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  1. #1
    Kalip
    Gast

    Arthroskopie des rechten Knies - ein Arzt hat (in meinen Augen) gepfuscht

    Ich habe am Montag einen Termin zur Arthroskopie des rechten Knies. Das ist dann mittlerweile meine dritte am gleichen Knie. Zwischendurch hatte ich auch einige Punktionen, weil mein Knie immer wieder dick wurde. Im letzten Jahr im Mai war ich zur Punktion bei einem Arzt, der unsauber gearbeitet hat. Dadurch habe ich eine Infektion mit Kokken im Knie bekommen. Dies wurde bei einer Punktion, die eine Woche später durchgeführt wurde, festgestellt. Natürlich war ich dafür bei einem anderen Arzt. Der hatte große Bedenken, als er mein Knie sah und liess sich unterschreiben, daß er für die Infektion nicht verantwortlich sei. Er hat zwar einiges an Punktat entfernt, mein Knie war aber nach wie vor entzündet. Auch Antibiotika hat nicht geholfen. Nachdem ich dann ein halbes Jahr mit dem entzündeten Knie durch die Gegend gelaufen bin, hat er einen guten (und wirklich fähigen) Kollegen im Krankenhaus gebeten, mich doch zu operieren. Das ist dann auch passiert mit Entfernung der Innenhaut und einigen anderen Baustellen.
    Nun war ich letzte Woche zum MRT und es wurde festgestellt, daß sich der Gelenkspalt teilweise ganz geschlossen hat und im Oberschenkelknochen so etwas wie eine "Höhle" gebildet hat. Da ich zwei Jahre zuvor schon einmal zum MRT war (vor der verhängnivollen Punktion), hat der Arzt, der befundet hat, sich diese Bilder zum Vergleich geholt und mir gesagt, daß er noch nie gesehen hätte, daß sich etwas in zwei Jahren so verschlechtert hat. Eigentlich wäre das ein Fall für eine TEP - aber weil der Arzt befürchtet, daß evtl. noch Kokken im Knie sind, möchte er erst mal bei einer Arthroskopie Proben entnehmen.
    Nun bin ich am überlegen, ob ich den ersten Arzt verklagen soll - ich habe schon mit jemandem gesprochen, der mir auch dazu geraten hat. Aber vielleicht gibt es noch andere, die damit Erfahrung haben? Da ich keine Rechtsschutzversicherung habe, müsste ich erst mal selbst alles bezahlen.
    Ich wäre froh über Eure Erfahrungen und Ratschläge - vielen Dank schon einmal im Voraus.
    Euch allen einen schmerzfreien Tag

  2. #2
    PsA
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    1.921
    Hallo Kalip!
    Nun bin ich am überlegen, ob ich den ersten Arzt verklagen soll - ich habe schon mit jemandem gesprochen, der mir auch dazu geraten hat. Aber vielleicht gibt es noch andere, die damit Erfahrung haben? Da ich keine Rechtsschutzversicherung habe, müsste ich erst mal selbst alles bezahlen.
    Hast Du vor der Punktion eine Einverständniserklärung unterschrieben, wo drin stand, daß es zu Infektionen kommen kann?

    Falls ja, weiß ich nicht, ob Du das erfolgreich sein wirst.
    Wenn, dann solltest Du dir einen Fachanwalt für Medizinrecht suchen und mit ihm zusammen überlegen, ob es Sinn macht oder nicht, dabei muß vorallem über die Kosten gesprochen werden, die da u.U. auf dich zukommen, wenn Du keinen Erfolg hast, also Kosten, neben deinen eigenen Anwaltskosten.

    Im KH unterschreibst Du vor jeder OP eine Einverständniserklärung, wo Infektion als mögliches Risiko mit aufgeführt wird.
    Wie kommst Du darauf, daß der Arzt unsauber gearbeitet hat?

    Wurde nicht desinfiziert, keine Handschuhe getragen? oder wie kommst Du zu dieser Aussage?

