Colchicin

Gift der Herbstzeitlosen .

In kleinsten Mengen ist es als Arzneimittel das klassische Medikament zur Behandlung der Gicht (Präparatename: z.B. Colchicum dispert). Wegen seiner Nebenwirkungen (z.B. Durchfälle bei höherer Dosierung) wird es heute bei der Therapie des akuten Gichtanfalls meistens durch moderne Substanzen aus der Gruppe der cortisonfreien Entzündungshemmer ersetzt. Bei manchen Patieneen läßt sich der akute Gichtanfall aber nur durch die Gabe von Colchicin beherrschen.

Eine wichtige Rolle spielt das Colchicin bei einer ganz anderen Erkrankung, nämlich dem familiären Mittelmeerfieber. Es dient dabei als Vorbeugung von den wiederkehrenden Attacken dieser Erkrankung ("Anfallsprophylaxe"). Durch langjährige Verlaufsuntersuchungen von sehr großen Patientenzahlen mit familiärem Mittelmeerfieber konnte darüber hinaus gezeigt werden, daß durch die regelmäßige Colchicineinnahme bei Patienten mit familiärem Mittelmeerfieber das Risiko der früher stark gefürchteten Amyloidose mit Nierenbeteiligung und deutlicher Lebensverkürzung erheblich vermindert werden kann.

Autor: Priv. Doz. Dr. med H.E. Langer
Stand: 21.11.2006

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