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  1. #1
    Manu
    Gast

    Rheuma und Verbeamtung

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    Hallo,

    ich bin Manu 27 Jahre alt und kämpfe seit einigen Jahren mit regelmäßigen Schmerzschüben. Mit Eintritt in die private Krankenversicherung während des Vorbereitungsdienstes offerierte mein Arzt mir ständige Schmerzfreiheit, wenn ich langfristig Sulfasalazin nehme. Inzwischen nehme ich regelmäßig dies Medikament. Nun steht in Kürze meine amtsärztliche Untersuchung an und ich mache mir Gedanken inwieweit die Erkrankung und regelmäßige Medikamenteneinnahme eine Verbeamtung auf Lebenszeit verhindern könnte. In guten Zeiten bin ich fit und unterrichte auch Sport.
    Kennt sich jemand mit der personalärztlichen Untersuchung und den Langzeitnebenwirkungen von Sulfasalazin aus?
    Bin für jede Mitteilung dankbar.

    Manu

  2. #2
    KARIN
    Gast

    Re: Rheuma und Verbeamtung

    Hallo Manu,
    so ganz problemlos wird die ärztliche Untersuchung zum Zwecke der Verbeamtung nicht sein. Laß Dich nur nicht entmutigen! Mir hat man 1995 zur Einstellung als Beamtin auf Widerruf (juristisches Referendariat) pauschal erklärt, daß dies mit Morbus Bechterew nicht möglich wäre, ich sollte als Angestellte geführt werden. Zu dem Zeitpunkt wurde aufgrund von Sportbefreiung während der Schulzeit und amtsärztlichen Untersuchungen zum Zwecke der Anerkennung der Beihilfefähigkeit von Reha-Maßnahmen bereits seit acht Jahren eine dicke Akte beim Gesundheitsamt geführt. Ich habe damals tief Luft geholt und dem untersuchenden Arzt ruhig und ausführlich von meiner persönlichen Gesundheitssituation berichtet. Am Ende bekam ich das Gesundheitszeugnis ohne Bedenken. Ganz anders sieht es natürlich bei einer Beamtung auf Lebenszeit aus. Dort ist natürlich das Ausfall- und Kostenrisiko um einiges größer. Sollte Deine gesundheitliche Beurteilung negativ ausfallen, muß Du auf jeden Fall Widerspruch einlegen. Erkundige Dich am besten schon vorher bei Deinem Arzt und vielleicht einem weiteren Rheumatologen, inwieweit diese bereit und in der Lage wären, ein entsprechendes Gutachten zu erstellen. Allein das Vorhandensein einer chronischen Erkrankung reicht zur Abweisung nicht aus. Es muß aufgrund des bisherigen Gesundheitszustandes mit einer überdurchchnittlichen negativen Prognose zu rechnen sein. Hierbei gebe ich immer zu Bedenken, daß ein Raucher oder regelmäßiger Alkoholkonsument ebenfalls ein Gesundheitsrisiko darstellt, er diesbezüglich auch noch selbst verantwortlich ist. Insoweit kann es auch nicht auf eventuelle Nebenwirkungen des Medikamentes ankommen, wenn man überlegt, was alles in unseren Lebensmittel steckt.
    Ich wünsche Dir viel Erfolg.
    Alles Liebe KARIN

  3. #3
    Tini
    Gast

    Re: Rheuma und Verbeamtung

    Hallo Manu,

    ich bin selbst Beamtin, aber erst einige Jahre nach der Übernahme erkrankt. Meines Wissens ist es "nur" problematisch, wenn sich Deine Krankentage bezüglich der Erkrankung extrem anhäufen. Sollte die Erkrankung (wie momentan bei mir) medikamentös gut eingestellt sein und du Krankentagemäßig mit einem "normalen" Anwärter vergleichbar sein, darf Dir daraus m.E. kein Nachteil entstehen. Eine Krankheit an sich darf keinen Hinderungsgrund für die Verbeamtung sein. Hast du Dich eigentlich schon mal zwecks einer Schwerbinderung informiert? Besonders im Staatsdienst kann Dir das sehr von Nutzen sein. Es heisst ja immer "Schwerbehinderte werden bei gleicher Eignung bevorzugt". Da ich einige Jahre in der Personalabteilung gearbeitet habe, denke ich, dass die Antwort richtig sein müsste. Ich hoffe, ich konnte Dir ein weig weiterhelfen und evtl noch andere Fragen beantworten.

