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Schon wieder Schwein, diesmal aber ohne Grippe Kategorie: Ernährung
Rheuma-Patienten, so lese ich es heute in der Zeitung, sollten besser auf Bratwurst, Schweinebraten und Schmalz verzichten; so ein Beitrag auf der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Wir wollen der Gesellschaft nicht zu nahe treten, aber dieses strikte Verbot ist Unfug. ![]() Schweinefleisch und Rheuma, ein Zusammenhang, der eher eine medizingeschichtliche und volksmedizinische Bedeutung als einen wissenschaftlichen Hintergrund hat. Richtig ist: Zuviel Schweinefleisch ist für Patienten mit rheumatischen Erkrankungen ungünstig. Falsch ist ein vollständiges Verbot von Schweinefleisch. r-o-Foto: Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer ![]() Nicht jeden Tag, aber zwischendurch auch mal erlaubt: Eine leckere Schweinshaxe. Das Leben mit Rheuma ist schwer genug. Deshalb sollte man mit Verboten, insbesondere solchen, die sich nicht vernünftig belegen lassen, sehr vorsichtig sein. r-o-Foto: Neli "Schweinefleisch fördert die Entzündung in den Gelenken", sagte nach diesem Zeitungsbericht der Ernährungswissenschaftler Gerhard Jahreis auf der Tagung in Jena. Ich weiß nicht, woher er diese Erkenntnis hat. Wissenschaftliche Belege dafür gibt es nicht. Richtig ist, daß alle Nahrungsmittel, die einen hohen Anteil an Arachidonsäure enthalten, von Patientinnen und Patienten mit rheumatischen Erkrankungen nicht im Übermaß gegessen werden sollten, da die Arachidonsäure im Organismus die Bausteine für die Synthese (den Zusammenbau) von Prostaglandinen liefert, einem körpereigenen Entzündungsstoff. Arachidonsäure ist aber nicht nur in Schweinefleisch enthalten, sondern auch in anderen Fleischsorten. Insofern ist die isolierte Betrachtung von Schweinefleisch irreführend. Richtig die dortige Empfehlung, häufiger zu Fisch zu greifen, eher falsch, häufiger Rindfleisch zu essen. Kommentar schreibenSie müssen angemeldet sein, um Kommentare verfassen zu können. |
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Kommentare zu diesem Artikel
Verbote sind sicher nicht sinnvoll, der Rat, kein Schweinefleisch zu essen, wohl schon. Ich verzichte seit zwei Jahren auf Schweinefleisch und entsprechende Erzeugnisse, da ich bereits von Gummibärchen einen Schub bekommen habe. Seit ca. einem Jahr verzichte ich vollständig auf Fleisch - und damit bessert sich nicht nur die RA sondern das komplette Wohlbefinden!
den von Ihnen verfassten Beitrag empfinde ich als irritierend. Vielleicht ist es sogar noch so, wie es mir vor zwei Jahren drei Rheumatologen sagten und Ernährung auf Rheuma keinerlei Einfluß hat?! Dann frage ich mich und andere, wieso wenige Patienten z.T. durch Ernährung das Entzündungsgeschehen steuern, ohne je ein Medikament oder Behandlung genossen zu haben? Die Rheumatologie hat jüngst im DLF-Beitrag vom Monatsanfang offiziell das Gegenteil verkündet. Der DGE-Beitrag war eher sehr konservativ und die Arachidonsäure-Auffassung ist überholt.
Mit freundlichen Grüßen
Rei (Ausdruck mit Adressat per Post unterwegs)
ich kenne den speziallen Artikel nicht.
Aber die DGE beruft sich in Ihren Empfehlungen bei rheumatoider Arthrits gerne auf die Studie von Prof. Adam, und spricht meines Wissens nach keine Verbote aus. Es gibt aber leider immer wieder Ernährungsfachkräfte, die, die Werten der Nährwerttabellen als Verbot verstehen , wenn der Wert die Tages- bzw. Wochenempfehlung überschreiten.Dieses ist bei den oben genannten Lebensmitten der Fall. Aber vielleicht hat die Presse den Vortrag auch nur nicht ganz korrekt wiedergegeben.
Viele Grüße nach Meerbusch aus Löhne
von Anne