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Thema: Sinnfindung

  1. #1
    Ilona M. Hilliges
    Gast

    Sinnfindung

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    Seitdem ich selbst an Rheuma erkrankt bin, hat sich mein Leben sehr verändert. Wie ist es bei Euch? Hat sich das Leben so verändert, dass ihr einen anderen Lebenssinn durch die Krankheit gefunden habt? Kämpft ihr noch immer gegen die Erkrankung an, oder versucht ihr mit der Krankheit zu leben? Konnter ihr eure Familie ins Geschehen mit einbinden, oder habt ihr dadurch euren Partner verloren? Wie gehen Kinder und Familie mit erkrankten Angehörigen um? Viele Fragen, aber ich glaube sie betreffen alle chronisch Erkrankten gleichermaßen.
    Ilona Maria

  2. #2
    Nutella
    Gast

    Re: Sinnfindung

    Hallo I-M,

    natürlich hat sich bei mir das leben geändert, ich habe meine lebensweise so umgestellt, das ich gut lebe trotz Krankheit.
    Meine Arztbesuche, alle 6 Wochen; finden in der nächstgrößeren Stadt statt. und anschliesend gehe ich bummeln. Ist eine abwechslung zu meinen üblichen Tagesablauf.

    Einen anderen Lebenssinn??? kann ich nicht sagen, oder doch??
    ich glaube schon. früher, als ich noch zur schule ging (ca. 8 Jahre) wollte ich immer Krankenschwester werden und den kranken helfen. mittlerweile bin ich froh das ich ohne fremde hilfe auskomme.

    Ich musste leider meinen Freund mit ins geschehen einbinden, da ich durch eine Nervenentzung für ein paar wochen im Rollstuhl gewesen und da musste er mir dann sehr stark helfen. und er ist auch der, der mich morgens weckt, damit ich mein Cortison nehme.
    und er muss mir auch immernoch im haushalt helfen, weil ich noch nicht alles kann oder will.

    und wie sie mit kranken umgehen. ich habe es ihnen gesagt, das ich ganz normal behandelt werden will und sie akzeptieren es. sie schauen zwar schon mal dumm, wenn mir mein Freund die schuhe bindet, weil das mit dem hinknieen und in die hocke gehen noch nicht so gut klappt, aber ich arbeite daran.

    schmerzfrreie zeit
    gruss
    Natascha

  3. #3
    Monika
    Gast

    Re: Sinnfindung

    Hallo Ilona,

    ich möchte versuchen Deine Fragen zu beantworten.

    Ja, mein Leben hat sich durch meine Krankheit sehr verändert. Ich wurde während meiner Fortbildung krank. Habe diese dann noch beendet und bis heute in meinem Beruf gearbeitet. Aber momentan geht es mir so schlecht das ich schön öfter daran gedacht habe Erwerbsunfähiglkeitsrente zu beantragen. Da ich zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt das erste Mal so lange krank war wird es mit Sicherheit sehr schwierig.
    Gegen die Krankheit ankämpfen oder mit ihr leben kann man nicht so einfach trennen. Du versuchst doch täglich dagegen anzukämpfen aber du mußt auch gleichzeitig mit ihr leben. Das kannst Du nicht trennen.
    Ohne meine Familie hätte ich es nicht geschafft. Ich bin 45 J. alt und seit fast 25 J. verheiratet wir haben 4 Söhne im Alter von 11 - 23 J. Seit Jahren nimmt mein Mann mir schon die schweren Arbeiten ab. Er geht einkaufen und hat auch zum Teil das Kochen übernommen. Seitdem mein Mann im Vorruhestand ist hat er den kompletten Haushalt übernommen. Er macht einfach alles. Das geht über einkaufen bis hin zum Flur putzen. Es interessiert ihn überhaupt nicht wenn dort schon mal dumme Bemerkungen fallen.
    Am meisten leidet unser jüngster Sohn unter meiner Krankheit. In der Schule fängt er an zu weinen weil er Angst hat das seine Mama stirbt. Das sind dann auch für mich sehr belastende Situationen. Aber ich habe mit ihm darüber gesprochen und versucht ihm zu erklären das seine Mama zwar krank ist aber daran nicht sterben wird.
    Ilona ich habe bis heute meine Krankheit nicht akzeptieren können. Sie ist für mich sehr belastend. Ständig kommt etwas neues hinzu. Ich weiß das ich nie mehr gesund werde und muß lernen dies auch zu akzeptieren. Ich kann es noch nicht 100 %ig. Auch nicht nach 3 Jahren.
    Z. Zt. mache ich eine Psychotherapie wegen Krankheitsbewältigung. Es hilft schon auch mal über Gefühle zu reden über die ich zuhause niemals sprechen würde.

