Wann wirkt Methotrexat?

Methotrexat ist ein langwirksames Antirheumatikum ("Basismedikament"), d.h. es wirkt in der Regel nicht sofort, sondern erst nach einer gewissen Zeit. Allerdings gehört Methotrexat zu denjenigen langwirksamen Antirheumatika, die bereits nach relativ kurzer Zeit, etwa nach 3 bis 6 Wochen, erste basistherapeutische Wirkungen zeigen. Die Hauptwirkung setzt spätestens nach 3 Monaten ein. Wenn sich bis zu diesem Zeitpunkt unter einer Behandlung mit Methotrexat keine wesentlichen Verbesserungen ergeben haben, muß die Behandlung überprüft werden. Dabei stellen sich folgende Fragen:

  1. Hat Methotrexat überhaupt nicht gewirkt? Dies ist in den seltensten Fällen der Fall. Wenn es so ist, wird man über einen vollständigen Wechsel der langwirksamen antirheumatischen Therapie nachdenken. Außerdem muß man sich die Frage stellen, ob die Beschwerden überhaupt auf die entzündlich-rheumatische Erkrankung zurückzuführen sind oder ob u.U. eine ganz andere Problematik besteht, die gar nicht durch eine langwirksame antirheumatische Therapie beeinflußbar ist, z.B. eine Fibromyalgie.
  2. Hat Methotrexat zwar gewirkt, aber nicht ausreichend? In diesem Fall bestehen mehrere Möglichkeiten.
    • Die Methotrexat-Dosis war nicht hoch genug, z.B. bei einem durchschnittlich schweren Patienten von 70 kg Körpergewicht nur 7,5 mg einmal in der Woche. In diesem Fall würde man die Dosis auf die normale Menge von 15 mg einmal in der Woche steigern und vermutlich eine bessere / ausreichende Wirkung erzielen.
    • Die Methotrexat-Dosis war zwar nach allem Anschein hoch genug, z.B. 15 mg einmal in der Woche. Diese Menge wurde aber als Tablette gegeben. In diesem Fall lohnt der Versuch, auf die Spritzengabe mit 15 mg einmal in der Woche umzustellen. Methotrexat wird bei Tablettengabe z.T. sehr unterschiedlich vom Körper aufgenommen. Manche Patienten nehmen dabei keine ausreichende Menge auf. Die Umstellung auf die Spritzenform erzielt dann oft die gewünschte Wirkung.
    • Die Methotrexat-Gabe erfolgte in ausreichender Dosis mit 15 mg einmal in der Woche und wurde als Spritze gegeben. In diesem Fall wurde die Therapie optimal durchgeführt. Kommt es darunter bei einem normal schweren Menschen nicht zu einer ausreichenden Wirkung, ist Methotrexat alleine nicht ausreichend wirksam. Früher wurde in dieser Situation oft noch der Versuch unternommen, die wöchentliche Dosis auf 17,5 mg, 20 mg oder sogar 22,5 mg oder 25 mg zu steigern. Dies führt nach unserer Erfahrung aber zu keinen überzeugenden Verbesserungen der Wirkung, allerdings häufig zum Auftreten von Nebenwirkungen. Wir kombinieren deshalb Methotrexat lieber mit einer anderen Substanz (sogenannte langwirksame antirheumatische Kombinationstherapie), um die Effektivität der Basistherapie zu steigern. Diese Strategie führt in vielen Fällen zu guten Ergebnissen.

Bei einer Reihe von Patienten hat Methotrexat darüber hinaus neben dem basistherapeutischen Effekt eine sehr rasch einsetzende entzündungshemmende Sofortwirkung. Dies unterscheidet Methotrexat von allen anderen bislang bekannten langwirksamen Antirheumatika. In der Klinik sehen wir bei Einleitung einer Methotrexat-Therapie diese Sofortwirkung manchmal bereits innerhalb der ersten Woche.

 

Autor: Priv. Doz. Dr. med H. E. Langer
Letzte Änderung: 10.07.2012

Anzeige
Anzeige
Mehr als 500 Stichworte!
A B C D E F G H I J K L M
N O P Q R S T U V W X Y Z
Sie werden mit dem metex® PEN oder der metex® Fertigspritze behandelt?
» Zum metex-Bereich
Die rheuma-online User nennen empfehlenswerte Rheumatologen.
» Zur Ärzteliste