Diagnostik und Therapie des systemischen Lupus erythematodes SLE

Serologische Marker

Bei den serologischen Tests sind Untersuchungen zur Diagnostik / Differentialdiagnostik zu unterscheiden von Parametern, die die Krankheitsaktivität monitoren helfen.

Diagnostische Tests sind für den SLE:

  • ANAAntinukleäre Antikörper (Suchtest; typischerweise auf Lupus hindeutend ist ein homogenes Fluoreszenzmuster)
  • Crithida-Test: Qualitativer Nachweis von Antikörpern gegen doppelsträngige DNA
  • dsDNA-Ak: Antikörper gegen doppelsträngige DNA (spezifischer Befund für den SLE)
  • SM-Ak: ENA, die eine hohe Spezifität für den SLE aufweisen.

Tests zum Monitoring der Krankheitsaktivität:

Nach den uns bekannten Studien sind lediglich die dsDNA-Ak für ein Monitoring der Krankheitsaktivität im Verlauf des SLE geeignet, und dies auch nur im intraindividuellen Vergleich. Die absolute Höhe der dsDNA-Ak alleine besagt nichts oder wenig über die Krankheitsaktivität; ein Absinken der Werte im Verlauf unter Therapie sprechen jedoch schon für ein Ansprechen der Behandlung, ebenso muß man bei einem Anstieg an einen neuen beginnenden Krankheitsschub denken. Die Höhe des ANA-Titers korreliert nicht mit der klinischen Aktivität.

Ein wichtiger Parameter ist desweiteren das CRP. CRP-Werte korrelieren beim Lupus eher nicht mit der Krankheitsaktivität; wenn es deshalb im intraindividuellen Verlauf zu einem deutlichen Anstieg der CRP-Werte kommt und klinisch differentialdiagnostisch die Frage im Raum steht, ob das Fieber Ausdruck eines Lupus-Schubes oder einer Infektionskomplikation ist, deutet ein hohes CRP auf eine (in der Regel bakterielle) Infektionskomplikation.

"ANA-negativer" SLE

Uns sind Meinungen bekannt, daß es einen "ANA-negativen" SLE nicht gibt, sondern nur Labors, die die ANAs nicht adäquat erfassen. Nach der Literatur liegt der Anteil von Patienten mit "ANA-negativem" SLE unter 1%. Bei fehlenden ANA sollte man mit der Diagnose eines SLE äußerst vorsichtig sein, vor allem unter dem Aspekt, daß es ja in Abhängigkeit von der Symptomkonstellation eine ganze Anzahl an anderen differentialdiagnostisch in Frage kommenden Krankheitsbildern gibt.

Therapie des SLE

Grundsätzlich gehört eine Patientin (ein Patient) mit systemischem Lupus erythematodes in die Behandlung eines Spezialisten (internistischer Rheumatologe oder Immunologe) an entsprechend ausgestatteten Zentren. Insofern sollen hier nur grobe therapeutische Anhaltspunkte dargestellt werden. Im wesentlichen kommen heute bei der medikamentösen Therapie des SLE Steroide und immunsuppressive/immunmodulatorische Medikamente zum Einsatz. Die wesentlichen differentialtherapeutischen Aspekte werden im folgenden dargestellt.

Steroide:

Steroide sind die Medikamente der Wahl zur Beherrschung der Akutsituation, insbesondere auch bei lebensbedrohlichen Komplikationen (ZNS-Beteiligung, Lupus-Nephritis, Perikarditis etc.). In der Akutsituation ausreichend hoch dosieren (1-1,5-2mg/kg KG, ggf. fraktionierte Dosis)! In der Langzeittherapie sind Steroide manchmal zum Remissionserhalt unverzichtbar; angestrebt werden sollte jedoch zur Vermeidung von Langzeitschäden eine so geringe Dosis wie irgend möglich (nach Möglichkeit 5 mg Prednisolon-Äquivalent oder niedriger anstreben).

Immunmodulierende Medikamente:

In diese Substanzgruppe fallen in erster Linie Anti-Malaria-Mittel (Chloroquin/Hydroxychloroquin). Sie spielen eine Rolle zu Steroideinsparung und Remissionsinduktion bei leichteren SLE-Verläufen; ein gutes Ansprechen wird außerdem bei Hautmanifestationen berichtet.

Immunsuppressiva:

Die traditionelle immunsuppressive Therapie bei SLE erfolgte mit Azathioprin. Bei speziellen Manifestationen (z.B. Lupus-Nephritis) deuten Studien jedoch auf eine unzureichende Wirkung; in diesen Fällen ist der Einsatz von Cyclophosphamid obligat. Zunehmend wird zum Remissionserhalt auch beim SLE Methotrexat eingesetzt. In Einzelfällen ist auch eine gute Wirkung von Ciclosporin beschrieben; größere Studien über den Einsatz von Ciclosporin beim SLE sind uns jedoch nicht bekannt.

Zentren:

In unserer Region (Nordrhein-Westfalen) ist die Abteilung Rheumatologie der Universität Düsseldorf (Leiter: Prof. Dr. med. M. Schneider) auf die Behandlung von SLE-Patienten besonders spezialisiert.

Selbsthilfegruppen:

Lupus Erythematodes Selbsthilfegemeinschaft e.V.
Geschäftsstelle
Döppersberg 20
42103 Wuppertal
Tel.: 0202 - 496 87 97
Fax: 0202 - 496 87 98
WWW: http://www.lupus.rheumanet.org
E-Mail: lupus(at)rheumanet.org

Autor: Priv. Doz. Dr. med H. E. Langer
Letzte Änderung: 09.01.2012

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