  3. #3
    Kalip
    Gast

    Danke für deine Antwort

    Hallo,

    Du hast recht - ich hätte etwas genauer erklären sollen, wie der Arzt gearbeitet hat. Also : An diesem Tag war totales Chaos in der Praxis, weil dort normalerweise zwei Ärzte arbeiten. Derjenige, zu dem ich wollte, war aber krank und so hat sein Kollege mich behandelt. Ich habe im Vorfeld nichts unterschrieben, in einem "normalen" Behandlungszimmer gelegen, auf einer Bahre, auf dem ein Papierhandtuch aus dem Spender als Unterlage lag und sonst nichts. Es kam zwar Desinfektionsspray auf das Knie; aber weder der Arzt noch seine Assistentin haben Handschuhe oder einen Mundschutz getragen. Während der Punktion hat der Arzt noch seine Assistentin angemeckert. Es gab kein steriles Tuch auf meinem Knie - nichts. Eigentlich hätte ich ihn gar nicht dranlassen sollen - aber ich hatte Schmerzen und drei Stunden gewartet. Ich kannte es von vorherigen Punktionen, daß ich danach Erleichterung hatte. Dieses Mal war das nicht so. Ach ja - das Punktat war zu diesem Zeitpunkt noch klar. Eine Woche später beim anderen Arzt war es total trüb und mit Blutfäden durchzogen und der Arzt hat richtig gezuckt, als er das gesehen hat und sofort eine Untersuchung veranlasst. Dabei wurden die Kokken festgestellt.

    Falls ich noch etwas vergessen haben sollte oder es Fragen gibt - bitte meldet Euch.

    Vielen Dank.

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  5. #4
    Registrierter Benutzer Avatar von saurier
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    Beitrag Arthroskopie des rechten Knies - ein Arzt hat (in meinen Augen) gepfuscht

    @hallo kalip

    da hat dein knie schon einiges mitgemacht, im laufe der jahre!

    jeder eingriff und jede punktion ist gift für das knie und seinen strukturen.

    eine "infektion" ist eine heikle angelegenheit, und @josie hat dazu bereits gefragt.
    das hätte ich jetzt auch getan.


    [QUOTE]Zwischendurch hatte ich auch einige Punktionen, weil mein Knie immer wieder
    dick wurde. Im letzten Jahr im Mai war ich zur Punktion bei einem Arzt, der unsauber
    gearbeitet hat
    ./QUOTE]

    ich stelle mal ein paar fragen, die die gegenseite garantiert genauso
    stellen würde

    für die behandlung am knie wurdest du aufgeklärt? gibt es dafür
    einen bogen? wenn ja, was stand damals drin?

    woher weisst du und hast du den beweis, dass beim ersten doc die
    infektion
    im knie durch diesen doc hervorgerufen wurde?

    woher weisst du, dass nicht schon vorher keime im knie waren?

    weiter wäre zu bedenken, was die gegenseite auch wissen will:
    (z.bsp.)
    welche erkrankungen hast du?
    führen diese eventuell zu schädigungen an den knochen, gewebe
    etc....
    hast du in der zwischenzeit eine sportart ausgeübt, wo dein knie
    einer belastung unterlag.
    ...

    das sind nur einzelne punkte, aus einem rattenschwanz der mit einem solchen
    verfahren entsteht.

    du bist in der beweispflicht!


    die verschlechterung des knies kann x ursachen haben und eine schmälerung
    des gelenkspaltes hat ebenso gründe deren folge zerstörung von knorpel und
    und knochen bedeutet. das kann genauso gut durch fehlbelastungen als auch
    fehlhaltungen entstehen.

    die kosten eines solchen rechtsstreites sind erheblich! jedes gutachten, jeden
    handschlag deines anwaltes musst du bezahlen! genauso alle untersuchungen,
    gerichtskosten etc...
    für einen solchen prozess musst du ein dickes fell besitzen und verdammt viel
    geduld mit bringen. es wird kein spaziergang!

    saurier
    Zitat"nur mit dem Herzen sieht man gut"
    aus "Der kleine Prinz"
    meine krankenvita: saurier
    hier wohnt der liebe dino:
    http://www.rheuma-online.de/phorum/v...?do=addelement

  6. #5
    Kalip
    Gast

    Hallo Saurier

    vielen Dank für Deine Antwort und die Fragen, die Du darin stellst. Die meisten habe ich schon beantwortet - das hat sich sicher überschnitten!

