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Behandlung der chronischen Polyarthritis
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Die Behandlung der chronischen Polyarthritis ist abhängig vom Stadium der Erkrankung (z.B. früh - spät), von der Schwere der Erkrankung (z.B. wenige oder viele Gelenke betroffen, Organbeteiligung), von der Krankheitsaktivität (z.B. eher geringe oder eher sehr starke Gelenkschmerzen, eher kurze oder sehr lange Morgensteifigkeit, Nachtschmerz) und von den im Augenblick im Vordergrund stehenden Problemen (z.B. starke Schmerzen in einem Handgelenk und zunehmender Bewegungsverlust, Schwellung im Knie mit Ruheschmerz und beginnendem Verlust der vollständigen Streckfähigkeit, heftige Nackenschmerzen als Ausdruck einer Beteiligung der Halswirbelsäule o.ä.). Deshalb muß die Behandlung stadienadaptiert, krankheitsadaptiert und problemorientiert erfolgen. Dazu muß häufig ein sehr umfangreiches Arsenal an therapeutischen Maßnahmen zum Einsatz kommen. Wichtige Eckpfeiler der Therapie sind Medikamente, Krankengymnastik, sonstige physikalische Therapiemaßnahmen (physikalische Therapie) wie Kältepackungen, manchmal auch Wärmepackungen, Unterwasserbewegungsbad, Ergotherapie, psychologische Schmerzbewältigung, manchmal auch Operationen, dazu Patientenschulung und gegebenenfalls eine flankierende psychologische Stützung und Begleitung. Die optimale Therapie eines Patienten mit chronischer Polyarthritis erfolgt in rheumatologisch spezialisierten Einrichtungen wie rheumatologischen Schwerpunktpraxen und Rheumafachkliniken, am besten im Organisationsverbund sogenannter regionaler Rheumazentren. Die Lehrmeinung ist, daß eine chronische Polyarthritis nicht heilbar ist. Unsere Erfahrung zeigt jedoch in Übereinstimmung mit den Eindrücken aus anderen spezialisierten Zentren, daß sich bei immer mehr Patienten mit einer chronischen Polyarthritis vollständige Remissionen (vollständiges Verschwinden aller Symptome und aller Krankheitszeichen) erzielen lassen. Allerdings gibt es auch unter optimalen Bedingungen (siehe unten) immer wieder Patienten, bei denen alle Therapien nur zu einem unbefriedigenden Ergebnis führen. Nach Erfahrungen lassen sich Remissionen (Heilungserfolge) umso eher erzielen,
Die wesentliche Chance eines Patienten mit chronischer Polyarthritis liegt heute darin, daß die Erkrankung früh diagnostiziert wird, früh von einem Spezialisten (Rheumaspezialisten) behandelt wird (dies ist in der Regel ein Internist mit der zusätzlichen Qualifikation "Rheumatologie"), früh nicht nur medikamentöse Behandlungsmethoden zum Einsatz kommen, sondern das gesamte zur Verfügung stehende therapeutische Arsenal genutzt wird (dies geschieht in der Regel bei Therapieeinleitung in den bereits erwähnten rheumatologisch spezialisierten Einrichtungen) und in der Folge eine kontinuierliche, regelmäßige Weiterbetreuung durch einen internistischen Rheumatologen erfolgt. Grund zur Hoffnung besteht allerdings nicht nur bei Beginn einer qualifizierten Therapie im frühen Krankheitsstadium. Von der besonderen Erfahrung der spezialisierten Einrichtungen profitieren auch Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung. Autor: Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer |
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