    Liebe Grüße
    Tini

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  5. #4
    Kirsten
    Gast

    Re: Rheuma und Verbeamtung

    Hallo Manu,

    klingt interessant. Ich bin auch Referendarin (für Lehramt an Förderschulen mit dem Hauptfach Sport). Ich bin ein halbes Jahr nach dem ersten Staatsexamen an cP erkrankt und hatte etwa zwei Jahre mit akutem Krankheitsverlauf zu kämpfen - dachte ich könnte gar nicht mehr als Sportlehrerin arbeiten. Mein Rheumatologe und der Prof. hatten mir in der ersten akuten Phase empfohlen, sich, wenn möglich eine Auszeit zu nehmen und abzuwarten bevor ich beruflich umsattle. Hab ich dann auch getan und die Zeit für Erziehungsjahre meiner Tochter so genutzt. Das war eine günstige Variante. Nun ist der Krankheitsverlauf soweit ganz gut und ich mache wieder selbst Sport und unterrichte auch!
    Für mich stellte und stellt sich die selbe Frage, wenn auch noch nicht direkt in Bezug auf Verbeamtung, da in M.-V. sowieso nur Angestellten-Verhältnis möglich ist.

    Ich werde die Frage mal an den BAK (Bundesarbeitskreis) der Jungen Rheumatiker weitergeben. Die erstellen nämlich sowieso gerade einen Ratgeber für Rheuma - Beruf, Ausbildung, Rente. Vielleicht kriegen die das raus?

    Können gerne über meine e-mail noch mal in Kontakt treten (kirsten_russ@hotmail.com). Viel Glück jedenfalls!

  6. #5
    Katrin
    Gast

    Re: Rheuma und Verbeamtung

    Hallo Manu,
    Kirsten hat mir Deine Anfrage weitergegeben. Mit der Verbeamtung kenne ich mich nicht so gut aus und ich habe gesehen, dass Du schon ein paar gute Tipps bekommen hast. Ich denke auch, dass es gut wäre, wenn Du gegebenenfalls ein positives Gutachten (v.a. was die Prognose angeht) vorlegen kannst und auch selbst darlegst wie gut Du Deine Erkrankung im Griff hast. Leider habe ich es schon erlebt, dass die Verbeamtung erstmal abgelehnt wurde (mit einer sehr schwammigen Begründung). Dann allerdings doch vergeben wurde, nachdem die betroffene Person eine künstliche Hüfte und ein tolles Gutachten ihres Arztes bekam. Also nicht aufgeben. Ich kenne keine Langzeitnebenwirkungen von Sulfasalazin. Ein Schwerbehindertenausweis hat schon einige Vorteile, z.B. eine Stundenermäßigung, aber ob es günstig wäre ihn jetzt vor der Verbeamtung zu beantragen, wage ich zu bezweifeln. Ich wünsche Dir gutes Gelingen und drücke die Daumen!
    Gruß von Katrin

  7. #6
    Gudrun
    Gast

    Re: Rheuma und Verbeamtung

    An ALLE, die MIT Krankheit ihren BaL bekommen haben!
    Liebe Froumteilnehmer - meine Tochter leidet nicht unter Rheuma, hat aber die Diagnose MS Anfang August bekommen.
    Unter normalen Umständen würde sie zum 01.04.03 verbeamtet. Wir müssen davon ausgehen, dass sie ihren BaL nicht bekommt und aus dem Polizeidienst entlassen wird.
    Wer kann uns sagen, was man im Vorfeld tun kann oder muss? Meine Tochter ist in keiner Weise behindert, muss jedoch täglich ein Medikament einnehmen. Sie führt ihren Beruf aus wie jeder andere Polizist auch.
    Für jeden Rat und alle Erfahrungen wären wir sehr dankbar.
    Viele Grüsse - Gudrun

