindert haben und es erträglich gemacht haben, ist das Indometacin. Diese Meinung vertritt mein Sohn. Er meint, dass es auch ohne diese Medikamente geht, die nach seiner Meinung nichts helfen. Er sagte weiterhin, was es ihm nütze, dass seine Gelenke vielleicht in 20 Jahren noch funktionieren könnten, aber seine Organe durch die Medikamente bis dahin kaputt sind und er 20 Jahre früher sterben würde.
    Also, ich muss sagen, es hat mich geschockt, obwohl ich ihn schon verstehen kann. Ich bin jetzt auch mit meinem Latein am Ende. Ich kann ihn nicht mehr beinflussen. Er ist schließlich volljährig(19).

    Ich kann nur hoffen, dass er es sich bis heute abend gut überlegt hat.

    Oh man, oh man, ist das Leben doch hart.


    Liebe Grüße von ibe

  2. #2
    Cornelia Schmidt-Wolf
    Gast

    Re: Oje, oje, Markus gibt sich auf


    Liebe ibe,

    zuerst drücke ich dich mal vorsichtig. Das trifft dich als Mutter besonders hart und ich kann gut verstehen wie du dich jetzt fühlst.

    Für deinen Sohn habe ich auch Verständnis und hoffe sehr, dass seine
    Reaktion nur aus Hilflosigkeit geschehen ist. Solche Momente habe ich
    auch schon oft gehabt. Man ist dann so wütend und hilflos zugleich.

    Für euch beide hoffe ich, dass dein Sohn eine für dich akzeptable Entscheidung trifft.

    Cher

    [%sig%]

  3. #3
    Steffi Bergemann
    Gast

    Re: Oje, oje, Markus gibt sich auf

    Hallo Ibe,
    ich kann Deinen Sohn verstehen. Mein Mann hat seine Rheumamedizin nicht vertragen, dadurch ist die Bauchspeicheldrüse kaputt gegangen (jetzt hat er Diabetis), die Leber wurde angegriffen. Das Endresultat war, daß er alle seien Medikamente dem Arzt auf den Tisch geschmissen hat und nichts mehr einnehmen wollte. Außerdem hat er Angst vor der Abhängigkeit von Schmerzmitteln. Er meinte, er wäre noch zu jung, um sich mit Tabletten vollzustopfen (damals 35 Jahre). Dann hat er sich Wochenlang mit Schmerzen gequält und ich stand dem Ganzen Hilflos gegenüber. Da er inzwischen Rentner ist, kann er sich seine Kräfte ganz gut einteilen und benötigt nur sehr wenig Schmerzmittel. Manchmal Tage hintereinander garnicht.
    Ich denke, Dein Sohn wird wissen, worauf ersich einlässt, wenn er seine Medikamente nicht nimmt. Die Folge sind Schmerzen, und das weiss er. Solange sein Gemütszustand nicht labil ist, lass ihn doch diese Erfahrung machen. Ich weiß wie schwer das für Dich ist. Vielleicht klappt es ja auch ohne oder mit weniger Medikamenten.
    Ich denke am wichtigsten ist es für ihn, mit seinem Arzt darüber zu reden.

    Ich drücke Euch die Daumen
    Steffi

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  5. #4
    Bergmann
    Gast

    Re: Oje, oje, Markus gibt sich auf

    Hallo liebe Ibe!

    Ich möchte nur sagen, das ich auch schon sehr oft daran denke meine Medis abzusetzten, obwohl ich nicht so schwer betroffen bin wie dein Sohn.
    Mir geht es zwei Tage nach der Spritze mit MTX auch sehr schlecht und immer dann denke ich, wie es wohl sein wird wenn ich das alles nicht mehr nehme. Ich kann dein Sohn sehr gut verstehen, aber sicher wird er schon das richtige tun.

    Ich drück euch die Daumen!

    Einen lieben Gruß

    Biggi

  6. #5
    Isolde Fiedler
    Gast

    Re: Oje, oje, Markus gibt sich auf

    drücke Euch beide Daumen und Euch auch - hoffe, es wird alles gut
    Isi

  7. #6
    baba
    Gast

    Re: Oje, oje, Markus gibt sich auf

    Hallo Ibe

    Ich kann dich schon gut verstehen, aber ist es nicht dein Sohn der mit dieser Erkrankung leben muß? Wenn er sich darauf einlässt ohne Medikamente zu leben, dann solltest du das zulassen, es bleibt dir ja doch nichts anderes über, als es zu akzeptieren.
    Ich denke er weiß ganz genau auf was er sich einläßt und wenn du versuchst ihn vom Gegenteil zu überzeugen, wirst du ihn nur weiter von dir wegtreiben.
    Akzeptiere das dein Sohn erwachsen genug ist zu entscheiden was er will....es ist sein Leben.

    Liebe Ibe, das soll kein Zurechtweisen sein. Du weißt das ich auch einen ähnlichen Weg gehe, wie dein Sohn und es geht mir gut dabei. Schmerzen haben wir IMMER, ob mit oder ohne Medis, aber wenn man sich bewusst dazu entscheidet es ohne zutun, dann wird das Leben auch irgendwie leichter, weil man nicht unter dem Druck steht: "...du mußt das jetzt schlucken..."

    Sei für ihn da, so wie immer wenn er dich braucht, aber gestehe ihm zu, für sich zu entscheiden, denn oft ist das doch das letzte, was uns in dieser Krankheit wirklich noch bleibt.......

    Ich drücke dich fest und hoffe du kommst klar...

    LG baba

  8. #7
    ODI
    Gast

    Re: Oje, oje, Markus gibt sich auf

    Liebe Ibe,

    lese mit Anspannung die Beiträge um Marcus und bin dieser Meinung:

    Warum nicht eine letzte Chance und ENBREL annehmen !? Bin selbst ENBREL-Patient und sehr zufrieden, wie viele Aus-therapierte auch.

