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  1. #1
    Angel
    Gast

    Ungeplant Schwanger mit Kollagenose!

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    Hallo Leute !
    Bin ziemlich down. Leide seit 10 Jahren an einer Mischkollagenose mit Tendenz zum Lupus erythematodes. Lebe genauso lange in einer festen Partnerschaft. Nehme an Medikamenten : 200mg Imurek, 40 mg Arava, 50 mg Cortison, Marcumar und Plavix, sowie diverse Mittel zum senken des Blutdruckes und verschieden Schmerzmittel. Bisher hies es immer, daß ich nicht Schwanger werden könnte. Deshalb habe ich auch nicht verhütet. Hat ja auch 10 Jahre gestimmt. Doch nun bin ungeplant (nicht ungewollt) im 3.Monat. Meine behandelnen Ärzte haben einen halben Infarkt erlitten, als ich mit der Nachricht kam. Und jeder rät mir natürlich zur Abtreibung, man kann schon fast sagen , daß Mein Rheumatologe mich fast dazu zwingen will. Er hat soviel Druck auf meinen Lebensgefährten ausgeübt, daß es zu Hause auch ganz schön mies zur Zeit ist. Ich verstehe ja meinen Arzt, aber dieses Gefühl, das da etwas in mir wächst ist auch ganz schön. Jetzt wollte ich mal fragen, ob Jemand schon in einer ähnlichen Situation war. Also ungeplant Schwanger unter voller Medikation.
    Wäre über Ratschläge froh.
    Danke allen im Vorraus.
    Angel

  2. #2
    Maria
    Gast

    Re: Ungeplant Schwanger mit Kollagenose!

    Hallo Angel,

    es hat mich schon sehr betroffen von deiner Schwangeschaft zu hören und muße einfach etwas schreiben. Ich selbst habe zwei kleine Kinder, die ich vor meiner Erkrankung bekam. Mittlerweile heißt es: ich darf nicht Schwanger werden. Damit habe ich mich auch abgefunden und habe mir eine Hormonspirale einsetzen lassen.
    Die Medikamente sollen sich auf das ungeborene Kind negativ auswirken und es kann sich wahrscheinlich nicht richtig entwickeln.
    Es ist eine schwere Entscheidung für dich, aber kannst du dir vorstellen ein behindertes Kind zu pflegen? Hättest du die Kraft dazu?

    Ich wünsche dir alles Gute

  3. #3
    Vera
    Gast

    Re: Ungeplant Schwanger mit Kollagenose!

    Hier ist ein Beitrag der weiter unten auf dem Forum gepostet ist... Man muss es DIR ueberlassen, welches Risiko Du Dir selbst und einem Kind zumutest... Kinder kann man ja auch adoptieren, wenn man so furchtbar gern eins haben will )

    Autor: Priv.Doz.Dr.med. H.E. Langer
    Datum: 20.07.01 20:02

    Wenn man Arava genommen hat und schwanger werden will, muß unbedingt sichergestellt sein, daß sich kein Wirkstoff mehr im Körper befindet, sonst kann es zu schweren Schäden / Mißbildungen bei dem Kind kommen. Der sogenannte wirksame Metabolit von Arava (ein Stoffwechselprodukt) kann z.T. noch bis zu 2 Jahren im Körper bleiben. Deshalb muß solange mit einer Schwangerschaft gewartet werden, wenn man nicht eine sogenannte Auswaschprozedur durchführt. Dies geschieht entweder mit einem Medikament ("Cholestyramin") oder mit Kohle nach einer bestimmten Vorschrift. Nach erfolgreicher Durchführung dieser Auswaschprozedur muß Blut an den Hersteller von Arava (Aventis) geschickt werden, der (kostenlos) prüft, ob sich noch Reste des wirksamen Metaboliten nachweisen lassen oder ob Arava vollständig aus dem Körper entfernt wurde. Dieser Test wird zur Sicherheit anschließend noch ein zweites Mal durchgeführt. Wenn beide Teste sagen, daß Arava nicht mehr im Körper ist, bestehen hinsichtlich einer anstehenden Schwangerschaft keine Bedenken.

    Mit Methotrexat darf man ebenfalls nicht schwanger werden. Der Sicherheitsabstand zur letzten Einnahme ist hier allerdings kürzer. Die Empfehlungen betragen 3 bis 6 Monate. Was auf keine Fall verkehrt ist, ist die Einnahme von Folsäure oder Folinsäure (Gegenmittel gegen Mtx). Ein ausreichendes Folsäuredepot im Körper ist ohnehin für eine anstehende Schwangerschaft gut.

