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Biologische TherapienUnter einer biologischen Therapie versteht man eine Behandlung, die durch biotechnologisch hergestellte Medikamente auf eine „biologische“ Weise, d.h. durch einen gezielten Eingriff in körpereigene Funktionen und Mechanismen, das weitere Fortschreiten und die Ausbreitung von krankhaften Vorgängen im Körper verhindert. Biologische Medikamente (besser: biotechnologisch hergestellte Medikamente) sind Arzneimittel aus einer ganz anderen Medikamentenklasse. Diese Medikamentenklasse der biologicals unterscheidet sich vollkommen von allen in der Rheumatologie zum Einsatz kommenden Therapieformen. Es handelt sich dabei um Substanzen, die mit modernster Biotechnologie unter sehr hohem technischem Aufwand und unter Einsatz aufwendigster Entwicklungs- und Fertigungsmethoden hergestellt werden. Möglich wurde die biologische Therapie durch die rasanten Fortschritte in der Molekularbiologie und die neuen Herstellungsverfahren bei der Medikamentenproduktion. Ihre Bezeichnung haben biologische Therapien daher, daß sie gezielt in körpereigene Vorgänge eingreifen und durch das Arzneimittel biologische Mechanismen der Krankheitsentstehung und der Krankheitsausbreitung spezifisch beeinflussen. Biologische Therapien richten sich beispielsweise bei der rheumatoiden Arthritis darauf, die Entzündung durch den gezielten Eingriff in die Regulation immunologischer Reaktionen zu bekämpfen bzw. zu beenden. Sehr bedeutsam ist dabei eine Beeinflussung der sogenannten Zytokine, d.h. einer Art Botenstoffe, die beim Informationsaustausch von Zellen des Immunsystems eine besondere Rolle spielen. Ein möglicher Weg ist dabei die medikamentöse Verabreichung von Substanzen, die in ihrer Zusammensetzung natürlichen Entzündungshemmern entsprechen, z.B. biotechnologisch hergestellte Kopien von körpereigenen entzündungshemmenden Stoffen. Ein anderer Weg ist die Herstellung von Medikamenten, die gezielt körpereigene Entzündungsstoffe ausschalten. Ein typisches Beispiel für diesen Wirkmechanismus sind Arzneimittel, die den körpereigenen, entzündungsauslösenden und entzündungsfördernden Botenstoff TNF-alpha blockieren und damit das weitere Fortschreiten und die Ausbreitung einer rheumatischen Entzündung hemmen. Biologische Medikamente, die in der Rheumatologie eingesetzt werden, sind in erster Linie die TNF-alpha-Blocker (Adalimumab, Handelsname z.B. Humira, Etanercept, Handelsname z.B. Enbrel, Infliximab, Handelsname z.B. Remicade) und der IL-1-Blocker Anakinra (Handelsname z.B. Kineret). In Deutschland sind diese Präparate für die aufgelisteten Anwendungen zugelassen (in alphabetischer Reihenfolge):
(Detaillierte Informationen zu den einzelnen Substanzen finden sich unter den entsprechenden Stichworten) Autor: Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, Stephanie Langer |
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