Interessante wissenschaftliche Studien

Stenger AAME et al: Early effective suppression of inflammation in rheumatoid arthritis reduces radiographic progression. Br J Rheumatol 1998; 37:1157-1163

Verglichen wurden in dieser Studie zwei Behandlungsstrategien für die chronische Polyarthritis: Die traditionelle Strategie (stufenweises Vorgehen; sogenanntes "Stufenschema") beim Einsatz von langwirksamen antirheumatischen Medikamenten und eine "aggressive" Strategie, bei der die Patienten mit einem hohen Krankheitsrisiko sehr früh mit wirksameren Medikamenten wie à Methotrexat, Gold, Azathioprin oder mit Kombinationen von langwirksamen antirheumatischen Medikamenten behandelt wurden.

Nach 2 Jahren war das Fortschreiten der Erkrankung in der "aggressiv" behandelten Patientengruppe wesentlich geringer als in der traditionell behandelten Gruppe, ohne daß es in der "aggressiv" behandelten Gruppe zu mehr Nebenwirkungen kam.

Schlußfolgerung (Kommentar von rheuma-online): Patienten mit einer chronischen Polyarthritis haben auch bei zunächst ungünstig erscheinender Prognose einen besseren Verlauf, wenn sie frühzeitig mit einer wirksamen antirheumatischen Therapie behandelt werden. Wichtig ist eine möglichst frühzeitige und anhaltende Normalisierung der sogenannten systemischen Entzündungsparameter wie Blutsenkung (BSG) und c-reaktivem Protein (CRP).

Rau R et al: Progression in early erosive rheumatoid arthritis: 12 months results from a randomized controlled trial comparing methotrexate and gold sodium thiomalate. Br J Rheumatol 1998;37:1220-1226

Die Untersuchung verglich bei 174 Patienten mit chronischer Polyarthritis und hohem Krankheitsrisiko (früh im Krankheitsverlauf eingetretene Erosivität) den weiteren Verlauf nach Einleitung einer langwirksamen antirheumatischen Therapie mit Methotrexat oder intramuskulär verabreichtem Gold. Nach 6 Monaten zeigte sich in beiden Behandlungsgruppen eine Verlangsamung der erosiven Veränderungen. Die Wirksamkeit von Methotrexat und intramuskulär verabreichtem Gold unterschied sich dabei nicht. Eine gleiche Wirksamkeit von Methotrexat und Gold zeigte sich ebenfalls bei der Untersuchung nach einem Jahr.

Wichtigster prognostischer Parameter für die Wirksamkeit der Therapie war in dieser Studie die Höhe der systemischen Entzündungsaktivität (BSG, CRP) zu Beginn der Therapie sowie der Nachweis des Rheumafaktors (RF) ebenfalls zu Beginn der Therapie.

Schlußfolgerung (Kommentar von rheuma-online): Die Studie liefert erneut einen Beleg für die Notwendigkeit einer gut wirksamen langwirksamen antirheumatischen Behandlung bei Patienten mit einer aktiven chronischen Polyarthritis. Außerdem erinnert sie daran, daß das gerne ein wenig im Schatten von Methotrexat stehende intramuskulär verabreichte Gold in der Wirkung gut mit diesem vergleichbar ist. Es sollte deshalb als Therapieoption nicht ganz aus den Augen verloren werden.

Autor: Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer
Stand: 21.11.2006

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