    Zur Frage einer Schwangerschaft und rheumatischen Erkrankungen haben wir einiges in Rheuma von A-Z unter den entsprechenden Stichworten geschrieben. Die Situation ist für z.B. chronische Polyarthritis, Bechterew oder Lupus (SLE) sehr unterschiedlich. Sehr viele Patienten mit einer chronischen Polyarthritis berichten, daß es ihnen während der Schwangerschaft sehr viel besser geht. Bei Lupus kann es im Verlauf der Schwangerschaft zu Problemen kommen. Eine sehr engmaschige fachrheumatologische Betreuung ist deshalb bei Lupus besonders wichtig. Bechterew-Patienten geht es während der Schwangerschaft häufig auch besser; mit zunehmender Schwangerschaft bereiten aber gerade bei Bechterew zunehmende Rückenschmerzen oft doch ziemlich starke Probleme.

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  5. #4
    Petra Luthe
    Gast

    Trost für Angel

    Hallo, Angel! Habe Deine Nachricht gelesen!
    Ich bin 45 Jahre alt, verheiratet, seit 10 Jahren cP.
    Ich habe keine Kinder, stand aber vor meiner Erkrankung auch
    vor dem Problem, Kind austragen oder nicht! Mein Mann und ich
    haben uns gegen das Kind entschieden. Anfangs war es sehr, sehr
    schwer damit umzugehen. Ich weiss, dass das kein Trost ist, aber die Zeit heilt alle Wunden. Heute vermisse ich das nicht mehr.
    Ich bin nun sogar froh darüber, denn ich kann mich sehr schlecht bewegen und habe oft Schmerzen, wie sollte ich mich um das Kind (heute wäre es zwar schon erwachsen) kümmern, denn auch ältere Kinder machen Probleme. Ich kenne das von meiner Freundin.
    Angel, überlegt noch einmal in aller Ruhe, ob Ihr diese Zusatz-
    belastung auf Euch nehmen wollt. Ich habe Dir nun von meiner Er-
    fahrung erzählt. Entscheiden müsst Ihr ganz alleine. Aber egal
    was Ihr auch macht, lasst den Kopf nicht hängen, es geht immer
    irgendwie weiter. Viel Glück auf Eurem schweren Weg.

    Es grüsst Euch ganz lieb, Petra!!!

  6. #5
    kukana
    Gast

    Entscheidungsfindung

    hallo angel, ich kann mich eigentlich nur vera und petra anschliessen. dies wird für dich keine leichte entscheidung sein, aber du musst eine treffen und zwar bald. ich selbst bin 45 und habe kein kind, aber mit anfang 20 eine schwangerschaft legal abgebrochen. auch mir fiel die entscheidung schwer ich habe sie jedoch nie bereut. habe trauerarbeit geleistet 3 lange jahre. auch aus heutiger sicht würde ich es unter den damals gegebenen umständen wieder so machen.
    die chance dass dein kind gesund sein wird ist wirklich sehr gering. und ich weiß nicht ob du es ertragen kannst dein kind später leiden zu sehen.
    angel - das ist ein passender name für dein ungeborenes kind. gib ihm diesen namen, liebe es und behalte es in erinnerung, aber mach das es zu einem engel wird bevor es die hölle auf erden hat. ich weiß das hört sich hart an. aber denke darüber nach und treffe die für dich richtige entscheidung und bedenke wirklich alle konsequenzen. mehr kann ich dir leider als hilfe nicht anbieten. wenn du reden möchtest, schreib mir. ich bin da.
    alles liebe
    kukana

  7. #6
    Jutta
    Gast

    Re: Entscheidungsfindung

    Hallo Angel

    Es wird nie alles in Erfüllung gehen,
    was man sich wünscht.
    Ich hoffe aber, daß es geschieht was für
    Dich gut ist.
    ich hoffe das Du annehmen kannst, was
    Dir geschieht.
    Ich hoffe, daß Du die Kraft findes das zu tun
    was nur Du tun kannst.


