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  1. #1
    Heike
    Gast

    frustrierender Besuch beim Rheumatologen

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    Hallo an alle,

    hatte heute meinen Termin beim Rheumatologen, nachdem ich 2 Monate darauf gewartet habe, 2 1/2 Stunden im Wartezimmer saß schaute sich der Herr Dr. und Chefarzt der Rheumatologie eines Krankenhauses meine Röntgenbilder, CT und Kernspintomographie an, ich musste mich bis auf die Unterwäsche ausziehen, nach links, rechts und nach vorne beugen, er beugte meine Beine und drehte meinen Arm und meinte dann ich solle wieder zu den Ärzten gehen von denen ich gekommen sei, Rheuma hätte ich jedenfalls keins, ich hätte degenerative Veränderungen der Wirbelsäule, da könne man aber nichts machen. Ich soll es mal mit Sport probieren, ansonsten muss ich eben lernen mit den Schmerzen die ich habe zu leben. Auf die Gelenkschmerzen die ich in fast allen Gelenken habe ging er überhaupt nicht ein, er könne mir nicht helfen.
    Meine Frage nun an euch, kann der Herr nur an Hand der Röntgenbilder erkennen ob man Rheuma hat oder nicht?
    Ich dachte eigentlich, das diesbezüglich etliche Untersuchungen notwendig wären.
    Wäre schön wenn ihr mir eure Erfahrungen mitteilen könntet.

    Schon mal herzlichen Dank, an alle die mir antworten.

    Liebe Grüße und wenig Schmerzen.

    Heike

  2. #2
    Uschi
    Gast

    Re: frustrierender Besuch beim Rheumatologen

    Liebe Heike,

    da fällt mir nicht viel ein dazu! Chefarzt zu sein bedeutet doch oft nichts - ist manchmal auch nur eine Stellung.

    Tja, sicherlich kann man eine veränderte Wirbelsäule haben, so wie ich, was bei cP üblich vorkommt. Ständige Schmerzen in allen Gelenken (auch Finger und Zehen?) kann sehr wohl Rheuma sein. Es gibt ja seropositives und seronegatives Rheuma, pos. ist aktiver Entzündungsstand mit sichtbaren Abnutzungen etc., neg. ist nicht aktiver Zustand und oft schwer zu bestimmen.

    Ich persönlich meine, geh nochmals zu einem unabhängigen normalen Rheumatologen, dazu noch zu einem guten (!) Orthopäden und lass dich untersuchen und gib die Untersuchungspapiere und Röntgenaufnahmen denen erst nach (!) der Untersuchung!

    Ich habe auch anfangs verschiedene Meinungen gehabt, aber gottseidank doch rechtzeitig zu einem kompetenten Doktor gekommen. Ich wünsche dir viel Glück und mehr Erfolg beim 2. Anlauf.

    Liebe Grüsse
    Uschi Ch.

  3. #3
    Heike
    Gast

    Re: frustrierender Besuch beim Rheumatologen

    Hallo Heike,

    Ende 1999 hatte ich auch schon mal schlechte Erfahrungen mit einem Oberarzt. Trotz Röntgenbilder hat der gute Doc meine chronische Blinddarmentzündung nicht feststellen können.

    Nach diesem Besuch hatte ich auch schon an mir gezweifelt. Ich bin am nächsten Tag zur Hausärztin und hab mir noch mal Blut abnehmen lassen. Die Entzündungswerte gingen nach oben. Genau an meinem 34. Geburtstag bin ich nach 4 Jahren Bauchschmerzen endlich meinen Blinddarm los geworden.

    Nach der OP wollte die stellv. Oberärztin, die mich operiert hatte, dem Herrn Prof. die tollen Röntgenbilder zeigen, wo man den entzündeten Blinddarm gut drauf erkennen könnte. Der Oberarzt hat nur abgewinkt und ist zur nächsten Patientin gegangen. Keine Entschuldigung, kein Wort, daß er die Bilder schon gesehen hatte.

    Ich glaube gerade bei Oberärzten sollte man besonders vorsichtig sein, denn ich vermutete, das viele von diesen Chef´s zu viel arbeiten.


    Kopf hoch, was Du weißt, weißt Du und wenn Du merkst das Dir jemand Quatsch erzählt bleib hartnäckig, bis Du eine glaubhafte und vernünftige Erklärung für deine Beschwerden hast.


