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Bakterien im Darm helfen Krankheiten erkennen - Entzündliche Darmerkrankungen leichter diagnostizieren
Kategorie: Veranstaltungshinweise Anzahl und Art der im Darm lebenden Bakterien prägen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa maßgeblich. Nach neuen Erkenntnissen erlaubt die Zusammensetzung der Mikroben eine diagnostische Unterscheidung der beiden Krankheiten. Darüber hinaus ließe sich der Krankheitsverlauf einer Colitis ulcerosa durch gezielte Neubesiedelung des Darms mit bestimmten Bakterien günstig beeinflussen. Im Darm stehen sich Abwehrzellen und Bakterien in großer Zahl gegenüber: “Die Darmwand ist der Sitz des größten Immunsystems im menschlichen Körper“, erläutert Kongresspräsident Professor Dr. med. Jürgen Schölmerich von der Universität Regensburg. Etwa 320 000 Menschen in Deutschland sind von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) betroffen. Sie leiden schubweise unter starken Bauchschmerzen und Durchfällen, was sie im Alltag erheblich einschränkt. Im Verlauf unterscheiden sich die beiden Krankheiten: Bei Morbus Crohn erfasst die Entzündung die gesamte Darmwand und greift manchmal auf den Bauchraum über. Eine Stuhluntersuchung könnte hier in Zukunft hilfreich sein. Denn Forscher haben herausgefunden, dass die Erkrankungen die Zusammensetzung der Darmflora jeweils unterschiedlich prägen: Bei Menschen mit Morbus Crohn finden sich weniger Bakterien des Typs Faecalibacterium prausnitzii. Bei der Colitis ulcerosa dagegen tritt dieser Darmbewohner vermehrt auf. Seit Kurzem gebe es Hinweise darauf, dass Probiotika auch im Krankheitsschub helfen könnten, die Entzündung zurückzudrängen. In einer Studie aus Indien wurden zum Beispiel günstige Wirkungen mit einem Präparat erzielt, das verschiedene Bewohner des gesunden Darms in größerer Menge enthält. Neueste Erkenntnisse über Behandlung und Therapie chronischer Entzündungen diskutieren Experten auf dem 116. Internistenkongresses in Wiesbaden.
116. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) Freitag, 9. April 2010, 8.45 bis 17.30 Uhr
Sood A, Midha V, Makharia GK, Ahuja V, Singal D, Goswami P, Tandon RK. Kommentar schreibenSie müssen angemeldet sein, um Kommentare verfassen zu können. |
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