Therapie mit Sulfasalazin - Patienten-Merkblatt der BMG-geförderten Rheumazentren

Liebe Patientin, lieber Patient,

Sie leiden an einer rheumatischen Erkrankung, die mit verschiedenen Medikamenten behandelt wird. Besonders wichtig sind die langwirksamen Rheumamedikamente, die sogenannte Basistherapie.

Was sind langwirksame Rheumamedikamente?

Diese Medikamente sollen Ihre Erkrankung langfristig verbessern. Sie sollen das Fortschreiten Ihrer Erkrankung aufhalten. Diese Behandlung wirkt nicht sofort, sondern erst nach mehreren Wochen. Dafür hält ihre Wirkung auch länger an. Ihnen wird als langwirksames Rheumamedikament Sulfasalazin empfohlen:

Wann tritt die Wirkung ein?

Die meisten Patienten merken eine Besserung nach 12 Wochen. Wenn die Wirkung nicht ausreicht, dann entscheidet Ihr Arzt über eine Dosissteigerung. Wie wird die Behandlung mit Sulfasalazin durchgeführt ? Sulfasalazin gibt es als Tabletten. Die Dosis wird langsam erhöht, damit Sie das Medikament besser vertragen. Manchmal kann es aber erforderlich sein, daß gleich 2 x 2 Tabletten eingenommen werden.

  morgens abends
____ Woche täglich 1 Tbl. 
____ Woche täglich 1 Tbl. 1 Tbl.
____ Woche täglich 1 Tbl. 2 Tbl.
ab der ____ Woche täglich 2 Tbl. 2 Tbl.

Woran merken Sie, daß die Behandlung mit Sulfasalazin wirkt?

Nach einigen Wochen gehen die Schmerzen und Schwellungen zurück. Morgensteifigkeit und Müdigkeit nehmen ab. Die Belastbarkeit steigt. Oft bessern sich auch die Entzündungszeichen im Blut, wie z.B. die Blutsenkung.

Wie lange wird die Behandlung mit Sulfasalazin durchgeführt?

Es ist notwendig, daß die Behandlung mit Sulfasalazin langfristig erfolgt. Sie wirkt nur, wenn Sie Ihre Tabletten regelmäßig einnehmen. Die Behandlung muß auch dann fortgeführt werden, wenn es Ihnen besser geht, sonst kann sich die Krankheit verschlimmern.

Was passiert, wenn die Behandlung mit Sulfasalazin nicht wirkt?

Wenn Sulfasalazin nach 3 Monaten nicht ausreichend gewirkt hat, entscheidet Ihr Arzt über eine mögliche Dosiserhöhung: morgens, mittags und abends je 2 Tabletten. Erst nach insgesamt 6 Monaten kann sicher beurteilt werden, ob die Wirkung von Sulfasalazin ausbleibt. Dann wird Ihr Arzt die Therapie ändern. Können Nebenwirkungen auftreten?

Bei jeder wirksamen Behandlung können unerwünschte Wirkungen auftreten. Das gilt auch für die Therapie mit Sulfasalazin. Daher ist eine regelmäßige Kontrolle der Behandlung durch Ihren Hausarzt notwendig. Nur so kann er eventuell auftretende Nebenwirkungen rechtzeitig erkennen und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen. Dann bilden sich die Nebenwirkungen in der Regel vollständig zurück. Nicht jede unerwünschte Wirkung zwingt zu einem Abbruch der Therapie. Die meisten im Beipackzettel erwähnten Nebenwirkungen sind selten.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Die meisten Nebenwirkungen sind ungefährlich. Einige Patienten klagen über Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen. Andere haben Kopfschmerzen oder Schwindelgefühl oder sind außergewöhnlich müde. Diese Beschwerden treten vor allem in den ersten Wochen der Behandlung auf. Manchmal kommt es zu Juckreiz, Hautausschlag, schmerzhaften Bläschen im Mund- / Rachenbereich oder Haarausfall. Wenn Sie Fieber oder Luftnot haben, informieren Sie umgehend Ihren Arzt darüber.

Welche Nebenwirkungen bemerkt Ihr Arzt?

Der Arzt achtet auf Haut- und Schleimhautveränderungen. Durch Blutuntersuchungen kann er Veränderungen an der Leber, an den Nieren und an der Blutbildung feststellen. Auch eine Urinuntersuchung ist notwendig. Gefährliche Nebenwirkungen sind außerordentlich selten.

Wie oft müssen die Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden?

1.-3 Monat: alle 2 Wochen
4. - 6. Monat: alle 4 Wochen
ab 6. Monat: alle 3 Monate

Wenn Sie ungewohnte Beschwerden während der Sulfasalazintherapie bemerken, dann sollten Sie Ihren Hausarzt informieren.

Was ist außerdem noch während der Behandlung zu beachten?

Während der Behandlung mit Sulfasalazin sollten Frauen nicht schwanger werden. Ob die Behandlung in der Schwangerschaft und Stillzeit fortgesetzt werden kann, entscheidet Ihr Arzt. Bei Männern kann die Zeugungsfähigkeit beeinträchtigt sein. Das Sexualempfinden wird davon nicht betroffen. Bei Kinderwunsch sollte Sulfasalazin nach Rücksprache mit Ihrem Arzt abgesetzt werden. Die Zeugungs-fähigkeit kehrt innerhalb von 3 Monaten vollständig zurück. Vermeiden Sie eine intensive Sonneneinstrahlung. Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die sie außerdem noch einnehmen.

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