  8. #7
    Registrierter Benutzer
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    Hallo, bin seit einiger Zeit Leser im Forum, habe mich jetzt aber selbst angemeldet, weil ich hoffe so mehr zu erfahren und von Euch noch ein paar nützliche Tipps zu bekommen. Falls Gudrun nach so langer Zeit noch dabei ist und ab und zu reisnschaut, wäre es für mich interessant zu wissen, was bei ihrer Tochter nun bezüglich des BaL herausgekommen ist. Falls andere leute von euch da ähnliche Erfahrungen gemacht haben, wäre es nett, wenn mir jemand weiterhelfen könnte. Ich selbst bin nicht betroffen, aber mein Freund. Trotzdem "lebe" ich ja auch mit der Krankheit und versuche seinen Alltag zu gut es geht zu erleichtern. Er ist 24 Jahre alt und hat seit ca. 3 Jahren rheumatoide Arthritis. Er nimmt einmal wöchentlich MTX in Tablettenform und täglich Cortison als Tablette. Er ist im wesentlichen schmerzfrei und hat bis auf morgenliche "Anlaufbeschwerden"keine Probleme. Betroffen sind bei ihm nur die Handgelenke.
    Nun das eigentliche Problem. Auch er ist Polizeibeamter, so wie Gudruns Tochter ebenfalls im gehobenen Dienst. Nun steht bei ihm das Ende der laufbahnrechtlichen Probezeit an, nun soll er sich beim Polizeiarzt vorstellen zur Untersuchung. Bisher war er wegen seiner Krankheit noch keinen tag krankgeschrieben und es ist fraglich, ob das der Polizeiarzt überhaupt weiß, dass er Rheuma hat. Er ist lediglich bei einem Internisten in Behandlung. Meine Fragen sind nun ob jemand dieselbe Situation von euch schon miterlebt hat?Mein Freund hat vor dem Polizeiarzt ncihts von der Krankheit zu sagen, weil er befürchtet, dass ja danach auch der BaL in 3 Jahren in Gefahr wäre.Was genau untersucht der Arzt, welche Blutwerte kontrolliert er?Wer wurde mit Rheuma BaL bzw. bei wem wurde der BaL deswegen abgelehnt?Was kam danach?Muss man, wenn man jetzt untersucht wird, zum BaL mit 27 noch einmal alle Untersuchungen machen lassen?Wäre schön, wenn mir irgendwer antworten könnte, weil es ja auch ein Problem ist,was unsere Zukunft betrifft und ich mir da sorgen mache.La anra

  9. #8
    Registrierter Benutzer Avatar von klaraklarissa
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    hallo anra,

    von verbeamtung habe ich null ahnung, aber ich denke ...lügen habe kurze beine... . fällt es während dieser ganzen verfahren irgend jemandem auf die füße, das dein freund ra hat, dann steht er als lügner, ja sogar betrüger da ...kein guter start ins beamtentum, oder?
    alles gute für euch
    Liebe Grüße von Klara

    ...ich mag eben nicht mehr lächeln, ich hab all die krankheiten nur noch satt

  10. #9
    offline
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    5.173
    hallo,

    ich bin österreichische beamtin. bei der untersuchung zur pragmatisierung wurde ich nach erkrankungen befragt, auch familienanamnäse. mein blut, harn stuhl wurde untersucht, augen - zähne, orthopäde, psychiater, internist befundeten meinen gesundheitszustand. damals hatte ich noch kein rheuma.
    währe ich damals schon erkrankt gewesen, hätte ich es melden müssen. wenn sie darauf kommen, dass ich etwas verscheige, hätte das einen kündigungsgrund darstellen können.

    es ist immer besser, bei der wahrheit zu bleiben.....

  11. #10
    Registrierter Benutzer
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    Hallo,

    ich bin 22 und beende nun bald meinen Bachelor in NRW und studiere auf Lehramt Gymnasium/Gesamtschule mit der Fächerkombination Deutsch und Englisch. Ich wollte schon immer aus Überzeugung Lehrerin werden und natürlich würde ich auch gerne verbeamtet werden, jedoch liegt bei mir nun ein Verdacht auf rheumathoide Arthritis vor, d.h. ich habe lediglich einen erhöhten Rheumawert. Ich nehme keine Medikamente ein, kein MTX oder sonstiges und bin auch zu 95% beschwerdefrei. An eine Berufsunfähigkeitsversicherung war jedoch wegen des bestehendem Verdachts schon gar nicht mehr zu denken... Jetzt habe ich erfahren, dass es eventuell Schwierigkeiten bei der Verbeamtung gibt und dass ich eventuell gar nicht mehr verbeamtet werde. Daher mache ich mir jetzt natürlich Sorgen...

    Da die letzten Beiträge zu diesem Thema schon einige Zeit zurückliegen wüßte ich gerne ob eventuell jemand aus eigener Erfahrung weiss wie (in NRW) so etwas gehandhabt wird? Wie läuft diese Amtsärtztliche Untersuchung ab?

    Ich würde mich über jede Nachricht freuen!

    Viele Grüße,
    Nunaurien

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