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ACR 2010 - Der Hemmer der Janus-Kinase Tasocitinib bei RA
Kategorie: Rheumatoide Arthritis, Medikamente Daten einer ersten Phase III-Studie mit dem oralen JAK-Inhibitor Tasocitinib (CP-690550) als Monotherapie zeigen eine Reduktion der Symptomatik und eine Verbesserung der körperlichen Funktionsfähigkeit bei aktiver rheumatoider Arthritis. Bildnachweis: Daily News. An official publication of the American College of Rheumatology. http://www.nxtbook.com/tristar/acr/day4_2010/index.php#/34/OnePage ![]() Überblick über die Wirksamkeitsparameter in der ORAL SOLO Studie (alle Werte in Monat 3): Tasocitinib ist ein neuartiger, oral anzuwendender Hemmstoff der Janus-Kinase (JAK), der sich derzeit in der klinischen Erprobung befindet. Untersucht wird, ob Tasocitinib als gezielter Immunmodulator möglicherweise eine krankheits-modifizierende Wirkung bei Patienten mit aktiver rheumatoider Arthritis zeigt. Das Wirkprinzip von Tasocitinib ist neuartig und unterscheidet sich von dem anderer Arzneimittel zur Behandlung der RA: Während andere Arzneimittel primär gegen extrazelluläre Zielmoleküle wie beispielsweise proinflammatorische Zytokine gerichtet sind, greift Tasocitinib direkt in die intrazellulären Signalwege ein, die im Netzwerk der inflammatorischen Zytokine von zentraler Bedeutung sind. Auf der Jahrestagung des American College of Rheumatology (ACR) wurden die Ergebnisse zweier Studien zur Wirksamkeit und Verträglichkeit von Tasocitinib (CP-690550) bei rheumatoider Arthritis vorgestellt. Die vorgestellten Ergebnisse der Phase-III-Studie ORAL Solo [#L8, 1] zeigen, dass unter einer Monotherapie mit dem oralen JAK-Inhibitor Tasocitinib zwei primäre Studienendpunkte erreicht werden konnten. Unter der Behandlung mit Tasocitinib trat nach drei Monaten eine im Vergleich mit Placebo statistisch signifikante Reduktion der Symptomatik (ACR20-Ansprechen) sowie eine Verbesserung der körperlichen Funktionsfähigkeit (HAQ-DI) einer mittelschweren bis schweren rheumatoiden Arthritis ein. Beim dritten primären Endpunkt, dem Anteil an Patienten mit einer Remission (definiert als DAS28-4(ESR)-Werts < 2,6), zeigte sich unter Tasocitinib nach drei Monaten eine numerische Überlegenheit gegenüber Placebo, die Differenz war aber nicht statistisch signifikant. „Die statistisch signifikanten und klinisch relevanten Verbesserungen, die wir in der Studie ORAL Solo bei einem Teil der mit Tasocitinib als Monotherapie behandelten Patienten beobachten konnten, stimmen uns zuversichtlich“, so Privat-Dozent Dr. Peter-Andreas Löschmann, medizinischer Leiter des Geschäftsbereichs Specialty Care bei Pfizer. „Die Forschung an neuen Therapiemöglichkeiten bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer aktiver rheumatoider Arthritis hat nach wie vor große Bedeutung. Wir erwarten mit Spannung die Ergebnisse der weiteren Phase-III-Studien des ORAL-Programms mit Tasocitinib.“ Ebenfalls vorgestellt wurden Ergebnisse der Studie ORAL Sequel [#1029, 2; #2171, 3] einer offenen Verlängerungsstudie der Phase II/III. Die Sicherheitsergebnisse dieser Studie entsprachen den Erkenntnissen aus dem weltweiten klinischen Phase-II-Programm zur rheumatoiden Arthritis(RA). Zudem konnte in dieser Studie gezeigt werden, dass die Wirksamkeit von Tasocitinib (CP-690550) als Monotherapie oder in Kombination mit Methotrexat über 24 Monate aufrechterhalten blieb. ORAL Solo [#L8,1]: Studiendesign und Ergebnisse Primäre Endpunkte waren die Rate an Patienten mit ACR20-Ansprechen, die mittlere Veränderung des HAQ-DI (Health Assessment Questionnaire – Disability Index) sowie das Erreichen eines DAS28 (Disease Activity Score 