    Ich wünsche Dir alles gute
    Jutta

  8. #7
    Kathrin
    Gast

    Entscheidungsfindung

    Hallo Angel,

    ich kann Deine Gefühle sehr gut nachempfinden, doch muss ich mich wohl meinen Vorgängerinnen anschließen (Du hast ja auch eine enorme Medikamentenliste). Ich möchte Dir nur raten, unternimm alles um herauszufinden, und ist die Hoffnung auch noch so klein, ob Dein Kind nicht doch gesund ist. Es gibt doch schon so viele Möglichkeiten, angefangen vom Triple-Test, Dopplerultraschall oder Fruchtwasseruntersuchungen. In der 12.Woche ist die Nackenfaltenmessung sehr sinnvoll. Lass Dich doch nochmal eingehend beraten(aber vielleicht hast Du dass ja schon)Ich würd es auf jeden Fall versuchen und dann kannst Du Dich ja doch noch entscheiden, Deine Schwangerschaft ist doch schon soweit fortgeschritten. Es ist sicherlich kein Garant aber doch ein Versuch.
    Das Arava ist sicherlich schlimm. Ich hab es auch genommen, allerdings niemals in so hoher Dosis, wie Du. Hab es mit dem schon angesprochenen Auswaschverfahren(Cholestyramin) abgesetzt, und bin jetzt soweit eine Schwangerschaft eingehen zu können.
    Ich wünsch Dir alles Glück dieser Erde und viel Kraft und Mut, wofür Du Dich auch entscheidest, LG Kathrin.

  9. #8
    elke
    Gast

    Re: Entscheidungsfindung

    hallo angel,
    auch ich wünsche dir viel kraft für deine entscheidung.
    stell dir eine fragen liste auf, auf der du alle fragen die dir einfallen aufschreibst und beantworte diese für dich ganz allein und ganz ehrlich zu dir selbst, denn dann kannst du anschließend mit deiner entscheidung leben.
    wie du schreibst sollst du ja angeblisch nicht schwanger werden, nun zeigt dir die natur das es nicht so ist und ich verstehe dich so das du ja gerne ein kind möchtest, aber nicht unter diesen umständen. ein kind ist sehr schön, aber auch sehr anstrengend und anspruchsvoll und auch hilfsbedürftig und das alles wenn es gesund ist, aber ein krankes kind braucht von alle dem noch mehr.
    meine tochter ist jetzt 12 j. geworden und leidet zum teil schwer unter meinen erkrankungen da sie mir in den schmerzsituationen nicht helfen kann mich aber weitest gehend versteht und mich dann auch in ruhe läst, wie willst du das aber einem kind erklären das vielleicht auf mehr hilfe angewiesen ist, als du in diesem moment der schmerzen fähig bist zu geben.
    das ist eine sehr belastende situation für dich

    frage dich auch ob dein partner bereit ist diesen weg mit dir zu gehen?
    kann er mit der angst umgehen und dir durch die hölle der schwangerschaft helfen? hölle in deinem fall, da du nicht weist was auf dich zukommt, die angst was hat es für schäden geistig - körperlich, die angst alles falsch gemacht zu haben?

    diese situation des -alles falsch gemacht zu haben- hatte ich selbst, ich hatte eine sehr schlimme schwangerschaft nicht nur für mich sondern auch für das baby, es gab viele komplikationen, mit fast 4 monate am tropf zum schluß eine schlimme schwangerschaftsvergiftung, meine nieren und leber arbeiteten nicht mehr und vergifteten meine kleine so das sie fast gestorben wäre. ich habe 6 j. auf ein baby gewartet habe mich 3 mal operrieren lassen und als ich schwanger war ging ein traum in erfüllung, aber hätte ich damals von meinen erkrankungen gewußt hätte ich kein kind in die welt gesetzt.
    meine tochter ist zwar nicht behindert, aber sie ist auch krank geboren mit lungenprobleme, blutgerinnungskrankheit die ich ihr vererbt habe sie wird genauso wie ich blutverdünnungs medikament nehmen müssen, sie muß seit ihrem 6 lebensjahr diät leben, es ist für sie nicht immer leicht.

    du kannst aber doch auch ein gesundes kind bekommen, wenn du dich an gewisse regeln hältst, alles mit deinem arzt besprichst und er dich auf dem weg zur schwangerschaft und wärend der schwangerschaft begleitet dann hast du alles getan was du tun kannst und kannst ohne gezielte angst die schwangerschaft genießen.

    ich wünsche dir aus tiefsten herzen das du eine entscheidung treffen kannst
    wenn du möchtest schreib mir, ich hör dir zu
    es grüßt dich elke

  10. #9
    Franca
    Gast

    Re: Entscheidungsfindung

    Hallo Angel,

    Dir einen Rat zu geben ist sehr schwer, aber unter Deiner Medikamentation kann es passieren, daß Dein Kind behindert zur Welt kommt.

