Frühe rheumatoide Arthritis: Was bringt der Einsatz von Doxycyclin?

Kategorie: Rheumatoide Arthritis, Methotrexat

Ärzte der Universitätsklinik von Nebraska in Omaha verglichen die Wirkung von MTX alleine mit der Kombination von MTX und Doxycyclin bei der Diagnose: „Frühe rheumatoide Arthritis“.

(Samstag, 22.04.2006, Dipl.oec.troph. Elke Gurschke)

 Doxycyclin hat nicht nur einen antibakteriellen Effekt, sondern wirkt auch gegen  Metalloproteinasen, bestimmte Enzyme in der Gelenkflüssigkeit, die am Entzündungsprozess beteiligt sind. Die therapeutische Wirkung einer zusätzlichen Gabe dieses Antibiotikums zu Methotrexat sollte an 66 Patienten mit früher rheumatoider Arthritis (die Krankheitsdauer lag unter einem Jahr) getestet werden. Bisher waren diese Patienten noch nicht mit einem Basismedikament behandelt worden.

Per Zufallsprinzip wurde die Gruppe geteilt in:

  • Hoch-Dosis-Doxycyclin-Gruppe: 100 mg Doxycyclin zweimal täglich + MTX
  • Niedrig-Dosis-Doxycyclin-Gruppe: 20 mg Doxycyclin zweimal täglich + MTX
  • Placebo-Gruppe: Placebo + MTX

Das Studiendesign sah vor, dass weder Patienten noch Ärzte die jeweilige Medikation kannten (Doppel-Blind-Studie), die Dauer war auf zwei Jahre angelegt.

Zu Beginn der Studie wurden die Patienten mit 7,5 mg MTX/Woche behandelt. Diese Dosis wurde dann alle 3 Monate soweit erhöht, bis eine Remission erreicht werden konnte (maximal 17,5 mg/Woche).  Als Ziel hatten die Ärzte eine ACR50-Response nach 2 Jahren Therapiedauer vorgesehen. Es wurde also bei den 3 Gruppen verglichen, wie viele Patienten dieses Ziel erreicht hatten.

In der Hoch-Dosis-Gruppe wurde dieses Ziel bei 41,6% der Teilnehmer erreicht, bei der niedrigeren Dosis immerhin auch noch bei 38,9% gegenüber nur 12,5% in der Placebo-Gruppe. Die durchschnittliche Höhe der MTX-Dosis war in den Gruppen nicht unterschiedlich, so dass die Differenz alleine auf die Doxycyclin-Wirkung zurückzuführen ist. Insgesamt 8 Patienten mussten wegen stärkerer Nebenwirkungen die Studie abbrechen, 4 davon entstammten der Hoch-Dosis-Gruppe, jeweils 2 den beiden anderen Gruppen.

Da der Therapieerfolg bei den unterschiedlichen Doxycyclin-Dosen ähnlich war, scheint der gegen die Metalloproteinasen gerichtete Effekt schon bei niedrigerer Dosis zum Tragen zu kommen und die antibakterielle Wirkung spielt wohl eine geringere Rolle. Weitere Studien zu den therapeutischen Möglichkeiten von Doxycyclin (und anderen Tetracyclinen, also Antibiotika aus der selben Substanzklasse) dürfen mit Spannung erwartet werden.

Literatur

O'dell JR, Elliott JR, Mallek JA, Mikuls TR, Weaver CA, Glickstein S, Blakely KM, Hausch R, Leff RD.Treatment of early seropositive rheumatoid arthritis: Doxycycline plus methotrexate versus methotrexate alone. Arthritis Rheum. 2006 Feb;54(2):621-7

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