28-4[ESR]) Werts von < 2,6. Alle primären Endpunkte wurden in Monat 3 beurteilt. Zu den sekundären Endpunkten zählten die Rate an Patienten mit ACR50- bzw. ACR70-Ansprechen sowie die mittlere Veränderung des DAS28. ORAL Sequel [#1029, 2, #2171, 3]: Studiendesign und Ergebnisse Die Aufnahme in die unverblindete Verlängerungsstudie ORAL Sequel erfolgt jeweils direkt im Anschluss an die vorangegangene Studie. Die primären Endpunkte sind die sicherheitsbezogenen Laborwerte sowie die gemeldeten UEs. Zu den sekundären Endpunkten zählen die Rate an Patienten mit ACR20-, ACR50- bzw. ACR70-Ansprechen sowie die mittleren Veränderungen beim DAS28 und beim HAQ-DI. Die Verträglichkeit und die Wirksamkeit wurden bislang bei 1.070 Patienten über einen Zeitraum von 24 Monaten beobachtet und zwischen der Behandlungsgruppe mit der Tasocitinib Monotherapie und der Behandlungsgruppe mit der Kombinationstherapie mit Methotrexat verglichen. Es zeigte sich ein Trend hinsichtlich einer Verbesserung des ACR-Ansprechens im zeitlichen Verlauf (Monate 1-24), wobei die ACR20-Ansprechraten in der Gruppe mit der Tasocitinib-Monotherapie und in der Gruppe der Kombinationstherapie mit Tasocitinib plus Methotrexat in Monat 24 vergleichbar waren. Hinsichtlich der mittleren DAS28- und HAQ-DI-Scores zeigten sich im zeitlichen Verlauf ebenfalls konstante Verbesserungen gegenüber den jeweiligen Ausgangswerten. Neue Sicherheitshinweise wurden in der Studie ORAL Sequel nicht beschrieben. Die häufigsten UEs in allen Gruppen waren Bronchitis, Infektionen des oberen Respirationstrakts sowie Harnwegsinfektionen. Insgesamt 6,3 % der Patienten brachen die Studie aufgrund von UEs ab. Die unter der Behandlung mit Tasocitinib am häufigsten beschriebene Klasse von schwerwiegenden UEs waren Infektionen (n = 34; 18,1 %). Die entsprechende Inzidenzrate lag bei 2,62 pro 100 Patientenjahre. Es gab zwei Fälle von Tuberkulose (TB): Ein Fall einer disseminierten TB wurde in der Behandlungsgruppe mit der Methotrexat-Hintergrundtherapie beschrieben, ein weiterer TB-Fall zwei Monate nach dem Absetzen von Tasocitinib. Die Veränderungen, die während der ersten 6-12 Wochen der vorangegangenen randomisierten Studien gegenüber den Ausgangswerten beobachtet worden waren (Anstiege bei den mittleren Werten für das Gesamtcholesterin, das LDL-Cholesterin, das Hämoglobin, das Serumkreatinin und die Leberwerte und Rückgänge bei der mittleren Gesamtzahl der neutrophilen Granulozyten) schritten während der zweijährigen Studie ORAL Sequel nicht fort. Pfizer prüft Tasocitinib derzeit im Rahmen eines klinischen Studienprogramms bei insgesamt mehr als 4.000 Patienten mit RA. Das ORAL-Programm besteht aus insgesamt sechs klinischen Studien der Phase III, die an 350 Prüfzentren in 35 Ländern weltweit durchgeführt werden. Weitere Informationen unter Zudem prüft Pfizer Tasocitinib zur oralen Anwendung auch bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn und Colitis ulcerosa) sowie bei Organtransplantatempfängern. Tasocitinib zur topischen Anwendung wird derzeit bei Plaque-Psoriasis und beim Syndrom des trockenen Auges geprüft. Quelle: Pressemitteilung Literatur und Links 1) ACR 2010 (#L8) Fleischmann RM et al. Phase 3 study of oral JAK inhibitor tasocitinib (CP-690,550) monotherapy in patients with active rheumatoid arthritis. Presented at the American College of Rheumatology meeting, Nov. 8-11, Atlanta, Georgia. Um die Abstracts zu lesen, gehen Sie bitte auf folgende Seite: Weitere Informationen zu Tasocitinib auf rheuma-online: Dienstag, 21.07.2009 Kommentar schreibenSie müssen angemeldet sein, um Kommentare verfassen zu können. |
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