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  1. #1
    Sabine
    Gast

    Behindertenausweis,Rente

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    Ich hätte gerne gewußt wieviel % ich bekomme wenn ich einen Antrag stelle mit der Diagnose Polyarthritis. Wie sieht es mit der Berufswahl aus? Werde ich mit der Diagnose "ausrangiert" und muß Rente beantragen?

  2. #2
    Heidi
    Gast

    Re: Behindertenausweis,Rente

    Hallo Sabine...
    Mit der Rente ist so eine Sache, an andére Leuten Geld zu kommen ist sehr schwer, es sei denn, Deine Erkrankung ist so weit fortgeschritten, dass es die Erwerbsminderungsrente rechtfertigt. Es kommt auf ein Versuch an.
    Ein Behindertenausweis gibt es ab einem Grad der Behinderung (GDB), wenn ein ablehnender Bescheid vom Versorgungsamt kommt, lege einen Widerspruch ein, oder sofort ein Änderungsantrag stellen!
    Sehe zu, dass Du außer der Krankheit, besonders die Nebenwirkungen, Einschränkungen, usw. hervorhebst, denn darauf gibt es mehr GDB als auf die eigendliche Erkrankung, (z.B. Magenprobleme, starke Schmerzen, Depressionen, Kopfschmerzen, Bewegungseinschränkungen, usw.).
    Beantrage auch als Merkzeichen das (G) im Ausweis, dann kannst Du für 120,00 DM im Jahr mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, oder die KFZ Steuer ist nur halb so hoch wie normal!
    Viel Glück

    mfg
    heidi

  3. #3
    kukana
    Gast

    Re: Behindertenausweis,Rente

    hallo sabine,
    den ausweis kannst du beim versorgungsamt beantragen. wenn du alle befunde beilegst, von aerzten, reha, krankenhaus etc. und zusaetzlich ein anschreiben machst mit einer liste der behinderungen im alltag dann kannst du mit ca. 50 % rechnen bei einer cP. zusaetzlich wuerde ich an deiners stelle mitglied werden im VDK. im falle eines ablehnenden bescheides hast du da professionelle hilfe.
    mit rente sieht es immer schlechter aus. dein alter spielt eine rolle, die stunden die du noch in - irgendeinem - job machen kannst. wieviele jahre hast du eingezahlt, bin nicht so sicher ob das auch fuer die hoehe der rente mit rechnet? kommst du mit der summe dann zurecht oder musst du zum sozialfall werden? frag beim bfa bzw. beim renten berater nach. ein kollege hat fast vier jahre prozesse hinter sich! die wollten ihn mit 58 jahren noch umschulen! aber nun gab es zumindest einen vergleich.
    viel erfolg und alles gute mit der cP.
    susanne

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  5. #4
    Sonja
    Gast

    Re: Behindertenausweis,Rente

    Hallo!
    Habe auch cP, und einen Grad vo 50% bekommen, habe dabei aber auch jeden Fitzel an Attesten mit ans versorgungsamt geschickt.
    Ausserdem habe ich alles an Gelenken aufgeschrieben, die auch nur ansatzweise schmerzen. Was bei mir noch eine Rolle gespielt hat, war mein versteiftes Handgelenk.

    Wünsch dir viel Glück...
    Sonja

  6. #5
    Nicole
    Gast

    Re: Behindertenausweis,Rente

    Bei der Antragstellung sollte man alle Arztberichte und Krankenhausunterlagen beifügen, die dem Hausarzt vorliegen. Das Versorgungsamt hat nur ein geringes Budget, um selber alles anzufordern. Außerdem sollte man auf einem Blatt Angaben zu den einzelnen Beschwerden und Krankheitsbildern machen und die damit verbundenen persönlichen Folgen und Einschränkungen aufzählen. Nur alleine mit der Diagnose Polyarthritis kann der Gutachter dich nicht richtig einstufen: wichtige Hinweise für die Einstufung sind z.B. die Belastbarkeit, Einschränkungen bei der körperlichen Pflege oder Verrichtungen im Alltag / Haushalt. Wenn du häufiger Schmerzen hast, solltest du einer schriftlichen Schilderung viel Zeit widmen. Eine Gliederung könnte so aussehen:

    1. Diagnose
    a. wie äußern sich die Beschwerden
    b. Häufigkeit der Beschwerden
    c. Begleiterscheinungen
    d. Folgen / Einschränkungen

    am Beispiel:

    1. Ständiges Gefühl der Übermüdung
    a. müde, matt, abgeschlagen
    b. vormittags, mittags, nachmittags
    c. Schwächegefühl, rasche Ermüdbarkeit
    d. absolute Leistugnsinsuffizienz

    Ich hatte meinem Verschlimmerungsantrag 4 Seiten mit ausführlicher Schilderung beigefügt und aufgrund meiner Diagnosen 70% (Mischkollagenose) bekommen.