    Gruß

    HAIke

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  5. #4
    Angie
    Gast

    Re: frustrierender Besuch beim Rheumatologen

    Hallo Uschi,
    bezüglich Deiner Definition von seroposititiver und seronegativer cP muss ich Dir widersprechen: Seropositiv ist eine cP dann, wenn im Blut Rheumafaktoren nachgewiesen werden, zudem sind meist BSG und crp erhöht. Seronegativ heißt nur, dass das Blut nichts zeigt, was auf cP hindeuten könnte.
    Das andere betrifft das klinische Bild einer ruhenden oder aktiven (= Schub) cP. Bei einer ruhenden cP, insbesondere zu Beginn der Erkrankung ist das klinische Bild oft völlig unauffällig: keine Schmerzen, keine Schwellungen und keine Überwärmung.
    Ich selbst hatte längere Zeit eine seronegative cP, allerdings mit Dauerschub, d.h. mit einer Vielzahl an geschwollenen, äußerst heftig schmerzenden Gelenken. Sowas entgeht einem halbwegs tauglichen Rheumatologen natürlich nicht und veranlasst ihn zu weiterführenden Untersuchungen.
    Mein Rheumatologe meinte zu mir, dass er neuerdings zahlreiche Fibro-Patient(inne)n hätte, was mit Hilfe der Tender-Points leicht nachzuweisen sei.
    Liebe Heike, möglicherweise ist es bei ja auch eine Fibromyalgie. Schau doch mal hier bei rheuma-online unter dem entsprechenden Stichwort nach. Die Tender-Points kannst Du z.T. auch selbst austesten: Ein Druck auf diese Stellen ist hochgradig schmerzhaft. Der Rheumatologe, bei dem Du warst, sollte eigentlich wissen, dass es das auch gibt.
    Liebe Grüße für Dich, Uschi, und für Dich, Heike, mit einem Bussal aus Tirol
    von Angie

  6. #5
    nati
    Gast

    Re: frustrierender Besuch beim Rheumatologen

    hallo, heike

    schliesse mich der aussage von angie an. wenn deine laborwerte in ordnung sind, deine röntgenbilder, ultraschallbilder und andere untersuchungen auch, dann ist es an der zeit, an fibromyalgie zu denken.

    alles liebe nati

  7. #6
    wolle
    Gast

    Re: frustrierender Besuch beim Rheumatologen

    Liebe Heike, das war natürlich eine schlappe Behandlung und
    theoretisch ist deine Erkrankung oder vielleicht nur dein Befinden nicht abgeklärt. Als Arzt kenne ich die Situation, nicht weiterzuwissen, aber das nicht zugeben zu können. Wichtig ist, das das Krankheitsbild eingegrenzt wird, notwendig sind auf jeden
    Fall Blutuntersuchungen, c-reaktives Protein, Antikörperbestimmung, Blutbild (Rote, Leukos und Differentialblutbild), Rheumafaktoren. Der Kollege hätte dir eine
    Empfehlung für weiteres Vorgehen sagen müssen.Eigentlich einen
    Therapieplan aufstellen müssen nach dem Motto, jetzt untersuchen wir 2 Wochen dies und das, dann schicke ich sie weiter zu einem Zentrum, nur nicht aufgeben. Eine rheumatische Erkrankung ist nur
    selten anhand von Röntgen und CT-Bildern zu sehen. Ales Gute
    Winnie

  8. #7
    kukana
    Gast

    Re: frustrierender Besuch beim Rheumatologen

    hallo heike
    auch bei mir war es 2 jahre so, dass weder röntgenaufnahmen noch blutbilder irgendeinen verdacht auf eine rheumatische erkrankung erhärten konnten.
    da ich mit meiner ärtzin befreundet bin, hab ich mich aber getraut immer wieder zu drängeln und als mein körper wirklich akut entzündet war konnte im krankenhaus die diagnose endlich eindeutig geklärt werden. zum glück wohl auch rechtzeitig bevor schädigungen zu gross wurden, denn zur zeit, nach 2 jahren behandlung, geht es mir super und ich kann die medikamente reduzieren ohne einen schub auszulösen.
    meine cp wird mir bleiben, aber mit einer guten basisbehandlung kann man eine rheumatische erkrankung bis zu einem gewissen bereich kontrollieren. heilen leider nicht.
    deshalb versuche bitte weiter am ball zu bleiben und eventuell sogar mal stationär ins krankenhaus zu gehen. besonders bei schmerzen die heute mal hier morgen dort auftreten ist es schwierig eine eindeutige diagnose zu stellen.
    lieben gruss
    kuki

  9. #8
    VerenaHH
    Gast

    Re: frustrierender Besuch beim Rheumatologen

    Hallo Heike;

    mit solch frustigen Erfahrungen beim Arztbesuch bist Du nicht alleine. Fast alle Rheumis, mit was für Rheuma auch immer, haben solche Erfahrungen gemacht.
    Da gibt es nur eine Möglickeit: weiter suchen.

    Und eine Praxis die einen "Schmerzpatienten" derart lange auf einen Termin warten läßt, sollte man sowieso ignorieren. Die können gar keine Ahnung haben, sonst gingen sie anders mit solchen Patienten um.

