1-2% der erwachsenen Bevölkerung sind von rheumatoider Arthritis betroffen, d.h. allein im Großraum Düsseldorf etwa 10.000 bis 20.000 Patienten
Mit einem Anteil von 60-70% erkranken überwiegend Frauen an rheumatoider Arthritis
Das durchschnittliche Alter bei Krankheitsbeginn liegt bei 40 Jahren, d.h. die Erkrankung befällt junge Frauen in der aktiven Phase ihres Lebens
Bei 40% entwickeln sich knöcherne Gelenkdefekte („Erosionen“) innerhalb der ersten 6 Monate, bei 60% innerhalb des ersten Jahres nach Krankheitsbeginn, bei mehr als 80% innerhalb der ersten 2 Jahre, bei 90% im Verlauf von 5 Jahren
Nach 2 Jahren sind fast 40% der RA-Patienten krankheitsbedingt berentet, nach 5 Jahren mehr als 60%
Nach 10 Jahren sind 17% der Patienten an großen Gelenken operiert (künstliche Hüft- oder Kniegelenke), 10% sind schwerstbehindert
Rheumatoide Arthritis ist in der westlichen Welt die häufigste Ursache für eine krankheitsbedingte Behinderung, die durch adäquate Therapien zu beeinflussen ist
Der Behandlungserfolg ist abhängig vom Behandlungsbeginn: Das therapeutische Fenster („window of opportunity“) mit einem optimalen Behandlungsergebnis liegt bei 12-16 Wochen nach Krankheitsbeginn
Die Erstvorstellung eines RA-Patienten beim Rheumatologen erfolgt in Deutschland im Mittel nach 1,8 Jahren bzw. 21 Monaten
Die Prognose der Erkrankung korreliert eng mit der Intensität der spezialisierten rheumatologischen Betreuung, d.h. der Behandlungserfolg ist abhängig von frühzeitiger und im Verlauf engmaschiger fachrheumatologischer Behandlung
Nur 22% der RA-Patienten erreichen in Deutschland jemals einen internistischen Rheumatologen
Nur 20% der Patienten außerhalb der spezialisierten rheumatologischen Versorgungssysteme erhalten die allein wirksame und den Krankheitsverlauf langfristig beeinflussende Therapie mit krankheitsmodifizierenden Substanzen („langwirksame Antirheumatika“, früher so genannte „Basistherapie“)
Dagegen steht ein Anteil von 97% unter langwirksamen Antirheumatika bei fachrheumatologisch behandelten Patienten
Nur 1% aller RA-Patienten werden in Deutschland mit den modernen und mit Abstand wirksamsten biologischen Substanzen behandelt
In Deutschland besteht eine eklatanter Engpaß bei der spezialisierten rheumatologischen Versorgung durch internistische Rheumatologen. Die Anmeldefristen für neue Patienten liegen in den Schwerpunktpraxen und in den Ambulanzen der Rheumakliniken zwischen vielen Wochen und mehreren Monaten.
Autor: Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer Stand: 21.11.2006
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