    Bekommst du in einem bestehenden Arbeitsverhältnis einen Schwerbehindertenausweis, entstehen einige Vorteile für dich:
    1. Kündigungsschutz: Die Kündigung eines Schwerbehinderten, dessen Arbeitsverhältnis wenigstens 6 Monate besteht, bedarf der vorherigen Zustimmung der Hauptfürsorgestelle.

    2. Zusatzurlaub: Schwerbehinderte haben auch Anspruch auf einen bezahlten zusätzlichen Urlaub von 5 Arbeitstagen im Urlaubsjahr

    3. Mehrarbeit: S. sind auf ihr Verlangen von Mehrarbeit freizustellen

    4. Behinderten-Pauschbeträge : Das zu versteuernde Einkommen reduziert sich je nach GdB.
    Z.B. bei 25-30% = um 600,-, bei 35-40% = um 840,-, bei 45-50% = um 1110,-, bei 55-60% = um 1410,-, 65-70% = 1740,-, 75-80% = 2070,-, 85-90 % =2400,-, 95-100% = 2760,-.

    5. Haushaltshilfe-Pauschbeträge:
    1.200 DM, wenn die Hilfe im Haushalt wegen Krankheit einer Person des Haushaltes erforderlich ist
    1.800 DM, wenn eine Person im Haushalt schwerbehindert ist.

    Bist du allerdings derzeit auf Arbeitssuche, kann sich ein Schwerbehindertenausweis negativ auswirken, da du seine Existenz angeben mußt.

    Bezüglich der Frage, ob dir eine Rente überhaupt zusteht, kann ich Dir mitteilen, dass es natürlich von Deinem Krankheitsbild, Deinen Blutwerten und Beschwerden abhängig ist. Erwerbsunfähigkeit setzt nämlich eine so weitgehende Leistungsminderung voraus, dass der Versicherte eine Erwerbstätigkeit nicht mehr regelmäßig oder nicht mehr wirtschaftlich sinnvoll zukünftig ausüben kann (soweit der Wortlaut der BfA bei meinem Rentenerstantrag im Frühjahr 1995).

    Erwerbsunfähigkeitsrente bekommt man als Angestellter nur dann, wenn man auch die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt hast (allgemeine Wartezeit von 5 Jahren, Beitrags- und Ersatzzeiten werden angerechnet.).

    Laß dich doch einfach mal von einer qualifizierten Person beraten! Als guten Rentenberater kann ich Dir die Kanzlei von Prof. Plagemann in Frankfurt / Main, Myliusstr., empfehlen. Eine Beratung kostet mindestens 120 DM.

    Wichtig ist natürlich bei der Rentenantragstellung, dass Du Ärzte hast (Hausarzt, Rheumatologe, Orthopäde, usw.), die Deine Diagnosen und Beschwerden in einem Attest entsprechend darlegen und bestätigen können. Außerdem sollten sie Deine Rentenantragstellung aus ärztlicher Sicht befürworten, sonst stehst Du auf verlorenem Posten.

    Dem Rentenantrag beifügen solltest du eine persönliche Aufstellung, in der du erklärst, welche der von deinem Arzt genannten Diagnosen bei dir mit welchen Beschwerden einhergehen. So kann der BfA-Sachbearbeiter besser deine Einschränkungen abschätzen.

    Der vdk hat mich damals schwer im Stich gelassen: sie hatten in meiner Gegenwart den Widerspruch für die BfA diktiert, bei mir kam niemals eine Kopie des Schreibens an, die BfA hatte auch kein Original erhalten... Daraufhin habe ich gekündigt.

  7. #6
    sabine
    Gast

    Re: Behindertenausweis,Rente

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    Hallo, ich freue mich sehr über die umfassende Antwort. Ja, es ist schon wahr, ich muß an jedes kleine "Aua" denken und da kommt einiges zusammen.Vielen Dank!

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