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Polymyalgia rheumaticaDie Polymyalgia rheumatica ist eine der prognostisch günstigen rheumatischen Erkrankungen, wenn sie rechtzeitig diagnostiziert und adäquat behandelt wird. Die SymptomeTypische Symptome sind ein morgendlich betonter Muskelschmerz in den Muskelgruppen, die nah am Körper sind (Oberarme, Oberschenkel), z.T. begleitet von einer ausgeprägten Muskelschwäche. Typisch ist weiterhin eine deutliche Morgensteifigkeit. Häufig beginnt eine Polymyalgia rheumatica auch mit starken Nackenschmerzen, die in die Schläfe und in die Augenregion einstrahlen. Je nach Entzündungsaktivität geht sie darüber hinaus mit Gewichtsabnahme, erhöhten Körpertemperaturen, allgemeinem Krankheitsgefühl und manchmal auch ausgeprägter Depressivität einher. Bei den Laborbefunden ist die Blutsenkung (BSG) stark bis sehr stark erhöht, so daß oft zuerst an einen Tumor gedacht wird. Schwierig ist manchmal die Abgrenzung zu einer chronischen Polyarthritis des älteren Menschen, die häufig so ähnlich wie eine Polymyalgia rheumatica beginnt. Manchmal präsentieren sich Borreliosen mit einem ausgeprägt polymyalgischen Bild, desweiteren einige Viruserkrankungen (z.B. Cytomegalie-Virus (CMV), oder Epstein-Barr-Virus (EBV)). Typisch für die Polymyalgia rheumatica ist das Fehlen von Laborwerten, die eine Schädigung der Muskulatur anzeigen (z.B. Erhöhungen der sogenannten CK (Creatininkinase, ein Muskelenzym)). Ist bei einem entzündlichen Muskelschmerz die CK erhöht, muß an eine Polymyositis gedacht werden. Bei einem kleinen Teil der Patienten mit einer Polymyalgia rheumatica liegt den Symptomen und der stark erhöhten Blutsenkung eine (bösartiger) Tumor zugrunde. In der Vergangenheit wurde deshalb bei allen Patienten mit Polymyalgia rheumatica eine umfangreiche Tumorsuche durchgeführt. Da diese in den meisten Fällen ohne Ergebnis verlief, gleichzeitig zu einer erheblichen Belastung der Patienten führte und nicht zuletzt auch mit einem nicht unwesentlichen Kostenaufwand einherging, wird diskutiert, ob man tatsächlich bei jedem Patienten mit einer typischen Polymyalgia rheumatica (siehe untenstehende Klassifikationskriterien) eine Tumorsuche durchführen muß. Die TherapieDie Behandlung der Polymyalgia rheumatica hat sich in den Jahren stark gewandelt. Früher wurde nur Cortison gegeben, dabei wurden in der Regel ziemlich hohe Mengen verabreicht. Das Ergebnis war oft eine Heilung der Polymyalgie, aber mit dem Preis einer starken, durch die hohen Cortisonmengen verursachten Knochenentkalkung (Osteoporose) und anhaltenden Rückenschmerzen oder anderen Osteoporosefolgen. Die moderne Therapie der Polymyalgia rheumatica kommt (gerade zu Anfang) auch nicht ohne Cortison aus. Um Cortison zu sparen, wird aber heute auch bei der Polymyalgia rheumatica eine langwirksame antirheumatische Therapie begonnen (z.B. mit Chloroquin oder Methotrexat (z.B. Lantarel). Wichtig ist, daß die Therapie mindestens ein Jahr lang konsequent durchgeführt wird. Oft ist auch eine längere Therapiedauer notwendig, um den Entzündungsprozeß entgültig zu stoppen. Wichtig: Wegen der längerdauernden Cortisontherapie sollten alle Patienten zur Osteoporose-Vorbeugung täglich 4 x 250 mg Calcium und 1.000 Einheiten Vitamin D3 erhalten. Klassifikationskriterien der Polymyalgia rheumatica (PMR)(englische Studie, 1979)
PMR wahrscheinlich:3 Kriterien erfüllt oder: 1 Kriterium zusammen mit einer Temporalarteriitis Differentialdiagnose der Polymyalgia rheumatica:Erkrankung Unterscheidungsmerkmal
erosive Gelenkveränderungen Rheumafaktor-Nachweis Fehlende serologische Entzündungszeichen klinisch typische "tender points"
Häufig nach Virusinfekten
meist spontane Remission Parasitosen schlechtes Ansprechen auf Steroide Muskelschwäche weniger Muskelschmerzen CK, Aldolase pathologisch pathologisches EMG Muskelbiopsie richtungsweisend Autoantikörper Multiorganbefall Komplementverbrauch Systemische Autoantikörper (ANCA) Multiorganbefall Gefäßbefallsmuster StudienStudien zur Therapie der Polymyalgia rheumatica unter Arteriitis temporalis. Siehe auch: Fragen und Antworten: Polymyalgie Fragen und Antworten: Diagnose von Polymyalgia rheumatica Fragen und Antworten: Polymyalgia rheumatica Fragen und Antworten: Polymyalgie (Zusammenhang mit Kneipp-Kur) Autor: Priv. Doz. Dr. med H. E. Langer Anzeige
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