    Was noch fehlt ist die Antwort auf die Frage - woher weißt Du, das nicht schon vorher Kokken im Knie waren? Tja - soweit ich weiß, wird bei jeder Punktion etwas vom Punktat zur Untersuchung eingeschickt. Leider habe ich von Arzt Eins kein Ergebnis - aber zum Zeitpunkt seiner Entnahme war das Punktat wie gesagt klar, so wie ich es aus vorherigen Punktionen kannte. Und eine Woche später halt total trüb und mit Blutschlieren durchzogen - wirklich schlimm. Auch hat sich in dieser Woche das Knie total heiß angefühlt und rot ausgesehen.

    Tja - Krankheiten - ich habe Rheuma, Arthrose, sekundäre Fibro, Chronische Gastritis, Bluthochdruck, Diabetes Insipidus.

    Und deshalb habe ich bisher auch noch nichts unternommen - wenn die Kosten zu hoch sind, kann ich mir das nicht leisten

    Liebe Grüße

  7. #6
    Registrierter Benutzer Avatar von saurier
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    2.803

    Beitrag Arthroskopie des rechten Knies - ein Arzt hat (in meinen Augen) gepfuscht

    @hallo kalip,

    danke...
    nein du solltest die fragen darin nicht beantworten, sondern die
    kommen auf dich daruf zu.

    ein klares punktat sagt noch nichts aus, erst eine untersuchung.
    hier muss also geprüft werden ob es untersuchungen gab....

    sauri
    Geändert von saurier (23.10.2013 um 17:20 Uhr)
    Zitat"nur mit dem Herzen sieht man gut"
    aus "Der kleine Prinz"
    meine krankenvita: saurier
    hier wohnt der liebe dino:
    http://www.rheuma-online.de/phorum/v...?do=addelement

  8. #7
    nobody is perfect ;) Avatar von Marie2
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    hallo kalip,

    wenn du die vermutung hast, dass ein ärztlicher fehler vorliegt,
    dann wende dich bitte an deine krankenkasse, die ist verpflichtet dir
    zu helfen, siehe link....

    http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__66.html

    die kk wird dich sicher auch auf schlichtungsstellen hinweisen.
    bei meiner verkorksten knieop war die kk sehr hilfreich und freundlich!

    und hier kannst du das genau nachlesen ........
    § 630 h BGB: Beweislast bei der Haftung für Behandlungs- und Aufklärungsfehler
    das patienten-rechte-gesetz-2013
    http://www.patienten-rechte-gesetz.d...ngsfehler.html

    Patientenrechte - Behandlungsfehler
    (die seite des bundesministeriums für gesundheit)
    http://www.bmg.bund.de/praevention/p...ngsfehler.html

    die beweispflicht wurde wohl zu teilen geändert!
    siehe obigen link, auszug...
    Im Patientenrechtegesetz ist festgelegt, dass der Behandelnde unter bestimmten Voraussetzungen verpflichtet ist, eigene Fehler zuzugeben und Fehler anderer Betroffener offenzulegen.

    lieben gruss marie
    internette grüße
    .meine vita---> guckst du hier



  9. #8
    Frau Meier
    Gast
    @Marie2

    schlichtungsstellen
    Das ist ein wichtiger und richtiger Hinweis!


    @Kalip

    Du bekommst PN

  10. #9
    anurju Avatar von anurju
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    Hallo Kalip,

    ich möchte gerne einige Erfahrungen ergänzen, die ich mit "Knie-Murks" gemacht habe...
    Mir hat man versehentlich beim Anfräsen der Kniescheibe (im Rahmen einer Kreuzband-OP) einen Längsbruch derselben zugefügt. Leider hat dies weder der Operateur noch der nachbehandelnde Assistenzarzt bemerkt. Ich ging 8 Monate durch die Schmerzhölle und wurde immer nur mit neuen Schmerzmitteln abgespeist.
    Bis das Knie so geschwollen war, dass es fast aussah als würde es platzen und ich darauf bestand, den Operateur und nicht den unsicheren Assistenzarzt zu konsultieren.
    Dieser schlug dann die Hände über dem Kopf zusammen, das MRT zeigte dann auch den Bruch - aber ab dem Moment wurden Daten verfälscht, Befunde "verschwanden", Bilder des MRTs (aus der gleichen Klinik) waren plötzlich nur noch teilweise verfügbar. Sein Statement: das ist eben das normale Operationsrisiko... und ich wäre zu leidensfähig und hätte das nicht so lange aushalten dürfen (ach ne...).
    Das zum Thema Beweispflicht... Ich wollte garnicht dagegen angehen (dazu hatte ich gar keine Kraft übrig) - aber ich war über dieses Verhalten absolut schockiert. Und es hat ein großes Stück Vertrauen in Ärzte gekostet. Das verschenke ich seither nicht mehr schnell (wie früher) sondern bin sehr vorsichtig geworden...

