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Rituximab: Die B-Zelle als therapeutisches Ziel
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B-Zellen gehören zu den Zellen des Immunsystems und spielen eine wichtige Rolle bei der körpereigenen Abwehr. Wenn sie aktiviert werden, produzieren sie Antikörper, die sich an körperfremde Bestandteile, z.B. Bakterien oder Viren heften und diese damit neutralisieren. In einem zweiten Mechanismus wird körperfremdes Material mit Hilfe von Antikörpern für andere, spezialisierte Zellen des Immunsystems markiert, die dann die entgültige Zerstörung übernehmen. B-Zellen sind in der Lage, gegen jeden unterschiedlichen Eindringling spezifische Antikörper zu produzieren, die diesen entsprechend gezielt ausschalten. Wenn es nach Abklingen einer Infektion später erneut zu einer Infektion mit demselben Erreger kommen sollte, hat das Immunsystem bereits Antikörper zur Verfügung und kann ihn ausschalten, bevor es zu einer Ausbreitung der Erkrankung gekommen ist. Auf diesem Mechanismus beruht im übrigen das Prinzip des Impfens, bei dem der Körper mit abgetöteten oder abgeschwächten Erregern in Kontakt gebracht wird und dann Antikörper produziert, die im Fall einer Infektion mit lebenden oder virulenten Keimen die Eindringlinge sofort gezielt bekämpfen.
Bei der ungeheuren Vielzahl von Antikörpern, die durch die unterschiedlichen B-Zellen produziert werden, kann es dazu kommen, daß das Immunsystem körpereigene Strukturen für Fremdmaterial hält und dagegen Antikörper produziert. Diese Antikörper gegen körpereigenes Gewebe werden Auto-Antikörper genannt. Werden B-Zellen aktiviert, die Auto-Antikörper produzieren, entsteht eine Autoimmun-Reaktion oder sogar eine regelrechte Autoimmun-Erkrankung.
Der therapeutische Ansatz von Rituximab ist die gezielte Ausschaltung von B-Zellen. Auf diese Weise werden die B-Zell-abhängigen Immunmechanismen bei der rheumatoiden Arthritis sowie bei verwandten Autoimmunerkrankungen unterbrochen und das Fortschreiten der entzündlichen Prozesse gestoppt. Autor: Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer |
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