Hallo Zusammen,
diesen Artikel fand ich heute Morgen und wollte ihn euch nicht vorenthalten.
Liebe Grüße
Ulla
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Ärzte Zeitung, 30.07.2002

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Düsseldorfer Forscher melden Erfolg mit Gentherapie bei Arthritis
Effekt auf Schmerzen und Beweglichkeit ist Hinweis für möglichen klinischen Nutzen

DÜSSELDORF (mal). Als erfolgversprechend werten Düsseldorfer Forscher die ersten eigenen Ergebnisse einer Gentherapie bei rheumatoider Arthritis. Gemeinsam mit US-amerikanischen Kollegen in Boston haben sie seit 1997 zwölf Patienten mit intraartikulären Injektionen von Synovialzellen behandelt, die das Gen für den Interleukin-1-Rezeptor-Antagonisten (IL-1-Ra) enthalten.

Für die Gentherapie wird in körpereigene Synovialzellen das Gen für IL-1-Ra, ein entzündungshemmendes Protein, eingeschleust und die Zell-Suspension ins Gelenk gespritzt. Dort siedeln sich die gentechnisch veränderten Zellen wieder in der Gelenkschleimhaut an, wie Privatdozent Dr. Axel Baltzer vom Uniklinikum Düsseldorf der "Ärzte Zeitung" gesagt hat. Baltzer und Privatdozent Dr. Peter Wehling aus Düsseldorf sind gemeinsam die Promotoren der deutschen Forschungen.

In der Phase-I-Studie zur Sicherheit und Machbarkeit der Gentherapie hätten Patienten mit rheumatoider Arthritis Injektionen in Fingergrundgelenke bekommen. In zwei Gelenke wurde die gentechnisch aufbereitete Zellsuspension gespritzt, in zwei andere Gelenke Placebo (unbehandelte Zellen in Kochsalzlösung). Zwei oder vier Wochen später sei für Analysen aus allen Gelenken die Synovia entfernt worden.

Drei Viertel der Patienten hätten nach der einmaligen Gentherapie in den so behandelten Fingern deutlich weniger Schmerzen gehabt, so Baltzer, die Beweglichkeit sei besser gewesen. IL-1-Ra sei zuverlässig produziert worden. Zudem sei durch die Nach-Analysen der Synovia gesichert, daß die gentherapeutisch veränderten Zellen nach Injektion nicht "auf andere Gelenke überspringen" und daß die Injektionen kein onkogenes Potential, etwa die Entwicklung von Metaplasien, hätten, so Baltzer. Weitere klinische Studien zur Gentherapie mit IL-1-Ra seien jetzt geplant, so Baltzer.