    Weil ich in den 8 Monaten auch nachhaltige Schäden erlitten habe und der Bruch (weil unerkannt und nicht entsprechend therapiert) schlecht und mit Stufe verheilt ist (das Knie zerlegt sich also mit der Zeit...) war ich bei einem absoluten Kniespezialisten in Heidelberg.
    Er war total entsetzt sowohl von der Geschichte als auch vom Zustand meines Knie - aber: schriftlich will er keine Stellung beziehen - "man kennt sich unter den Operateuren"... Auch mein behandelnder Orthopäde hat mir mündlich viel gesagt, wäre aber für einen Prozess vermutlich nicht unbedingt zu haben, weil er eng mit der entsprechenden Klinik zusammen arbeitet.
    Mein Operateur ist in der Region und über diese hinaus sehr bekannt - insofern wird es wohl nicht leicht, jemanden zu finden, der "gegen ihn agiert".

    Eine befreundete Richterin, mit der ich den Fall besprochen hatte, sagte zu mir: "Wie groß ist deine Wut? - die muss groß sein, denn der Weg um zu deinem Recht zu kommen wird hart, teuer und beschwerlich" - will heißen: gegenerische Gutachter, die konsultiert werden müssen, aber nicht immer "neutral urteilen" - Beweissicherung, die kaum möglich ist - das "normale" OP-Risiko, das ich in meinem Fall auch unterschrieben habe.
    Die Nachbehandlung war absolut fehlerhaft - aber kann ich beweisen, wie oft ich um Hilfe bat und keine bekam? Ohne die Unterlagen der Klinik wohl kaum und die können problemlos verändert oder lückenhaft zur Verfügung gestellt werden.

    Ich habe für mich entschieden, dass meine Wut nicht groß genug ist - mein "Vor-OP-Knie" bekomme ich nicht mehr... bei meinem letzten Gespräch mit dem Operateur sagte er zu mir: "Sie müssen die OP als schicksalhaftes Ereignis betrachten" - mir fiel es schwer, nicht darauf zu antworten: "bei dem Sie die Hände ordentlich im Spiel hatten..." - in der Zeit war ich viel zu erschöpft von den Schmerzen und Therapien (da ich auch noch eine Arthrofibrose als Folge der OP hatte...) um mich entsprechend zu wehren. Ich habe seinen Augen angesehen, dass es ihm leid tut, dass er aber alles tun wird, um seinen Ruf zu schützen und bestmöglich aus der Geschichte rauszukommen. Ich verstehe das zwar nicht, weil für irgendetwas gibt es ja Versicherungen und Fehler kann halt jeder machen - aber ich habe - so blöd das klingt - damit nach den Jahren "Frieden geschlossen".
    Das kann aber nur jeder für sich entscheiden...
    Vielleicht war für mich auch der Auslöser für mein "Abhaken", dass eine Mitpatientin in der Reha sehr viel schlimmer betroffen war (25 Jahre alt - Infektion nach Arthroskopie) - bei ihr hatte der Arzt wochenlang die Infektion übersehen, keine entsprechenden Maßnahmen eingeleitet und nun kann sie nur noch an Gehstützen gehen, hat einen minimalen Bewegungsradius. Sie ist selber Jurastudentin, hat wohl sehr guten Rechtsbeistand, hat aber nichts beim Prozess erreicht - noch nicht mal ein Schmerzensgeld. Obwohl hier nachweislich (sie hatte die Befunde) geschlampt wurde...
    Sicher ist das ein Einzelfall und viele andere kommen zu ihrem Recht - ich ganz persönlich wollte diesen Kampf aber nicht aufnehmen und hoffe, ich bereue es nicht irgendwann.

