Rauchen bei Beginn einer rheumatoiden Arthritis und der Effekt auf die Krankheitsaktivität und Funktionalität

Kategorie: Rheumatoide Arthritis, Sonstiges

Die vorliegende Ergebnisse der BARFOT Langzeit-Beobachtungsstudie bei früher RA unterstützen die Aussagen früherer Studiendaten, aus denen hervorgeht, dass Patienten, die rauchen, an einer aktiveren rheumatoiden Arthritis leiden. Diese Ergebnisse müssen noch in weiteren Studien bestätigt werden.

(Donnerstag, 07.04.2011, Dr. Barbara Missler-Karger)

© pmphoto - Fotolia.com

Zwischen 1996 und 2004 wurden 1.787 erwachsene Patienten (Krankheitsdauer ≤ ein Jahr) in die BARFOT Studie zur frühen rheumatoiden Arthritis (RA) in Schweden einbezogen.

Der Raucherstatus wurde zu Studienbeginn erhoben. Die Krankheitsaktivität wurde über den DAS28 evaluiert. Weitere Parameter zur Krankheitsaktivität, zur Lebensqualität und die eingenommenen Medikamente wurde ebenfalls zu Studienbeginn und dann nach drei, sechs und 12 Monaten dokumentiert.

Nach drei, sechs und zwölf Monaten wurden die European League Against Rheumatism (EULAR) Response- und Remissions-Kriterien berechnet.

Der Anteil der rauchenden RA-Patienten fiel von 29 Prozent zu Studienbeginn im Jahr 1996 auf 20 Prozent im Jahr 2004.

Stratifizierte man am Anfang der Studie die Patienten nach Raucherstatus,  bestand kein signifikanter Unterschied bei der Krankheitsaktivität. Nach 12 Monaten wurde bei 18 Prozent der Raucher zu Studienbeginn, 12 Prozent der Ex-Raucher und elf Prozent der Patienten, die nie geraucht hatten eine höhere Krankheitsaktivität (DAS28 > 5,1, p = 0,005) festgestellt.

Nach 12 Monaten waren signifikant weniger Raucher in Remission (33%) als RA-Patienten, die nie geraucht hatten (36%) und EX-Raucher (42%)(p = 0,013).

Rauchen bei Studienbeginn war ein unabhängiger prognostischer Faktor für ein schlechtes Ansprechen gemäß den EULAR-Kriterien nach 12 Monaten Studiendauer.

Fazit
:
Die vorliegende Ergebnisse unterstützen die Aussagen früherer Studiendaten, aus denen hervorgeht, dass Patienten, die rauchen an einer aktiveren rheumatoiden Arthritis leiden. Diese Ergebnisse müssen noch in weiteren Studien bestätigt werden.


Literatur und Links

Smoking at onset of rheumatoid arthritis (RA) and its effect on disease activity and functional status: experiences from BARFOT, a long-term observational study on early RA
MK Söderlin1, IF Petersson2, S Bergman1, B Svensson3; for the BARFOT study group
Scandinavian Journal of Rheumatology, Posted online on February 22, 2011. (doi:10.3109/03009742.2010.541495)
 Abstract

Weitere Informationen zur BARFOT Studie bei rheuma-online:

Donnerstag, 09.04.2009
 Reduzierte Gelenkzerstörung bei früher RA nach vier Jahren Prednisolon in Kombination mit DMARDs

Dienstag, 23.01.2007
 Frauen bei der rheumatoiden Arthritis biologisch benachteiligt

Donnerstag, 18.11.2004
 Der Antikörper gegen cyclisches citrullinierts Peptid dient als Vorhersagewert für spätere Gelenkschäden

Weitere Informationen zum Rauchen bei rheuma-online:

Freitag, 21.01.2011
 Rauchen ist einer der Hauptrisikofaktoren für die RA - und vermeidbar

Dienstag, 29. 06. 2010
 Das Rauchen von Zigaretten ist ein prognostischer Faktor für eine RA und kann sich negativ auf die Wirksamkeit von TNF-Blockern auswirken

Donnerstag, 25. 02. 2010
 Einfluss des Rauchens als Risikofaktor für die Entstehung einer RA: Eine Metaanalyse

Dienstag, 19. 05. 2009
 RA, Rauchen und TNF-Blocker

Mittwoch, 06. 06. 2007
 Rauchen fördert die Arthrose des Knies speziell bei familiärer Vorbelastung

Mittwoch, 13. 12. 2006
 Rauchen verstärkt den Knorpelabbau bei Arthrose

Montag, 29. 11. 2004
 Rauchen erhöht das Risiko einer rheumatoiden Arthritis - insbesondere bei einer bestimmten genetischen Konstellation

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