Nachsorge

Damit bei der Radiosynoviorthese optimale Ergebnisse zu erzielen, sollte nach dem Eingriff eine gute Nachsorge erfolgen. Dabei hat sich eine Zusammenarbeit zwischen dem Nuklearmediziner und dem zuweisenden Arzt bewährt.

Einige Gesichtspunkte sind dabei besonders von Bedeutung:

  • Zum einen muß beurteilt werden, ob die Radiosynoviorthese erfolgreich war und ob es möglich ist, die vorher notwendige medikamentöse Therapie zu reduzieren oder sogar ganz abzusetzen bzw. auf eine Bedarfsmedikation umzusetzen. Dabei ist es wichtig, dass sich diese Anpassung der medikamentösen Therapie nur auf Medikamente bezieht, die symptomatisch wirken, d.h. auf Medikamente aus der Gruppe der reinen Schmerzmittel, der cortisonfreien Entzündungshemmer und auf Cortison. Die Radiosynoviorthese kann eine langwirksame antirheumatische Therapie (früher sogenannte Basistherapie) nicht ersetzen! Dies bedeutet, dass eine solche Behandlung auch und gerade nach einer erfolgreichen Radiosynoviorthese unbedingt fortgeführt werden muß.
  • Wenn die Radiosynoviorthese zu einer Besserung geführt hat, aber noch Beschwerden bestehen, muß geklärt werden, ob diese Symptome auf einer Restentzündung beruhen oder auf andere Ursachen zurückzuführen sind.
  • Wenn vor der Radiosynoviorthese eine ausgeprägte Entzündung bestand und große Mengen von entzündetem Pannus (entzündlich verdickte und wuchernde Gelenkinnenhaut) behandelt werden mussten, macht eine zweite Radiosynoviorthese Sinn. Eine Entscheidungshilfe dazu ist u.a. erneute Szintigraphie und/oder eine Ultraschalluntersuchung des Gelenks, mit der der Grad und das Ausmaß einer möglicherweise noch bestehenden Schwellung und Entzündung der Gelenkinnenhaut beurteilt werden können.
  • Manchmal kommt es auch zu einem Symptomwechsel. So kann die geringere Entzündung im Gelenk dazu führen, dass der Patient das Gelenk wieder freier und stärker belastet und sich das Gelenk und umliegende Strukturen (insbesondere Muskulatur, Sehnen, Kapsel- und Bandapparat) an die stärkere Beanspruchung quasi erst wieder gewöhnen müssen. In solchen Fällen ist es wichtig, entzündliche von nicht-entzündliche Ursachen der Symptome voneinander zu unterscheiden und therapeutisch entsprechend anzugehen, z.B. durch gezieltes Training und weitere flankierende Maßnahmen.
  • Nicht zuletzt gehört zu einer guten Nachsorge auch die Information, dass sich die Wirkung der Radiosynoviorthese bei den meisten Patienten erst im Verlauf von Wochen bis Monaten ausbildet und damit keine falschen Erwartungen entstehen. Da anfangs die Entzündung noch nicht vollständig kontrolliert ist, kann es auch erneut zu Gelenkschwellungen und Ergußbildungen kommen. Oft sprechen diese Symptome dann aber gut und dauerhaft auf eine Cortisonspritze ins Gelenk an, was vor der Radiosynoviorthese zunächst nicht der Fall war.

Autor: Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer
Letzte Änderung: 07.03.2012

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