    Ich weiß und spüre, dass der Arzt (trotz seines "strategischen" Verhaltens) aus meinen "Fall" gelernt hat. Das wird ihm so vermutlich nicht nochmal passieren bzw. sein Assistenzarzt wird vermutlich sensibilisiert worden sein (nicht immer läuft alles glatt...).
    Das hilft mir nicht - aber ist ein kleiner Trost.

    Ups - jetzt wurde es doch ein Roman. Falls du kämpfen willst (was sicher gut wäre), wünsche ich dir viel Kraft, Durchhaltevermögen und Erfolg.
    Wäre schön, wenn du von deinen Erfahrungen berichten würdest.

    Liebe Grüße von anurju
    Geändert von anurju (23.10.2013 um 22:59 Uhr) Grund: Rechtschreibfehler...
    Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab !

  11. #10
    PsA
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    1.921
    Hallo!
    Gleich vorneweg, ich habe keine persönliche Erfahrung mit Schlichtungsstellen gemacht, aber ich habe schon darüber gelesen, daß Schlichtungsstellen und Gutachterkommissionen von den Ärztekammern und von den Berufshaftpflichtversicherungen der Ärzte und damit von den Gegnern der Patienten finanziert werden. Deshalb weisen die Schlichtungsstellen und Gutachterkommissionen die Patientenanliegen sehr häufig ab.
    Stimmt das, weiß darüber jemand was?

  12. #11
    Frau Meier
    Gast
    @josie16

    Das kann ich so nicht bestätigen; ich habe eine Zeit lang dienstlich bedingt Zugang zu (zugegeben einzelnen) Verläufen diverser Eingaben bei der Schlichtungsstelle der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz gehabt.

    Alle Fälle werden nach meinem Eindruck detailliert aufgearbeitet und gutachterlich bewertet. Mir schien das in den besagten Fällen sachlich und nicht voreingenommen zu sein. Es gab Fälle, in denen die Beschwerde als nicht berechtigt beurteilt wurde, und es gab Fälle, in denen dem jeweiligen Arzt klar die Verantwortung zugewiesen wurde. Am Ende des Prozesses steht immer die Annahme (oder eben nicht) des Schlichterspruchs durch die gegnerischen Parteien. Der Klageweg bleibt danach immer noch, soweit ich weiß. Sinn der Schlichtungsstelle ist, im Vorfeld nach außergerichtlichen Lösungen (im Sinne einer einvernehmlich akzeptablen Klärung der Fakten im Kontext der als richtig oder falsch empfundenen/erlebten Vorgänge) zu suchen.

    Ärztekammern sind übrigens meines Erachtens nicht per se gleichzusetzen mit "Gegnern der Patienten" - vielleicht im Gegensatz zu Versicherungen.
    Es geht ja auch um Qualitätssicherung, Weiterbildungsinteressen und Ähnliches.
    Aber ich möchte hier nicht weiter von Kalips Thema abweichen.

    Ich persönlich würde mich vermutlich zunächst an eine Schlichtungsstelle wenden, wenn es mich beträfe.

  13. #12
    PsA
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    1.921
    Hallo Fr. Meier!
    Ärztekammern sind übrigens meines Erachtens nicht per se gleichzusetzen mit "Gegnern der Patienten" - vielleicht im Gegensatz zu Versicherungen.
    Aber wie man im Fall von Anurju eben sieht, möchten sie häufig keine Stellung beziehen, zumindest nicht in einem Prozeß, "so unter vorgehaltener Hand" kommt es schonmal zu Äußerungen.

    Auf alle Fälle hört sich das was Du selber von Berufswegen erlebt hast, nicht ganz so düster für die betroffenen Patienten an, vielen Dank für den Einblick.

  14. #13
    anurju Avatar von anurju
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    Hallo zusammen,

    im Nachhinein habe ich ein etwas schlechtes Gewissen, meine Geschichte so ausführlich geschildert zu haben - mag ja auch ein Einzelfall sein...