    Die Frage ist, wenn das Kind behindert oder krank zur Welt kommt,ob Du dann mit Deiner eigenen Krankheit die Kraft hast, Dich auch noch um ein krankes Kind zu kümmern.

    Sich gegen ein Kind zu entscheiden, ist sehr schwer, ich war noch nicht in der Situation und kann das nicht nachempfinden.

    Aber wäre es nicht möglich wenn Du dir so sehr ein Kind wünscht - ich meine jetzt wo weißt, daß Du doch schwanger werden kannst - daß Du Dich auf ein (2.) Kind viel besser vorbereitest.
    Ich weiß ja nicht wie es Dir gesundheitlich geht, ob Du auf extreme Medis verzichten kannst und diese je nach Befinden langsam in Absprache mit Deinem Arzt absetzen kannst, um dann eine erneute Schwangerschaft zu planen.
    Du hast leider nicht geschrieben wie alt Du bist, ist ja nicht gesagt, daß das auch wieder so unverhofft schnell klappt:-).

    Ich wünsche Dir auf alle Fälle - egal ob Du Dich für oder gegen das Kind entscheidest - alles alles Gute und viel Glück. Laß Dich nicht unter Druck setzen, Du mußt mit Deiner Entscheidung leben, niemand anderes.

    Viele Grüße Franca

  11. #10
    Franca
    Gast

    Re: Entscheidungsfindung

    Hallo Angel,

    Dir einen Rat zu geben ist sehr schwer, aber unter Deiner Medikamentation kann es passieren, daß Dein Kind behindert zur Welt kommt.

    Die Frage ist, wenn das Kind behindert oder krank zur Welt kommt,ob Du dann mit Deiner eigenen Krankheit die Kraft hast, Dich auch noch um ein krankes Kind zu kümmern.

    Sich gegen ein Kind zu entscheiden, ist sehr schwer, ich war noch nicht in der Situation und kann das nicht nachempfinden.

    Aber wäre es nicht möglich wenn Du dir so sehr ein Kind wünscht - ich meine jetzt wo weißt, daß Du doch schwanger werden kannst - daß Du Dich auf ein (2.) Kind viel besser vorbereitest.
    Ich weiß ja nicht wie es Dir gesundheitlich geht, ob Du auf extreme Medis verzichten kannst und diese je nach Befinden langsam in Absprache mit Deinem Arzt absetzen kannst, um dann eine erneute Schwangerschaft zu planen.
    Du hast leider nicht geschrieben wie alt Du bist, ist ja nicht gesagt, daß das auch wieder so unverhofft schnell klappt:-).

    Ich wünsche Dir auf alle Fälle - egal ob Du Dich für oder gegen das Kind entscheidest - alles alles Gute und viel Glück. Laß Dich nicht unter Druck setzen, Du mußt mit Deiner Entscheidung leben, niemand anderes.

    Viele Grüße Franca

  12. #11
    Jutta2
    Gast

    Ungeplant schwanger mit Kollagenose

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    Hallo Angel,
    wie ich sehe, hat Deine Situation sehr viele Frauen sehr betroffen gemacht.
    Ich habe auch eine Mischkollagenose, bin allerdings noch nie in dieser Situation gewesen.
    Eigentlich gehöre ich ja schon zu den Leuten, die sagen; Kopf hoch, wird schon alles werden, aber hier fällt es mir doch sehr schwer.
    Bei meinem letzten Rheumatologenbesuch habe ich mich auch mal - nur so grundsätzlich, weil er sonst immer dieses Thema ansprach -
    nach Bedingungen und Auswirkungen einer Schwangerschaft erkundigt. A und O waren schon, dass der Körper vor Beginn der Schwangerschaft über mehrere Monate nicht mit Medikamenten belastet sein darf. Außerdem wies er darauf hin, dass es der Patientin wohl während der Schwangerschaft recht gut gehen würde (ohne Medikamente), nach der Geburt jedoch häufig drastische Verschlimmerungen auftreten können.

    Kann schon verstehen, dass Dein Rheumatologe dagegen ist, das Kind zu bekommen. Mir persönlich wäre es auch viel zu riskant, aber ich war ja zum Glück noch nicht in der Situation, eine derartige Entscheidung treffen zu müssen.

    Ich wünsche Dir bzw. Euch auf jeden Fall alles Gute, wie auch immer Ihr Euch entscheiden werdet!
    Jutta

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