    Viel Glück auf Deiner weiteren Suche

  10. #9
    Melanie
    Gast

    Re: frustrierender Besuch beim Rheumatologen

    Hallo Heike,
    genauso ist es mir auch ergangen. Ich finde es gar nicht "so schlimm", wenn ein Arzt z.B. wegen mangelnder Erfahrung eine Krankheit nicht sieht, den Patienten vielleicht sogar an einen anderen Kollegen verweist. Was ich aber als ganz besonders schlimm empfinde, wenn ein Arzt sich gar nicht erst die Mühe macht, herauszufinden woran man den nun leidet. Ein Arzt ist doch zu einer umfassenden Untersuchung auch irgendwie verpflichtet, dazu gehört das Patientengespräch, Begutachtung der Röntgenbilder, Laboruntersuchungen und natürlich die Empfehlung wie es weitergehen soll.
    Ich denke, daß einfach 90 % unserer Ärzte total ausgebrannt sind, ihren Beruf nicht mehr ganz so ernst nehmen.
    Bitte gib nicht auf, suche weiter nach einem Arzt, der zuhört und auch GLAUBT was Du sagst. Nach meinem letzten Arztbesuch war ich total wütend, über den Arzt über mich blöde Kuh (!!!!), daß ich doch immer wieder Hoffnungen habe und mir neue Termine bei neuen Ärzten suche. Aber ich habe Schmerzen, nicht der Arzt. Er kann vielleicht so leichthin sagen, daß wir nichts haben. Wir wissen es doch besser.
    Ich habe im Juni wieder einen neuen "Versuch".
    Ach und wenn gar nichts mehr hilft, schau doch auch mal auf der Homepage Deiner Krankenkasse/Versicherung nach, dort stehen die Patientenrechte. Im Notfall auch mal einen Arzt darauf aufmerksam machen. Sicher wird er Dich auch nicht besser behandeln, aber vielleicht denkt er ja mal über seine Untersuchungsmethoden nach.
    Viele Grüße
    Melanie

  11. #10
    Melli
    Gast

    Re: frustrierender Besuch beim Rheumatologen

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    Hallo Heike,

    zu Deinen Fragen:

    Auf den normalen Röntgenbildern sieht man in der Regel zu Beginn des Rheumas gar keine Veränderungen. Ein geübter Radiologe sieht allerdings Weichteilschwellungen - wenn Dein Gelenk geschwollen ist. Erst nach langer Krankheit und agessivem Fortschreiten finden sich im einfachen Röntgenbild Veränderungen - in der Regel sieht es aus wie "angefressene Knochen".

    In der Computertomographie kann man gut Knochenveränderungen darstellen - wie gesagt, allerdings erst verspätet - es ist das selbe wie im einfachen Röntgenbild. Duch eine 3D-Rekonstruktion des Datensatzes (vorausgesetzt, es war ein Spiral-CT) kann man kleinere Veränderungen an den Gelenken darstellen und eine Knochendichtemessung vornehmen (der Radiologe geht mit der Maus auf die Stelle und kann so per Computer berechnen lassen, ob die Schichten etwas dünner sind). Ein normales CT heißt aber nicht, daß man kein Rheuma hat!

    In der MRT (Kernspintomographie) lassen sich bevorzugt Weichteile und Wirbelsäulenveränderungen darstellen. Sofern Kontrastmittel gegeben wurde und der Radiologe zur richtigen Zeit die richtige Sequenz mit der richtigen Spule fährt, kann man Aussagen zur Entzündung an Weichteilen treffen. Diese leuchten dann in einer bestimmten Darstellungsart weiß. Ist das MRT ohne Kontrastmittel (nativ) gefahren worden - bedarf es schon eines Superradiologen, um eine Aussage zu treffen (Schattentanz im Tunnel). Mit Kontrastmittel leuchten die Entzündungsherde in einer bestimmten Sequenz und ab einer bestimmten Konzentration weiß. Auch das MRT bringt nicht den Ausschluß einer rheumatischen Erkrankung.

    Die meisten Nicht-Radiolgen können mit CT- und MRT-Bildern nichts anfangen, weil sie gar nicht an dieser verhältnismäßig jungen Technik ausgebildet wurden - gar nicht in der Lage sind, sie selbst zu befunden. Sie maßen sich aber eine gewisse Kompetenz an ...

    Wenn Deine Blutwerte o.k. sind, bedeutet es auch nicht automatisch, daß Du kein Rheuma hat - ich habe auch eine seronegative cP. Bei einem Schub kann sogar ein Nicht-Rheumatologe erkennen, daß ich Rheuma habe ...

    Viele Grüße und Kopf hoch,
    Melli

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