    Ich möchte aber noch darauf hinweisen, dass der für eine Zweitmeinung aufgesuchte Fachmann nicht von einer Schiedsstelle oder dem Gericht bestellt war - ich hatte ihn auf Anraten der Krankenkasse aufgesucht.
    Vielleicht hätte er sich mit "offiziellem Auftrag" anders verhalten. So hat er vielleicht den Weg des geringsten Widerstandes gewählt oder sich gesagt: wenn sie rechtliche Schritte gehen will - dann eben aber bitte nicht mit mir.

    Man sollte sich aber in jedem Fall bei den eigenen behandelnden Ärzten sicher sein, dass sie einen unterstützen würden. Bei meinem Hausarzt hätte ich dafür die Hand ins Feuer gelegt - bei meinem Orthopäden aber nicht (weil er jung, neu in der Gegend und von Netzwerken abhängig war).
    Ich würde das Problem jedenfalls sehr offen mit meinen Ärzten besprechen und mich im Vorfeld versichern. dass sie "zu mir stehen"...

    Liebe Grüße und toi toi toi für deinen Weg ! Die Schlichtungsstelle finde ich eine gute Anlaufstelle - weitere Schritte kann man immer noch ergreifen...
    anurju
    Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab !

  15. #14
    PsA
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    Hallo Anurju!
    im Nachhinein habe ich ein etwas schlechtes Gewissen, meine Geschichte so ausführlich geschildert zu haben
    Du hast das geschildert, was Du erlebt hast, dafür mußt man kein schlechtes Gewissen haben.
    Genau das wollte Kalip ja wissen:
    Ich wäre froh über Eure Erfahrungen und Ratschläge
    Da wird es immer positive und negative Erfahrungen geben.

  16. #15
    Registrierter Benutzer Avatar von Hai
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    Hallo,

    Ich kann zum Glück nicht aus eigenen Erfahrungen mitreden. Aber als häufiger Gast in Rehakliniken und Krankenhäusern lernt man ja leider auch so einige Fälle kennen.

    In einer Klinik habe ich mal eine Frau kennengelernt, bei der ein Instrument oder so etwas im Knie vergessen wurde. Sie hatte auch einen langen Leidensweg, bis es entdeckt wurde. Aber der Fall war so eindeutig, das sie auch Schmerzensgeld bekam.

    In einer anderen Klinik habe ich einmal einen Mann kennengelernt, der bei einer OP auch Keime ins Knie bekommen hatte, obwohl ordentlich gearbeitet wurde. Vor und nach ihm wurden noch mehrere Punktionen usw. Durchgeführt und er war der einzige, der eine Infektion bekam. Ihm wurde erklärt, das es damit zusammenhängt, das sein Immunsystem durch das Rheuma angegriffen und nicht mehr so leistungsstark wäre. So wie ich mich erinnere, hat er keine Chancen gehabt, auf einen Fehler des Arztes zu plädieren. Als Selbständiger mit einem Beruf in dem man das Knie viel braucht, war damals seine finanzielle Situation mehr als kritisch.

    Da bei dir leider auch Rheuma eine Rolle spielt, kann ich mir vorstellen, das im Streitfall auch dieser Punkt angesprochen wird. Einen "Pluspunkt" würdest du vielleicht erlangen, wenn du heraus bekommen könntest, ob an diesem Tag auch bei anderen Patienten etwas schief gelaufen ist. Aber ich wüsste nicht, wie ich so eine Info bekommen könnte. Es sei denn, ich wäre mit der Sprechstundenhilfe befreundet und sie würde mehr zu mir als zu ihrem Chef halten, weil vielleicht zuviel schief läuft. Oder in einem Gerichtsverfahren oder so etwas müsste die Praxis ihre Bücher offenlegen.....

    Das einzige, was ich dir raten könnte ist dir schnellstmöglich eine Rechtschutzversicherung zuzulegen. Z. B. Mitglied beim VDK oder ähnlichen Patientenvertretungen werden. Den für den laufenden Fall wirst du keine Versicherung mehr abschließen können. Aber wer weiß, wann man es noch mal braucht. (Leider)

    Ich wünsche dir alles Gute und das du die richtige Entscheidung triffst. Ein Gespräch mit z. B. der Krankenkasse könnte ich mir schon hilfreich vorstellen. Vielleicht haben die noch gute Idee.

    Liebe Grüsse
    Von
    Hai

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