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Palindromer Rheumatismus

Der palindrome Rheumatismus hat seine Bezeichnung von palindrom = wiederkehrend. Man versteht darunter eine entzündlich-rheumatische Gelenkerkrankung, bei der es in unregelmäßigen Abständen zu Gelenkentzündungen kommt (Arthritis), die von selber nach einiger Zeit verschwinden, dann aber auch wiederkehren. Der palindrome Rheumatismus selber ist eine zwar in den Schüben unangenehme, mittel- und langfristig aber relativ harmlose rheumatische Erkrankung, da es bei ihm nicht zu Veränderungen der Gelenke und zu dauerhaften Funktionsbeeinträchtigungen kommt.

Bei etwa einem Drittel der betroffenen Patienten ist allerdings ein palindromischer Rheumatismus die Vorstufe einer chronischen Polyarthritis. Das Risiko, aus einem palindromischen Rheumatismus eine chronische Polyarthritis zu entwickeln, ist erhöht bei denjenigen Patienten, bei denen im Blut der Rheumafaktor nachweisbar ist.

Der palindrome Rheumatismus wird üblicherweise symptomatisch behandelt, d.h. mit der Gabe von cortisonfreien Entzündungshemmern (nicht-steroidale Antiphlogistika) in den Phasen, in denen eine Arthritis besteht. Manchmal wird auch der Einsatz von Cortison notwendig.

Wenn die entzündlich-rheumatischen Schübe bei einem palindromischen Rheumatismus sehr häufig auftreten, sollte die Entscheidung zu einer langwirksamen antirheumatischen Therapie getroffen werden. Die Auswahl der dafür zur Verfügung stehenden unterschiedlichen Präparate richtet sich nach Krankheitsintensität, der Ausprägung des Befundes und möglicher Begleitmanifestationen und Begleiterkrankungen im Einzelfall.

Bei prognostischer eher günstiger Einschätzung reichen Antimalariamittel aus; bei prognostisch eher ungünstiger Einschätzung sollte auch bei einem palindromen Rheumatismus aggressiver behandelt werden, vor allem immer dann, wenn der Übergang in eine chronische Polyarthritis befürchtet wird oder bereits erste Anzeichen dieser Erkrankung bereits bestehen (z.B. entsprechende Röntgenveränderungen an den Gelenken). In diesem Fall sollten wirksamere langwirksame Antirheumatika eingesetzt werden, z.B. intramuskulär verabreichte Goldpräparate (Goldtherapie) oder Methotrexat.

Autor: Priv. Doz. Dr. med H. E. Langer
Letzte Änderung: 02.03.2012

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