    Ilona ich wünsche Dir alles Gute und die Kraft die Du jetzt brauchst.

    Gruß Monika

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  5. #4
    danny
    Gast

    Re: Sinnfindung

    hallo ilona!

    ich glaube, niemand mit rheuma oder generell einer chronischen krankheit wird dies je 100% akzeptieren können. aber man muss damit leben, ob man nun will oder nicht.

    es ist ganz wichtig, dass man ein angenehmes umfeld hat. wie du ja sicher auch schon mitbekommen hast, dauert es seine zeit, bis die mitmenschen erkannt haben, dass man nicht simuliert, sondern dass es einem manchmal sehr dreckig geht!!

    ich hatte die ersten zwei jahre einen absoluten konflikt mit mir. ich wollte einfach nicht einsehen, dass ich krank bin. ich habe meine tabletten (basismedi und auch cortison) einfach von selbst abgesetzt. irgendwann kam dann der mega-schub, und mein arzt und mein freund haben mich ordentlich in die mangel genommen. der doc hat mir ganz knallhart ins gesicht gesagt, was sache ist, er hat mir erklärt, was alles passieren kann, wenn man die medis nicht nimmt. und sein schlußsatz war: sterben müssen wir alle mal, und wenn sie dann halt etwas mehr vollgepumpt mit chemie sind, da machen sie sich im sarg auch keine gedanken mehr drum. aber mit medis haben sie wenigstens die möglichkeit, länger "unbeschwerter" zu leben.
    ich habe danach ziemlich geheult, aber im nachhinein denke ich, dass dieses gespräch seine wirkung hatte.

    ich hab natürlich immer noch tage, an denen ich völlig down bin, weil ich mit freunden nicht mithalten kann (sport, ewig lang in der stadt bummeln usw.), aber ich versuch mir immer einzureden, dass es schlimmere krankheiten gibt. mein freund hilft mir auch sehr, was ich ihm ewig danken werde.

    diese internet seite hat mir noch mehr geholfen, denn hier wird man auch super aufgebaut. man kann mit leuten über seine probleme reden, ohne angst haben zu müssen, dass man entweder ein tiefes mitleid erweckt oder als simulant abgestempelt zu werden.

    man sollte halt einfach die "schubfreien" tage mehr geniessen, viel reden, und wenn man einen durchhänger hat, soll man sich auch ruhig den frust von der seele heulen -> das hilft fast immer.

    ich weiss nicht, ob ich deine frage nun wirklich beantwortet hab, aber ich wünsch dir trotzallem eine schmerzfreie zeit.

    lg
    danny

  6. #5
    Jutta Norden
    Gast

    Re: Sinnfindung

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    Sinnfindung!!??!!

    Hallo Ilona, ich kann leider keinen Sinn in der Erkrankung finden.

    Wenn ich mich frage "warum ich" dann schüttel ich den Kopf.
    Die Erkrankung nahm mir meine Arbeit so das ich nun zu Hause bin und meine Nachbarin lult mich voll wie Toll es ist zu Arbeiten und eigenes Geld zu haben (blöde Kuh, die) Aber eins weis ich "ich bin Stark, sehr Stark sogar" Das ich nicht aufgegeben habe, meine Eigene Persönlichkeit zu verlieren.

    Ja, ich gehe einen anderen weg als ich Ihn mir vorgestellt habe.
    Aber ich werde Ihn mir so gestalten wie ich Ihn schön finde.

    Auch ich wünsche Dir alles gute Ilona
    Gruß Jutta

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