    Eine riskierende AUSZEIT kann bei entsprechendem Entzündungs-
    parameter und deren Folgen ebenso depremierend sein.

    Noch ein Versuch und Chance und denke dabei auch an die sorgenvolle Mutter - an dich Ibe.

    Wie auch immer dein Sohn sich etscheidet - er wird reich an Erfahrung und diese sind ebenso wertvoll für sein späteres Leben.

    Alles, alles Gute dir und deinem Sohn wünscht
    Odi

  9. #8
    Angie Opitz
    Gast

    Re: Oje, oje, Markus gibt sich auf

    Hallo ibe,
    wie alle anderen kann ich sowohl Dich wie auch Deinen Sohn verstehen. Natürlich ist man irgendwann total entnervt, wenn nix helfen will. Meistens ist das aber nur eine Phase, dann sucht man weiter. Hab Geduld mit Markus, dessen Bedenken ich gut nachvollziehen kann. Es ist halt einfach ein Unterschied, ob z.B. ich als knapp 50-jährige durch die aggressiven Medis in 1-2 Jahrzehnten handfeste Schäden habe, oder ob ich als junger Mensch damit rechnen muss. Wäre ich heute 70, würde ich auf Basis-Medis vermutlich völlig verzichten und mich mit Cortison über Wasser halten ...
    Euch beiden viel Geduld und sehr, sehr gute Beratung!
    Liebe Grüße von
    Monsti

  10. #9
    ibe
    Gast

    Er hats tatsächlich gemacht *heul*

    Ich möchte mich bei euch für eure Anteilnahme bedanken. Ich habe heute abend schon manche Träne fallen lassen, denn Markus hat sich von dem Arzt getrennt, da er ihm keine Argumente liefern konnte, die ihn überzeugen würden. Im Gegenteil, der Arzt hat sich nicht bemüht, hat sich verabschiedet und ihm noch alles Gute gewünscht. Das wars. Markus will es wirklich wahr machen und keine Medikamente mehr nehmen.

    Ihr könnt mir glauben, ich fühle mich ganz mies. Ich werde in dieser Zeit ihn soweit es in meinen Kräften steht unterstützen und ihm auch keinen Vorwurf machen. Oh man, was kommt nun auf uns zu. Ich mag gar nicht dran denken.

    Alles Gute von ibe

  11. #10
    Isolde Fiedler
    Gast

    Re: Er hats tatsächlich gemacht *heul*

    Halte trotzdem die Ohren steif - manchmal sind ja die Dinge, die man aus dem Bauch heraus macht, die richtigen. Ich weiß nicht, welche Krankheit(en) Dein Sohn hat, aber ich finde auch den Arzt ziemlich merkwürdig. Hoffentlich findet Dein Sohn mal einen Arzt, bei dem er sich wohlfühlt und auch ernst genommen wird.

    Ich werde viel an Euch denken und wünsche Eurer Familie alles alles Gute
    Isi

  12. #11
    tricia
    Gast

    Re: Er hats tatsächlich gemacht *heul*

    Liebe Ibe,
    wie Isi sagte, halt die Ohren steif - nix wird so heiss gegessen, wies gekocht wird. Markus wird ganz bestimmt wieder den Weg zur Schulmedizin finden werden, vielleicht ist die Erfahrung gar nicht schlecht für ihn. Zumindestens weiss er dann, wo er steht. Manche Erfahrungen muss man halt selbst machen ...
    Ich umarme dich ganz feste und schick dir einen Megaknuddel rüber.
    Bleib stark und lass dich nicht unterkriegen, gelle.
    Deine Tricia

  13. #12
    Barbara
    Gast

    Re: Oje, oje, Markus gibt sich auf

    Hallo Ibe,

    ich bin wenn ich das so lese froh das es mir bisher noch besser geht als deinem sohn scheinbar. Aber ich bin auch erst 18 und da macht man sich schon viele gedanken wie es das restliche leben so weitergehen soll. wenn dein sohn will kann er mir gern mal schreiben oder so - ich würde mich darüber freuen.


    liebe grüße
    Barbara

    Barbara.Estendorfer@gmx.de

  14. #13
    Werner
    Gast

    Re: Oje, oje, Markus gibt sich auf

    Hallo Ibe,
    ich glaube nicht, daß die Medikamente nicht helfen.
    Ohne die Medikamente wäre er viel schlimmer dran. Man sollte eben nur sehen, welches das richtige ist.
    Natürlich machen die Medikamente nicht beschwerdefrei, jedenfalls in den wenigsten Fällen.
    Wenn er jetzt aufhört, Medikamente zu nehmen, wird er wieder erfahren, was Rheumaschmerzen sind und die Medis von alleine gerne wieder nehmen.

    Ich glaube, die Erfahrung muß er selbst machen.

    Alles Gute und viele Grüße

    Werner

  15. #14
    Cornelia Schmidt-Wolf
    Gast

    Re: Er hats tatsächlich gemacht *heul*

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    Liebe Ibe,

    ich drücke dich noch Mal ganz sanft. Die Kinder werden erwachsen und
    man steht als Mutter da und macht sich ständige Sorgen.
    Ich drücke dir und deinem Sohn die Daumen, dass dies die richtige Wahl war.
    Auch ich verstehe den Arzt nicht. Vielleicht sollte dein Sohn sich
    bei einem homöopathisch behandelnden Arzt vorstellen.
    Ich bekomme auch gerade eine Eigenbluttherapie.

    Viel Glück und keine Schmerzen für euch beide.

    Cher (Conny)

    [%sig%]

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