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Seronegative Spondarthritis(Morbus Bechterew und verwandte Krankheiten) Unter den seronegativen Spondarthritiden wird eine größere Gruppe rheumatischer Erkrankungen zusammengefaßt, die sich in bestimmten Symptomen und Befunden ähneln, zwischen denen allerdings auch z.T. erhebliche Unterschiede bestehen. Gemeinsames Bindeglied ist die häufige Mitbeteiligung der Wirbelsäule ("entzündliche Wirbelsäulenerkrankungen). Ihre Bezeichnung kommt aus dem Griechischen: "Spond-" für Wirbelkörper bzw. Wirbelsäule, "arthr-" für Gelenke (Körpergelenke und kleine Wirbelgelenke) und, "-itis" für entzündlich (in der Medizin enden alle entzündlichen Erkrankungen auf "-itis", wie Gastritis = Magenschleimhautentzündung, Bronchitis = Entzündung der Bronchien; Hepatitis = Leberentzündung etc.) Entzündliche Wirbelsäulenerkrankungen betreffen bereits jüngere Menschen. Der Erkrankungsbeginn liegt oft im Alter zwischen 20 und 30 Jahren, häufig sogar noch früher. Sie haben viele gemeinsame Merkmale, aber auch Unterschiede. Gemeinsame Merkmale:Typisch ist der Rückenschmerz vom entzündlichen Typ (siehe dort Test). Ein entzündlicher Rückenschmerz ist ein Rückenschmerz, der vor allem oder vielleicht sogar nur in Ruhe auftritt, der sich besonders im Laufe der Nacht entwickelt und in den frühen Morgenstunden, um 2 Uhr nachts, 4 Uhr nachts oder manchmal auch erst kurz vor dem Aufstehen, dazu führt, daß man von den Rückenschmerzen wach wird. Wenn die Erkrankung sehr aktiv ist, d.h. die Entzündung stark ist, werden die Rückenschmerzen derart stark, daß man es im Bett nicht mehr aushält und aufstehen muß. Unter dem Umhergehen und unter der Bewegung nehmen die Schmerzen dann wieder etwas ab, so daß man sich dann u.U. sogar noch etwas hinlegen kann. Die Schmerzen beginnen oft nicht akut, plötzlich, sondern entwickeln sich langsam und nehmen dann immer mehr zu. Viele Patienten denken zuerst, daß ihre Probleme mit dem Bett zusammenhängen, der Matraze oder ähnlichen Bedingungen. Der Kauf eines neuen Bettes oder einer neuen Matraze beseitigt die Beschwerden dann in der Regel jedoch nicht. Oft beginnen entzündlich-rheumatische Wirbelsäulenerkrankungen gar nicht mit Schmerzen in der Wirbelsäule, sondern an anderen Stellen. Einige Patienten haben bereits viele Jahre vor der eigentlichen Wirbelsäulenerkrankung charakteristische Entzündungen an anderen Organen, z.B. eine Regenbogenhautentzündung (Iritis), eine Achillessehnenentzündung aus heiterem Himmel und ohne erkennbare Ursache, eine Kniegelenksschwellung, die man zunächst vielleicht auf den Meniskus schiebt, ohne sich so recht erklären zu können, wie das passieren konnte, oder starke Fersenschmerzen, hinter deren Ursache man nicht so recht kommt. Weitere Gemeinsamkeiten:
Unterschiede:Die einzelnen Erkrankungen prägen sich mit unterschiedlichen Schwerpunkten aus. Einige betreffen mehr das sogenannte Achsenskelett (Wirbelsäule und Gelenke oder Strukturen, die am Rumpf oder nahe am Rumpf gelegen sind), andere mehr die peripheren Gelenke (Knie, Sprunggelenke, Zehengelenke; Handgelenke, Fingergelenke); einige weisen eine ausgeprägte Entzündung im Blut auf (z.B. erhöhte Blutsenkung), einige andere wiederum nur eine ganz niedrige oder gar keine Entzündung im Blut (z.B. normale Blutsenkung). Einige äußern sich in erster Linie durch Entzündungen außerhalb des Bewegungsapparates, z.B. wiederkehrende Regenbogenhautentzündungen, Entzündungsschübe im Darm oder ausgeprägte Hautveränderungen. Nach der Krankheitsursache bzw. nach typischen Grunderkrankungen und Symptomkonstellationen unterscheidet man deshalb einige Diagnosen:
Autor: Priv. Doz. Dr. med H. E. Langer Anzeige
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