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  1. #1
    flapsi
    Gast

    Selbstinjektion MTX

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    Hallo, Ihr alle,
    bin neu hier, aber schon ein relativ "alter Rheumi", hab seit 10 Jahren cP und werde nach vielen Fehlversuchen seit 4 Jahren erfolgreich mit MTX behandelt. Bekomme jede Woche 25mg i.m. gespritzt. So langsam aber sicher nervt der wöchentliche Arztbesuch und so würde ich mir das MTX gerne selber spritzen. Von Anfang an hab ich Methotrexat Lederle in Ampullen. Dazu jetzt meine Frage. Ist bei Euch jemand dabei, der sich selber spritzt? Und wie läuft das dann, habt Ihr auch Ampullen und müßt die Spritze selber aufziehen, oder verordnet der Arzt dann Fertigspritzen? Soviel ich weiß, gibt es von Lederle nur die Ampullen. Das würde heißen, ich müßte dann auf eine andere Herstellerfirma ausweichen. Vielen Dank im Voraus für gute Tipps.
    Gruß Flapsi

  2. #2
    ddeMehlinger
    Gast

    Re: Selbstinjektion MTX

    Hallo Flapsi,

    kannste Dir mal durchlesen:

    Umgang mit MTX (Spritzen von MTX)



    Autor: BeBe
    Datum: 17.02.02 19:27

    Hallo!

    Meine 6-jährige Tochter bekommt seit Januar MTX per Spritze. Aus diversen Gründen haben wir uns entschlossen,
    selbst zu spritzen. Im Krankenhaus (zur Einstellung) gab es schöne kleine Spritzen.
    Jetzt haben wir ziemlich dicke Teile mit angeblich der selben Wirkstoffmenge aber wesentlich mehr Flüssigkeit.
    Das verursacht immer eine ziemlich dicke Beule. Ausserdem habe ich Probleme, da die Spritze sehr schwer gängig ist.
    Meine Tochter bekommt "Lantarel" von der Firma WYETH (FS 10 mg, Lösung 1,34 ml).
    Kann mir jemand sagen, ob es eventuell kleinere Spritzen mit der selben Wirkstoffmenge gibt. Oder ob man
    eventuell den Wirkstoff selbst aufziehen kann. Bekommt Ihr auch immer Beulen?
    Da meine Tochter noch nicht detailliert beschreiben kann, welcher Art Schmerzen sie beim Spritzen hat, würde
    mich auch interessieren, wie Ihr das Spritzen (nicht den Einstich, sondern das Eindringen der Flüssigkeit in den
    Körper und das spätere Verteilen) empfindet. Habt Ihr anschließend Probleme oder hat man die nur, wenn man
    MTX oral einnimmt?

    Danke BeBE


    Autor: Fine (Erwachsenenbeitrag)
    Datum: 17.02.02 23:26

    hallo bebe,

    habe jahrelang selbst Spritzen bekommen.
    Kann dazu nur sagen, dass ich manchmal eine leichten Druck beim Eindringen der Flüssigkeit verspührt habe und
    dass ich das Verteilen der Flüssigkeit überhaupt nicht vertragen habe.
    Es wurde dann nur noch gespritzt und nicht mehr verteilt und dann ging es ganz prima ( keine blauen Flecken, keine
    Übelkeit - nichts).

    alles Gute für deine Tochter, fine


    Autor: Maria (Erwachsenenbeitrag)
    Datum: 18.02.02 07:59

    Hallo bebe,
    kriege seit 1 Jahr MTX vom Doc in den Po, Hersteller Medac 15 mg sind ca. 2ml, keine Probleme, ausser winzigen
    blauen Fleckchen. Habe für 2 Monate oral versucht und Rheuma wurde viel schlimmer. Aber ein 6jähriges Kind mag
    natürlich Spritzen sicherlich viel weniger als eine Tablette, oder? Ich hatte als Kind mit Spritzen grössere Probleme.
    Alles Gute!


    Autor: ddeMehlinger
    Datum: 18.02.02 09:25

    Hallo Bebe,

    die Kliniken ziehen das Mittel selbst auf Spritze, Fertigspritzen in der Dosierung gibt es m.E. momentan nur von Wyeth.

    Frag doch mal bei denen direkt nach, warum das so "Brummer" sein müssen. Wenn sich Kinder selbst spritzen, haben
    die ja u.U. auch nicht die Möglichkeit, das dann selbst zu tun.

    Tel. Wyeth, Münster: 0251-204-0, Fax 0251-204-1128

    Gruss ALCO


    Datum: 18.02.02 15:59

    Hallo!
    Meine Tochter Sophia ( 6 Jahre) bekommt seit Kurzem die MTX Spritzen auch von mir gespritzt.Sie bekommt 10 mg.
    Ihre Arznei : Methotrexat 15 von medac PZN nr. 4316852. Die Flüssigkeit wird mit der Spritze aufgezogen ( nur ein Teil)
    mit einer anderen Nadel wird dann gespritzt.Eine Beule gibt es natürlich auch. Sophia kann die Schmerzen auch nicht
    beschreiben. Aber laut Arzt soll es ziemlich brennen.
    Gruß Irene

    Nachgefragt in Mailingliste Kinderrheuma.


    Autor: Verena (Erwachsenenbeitrag)
    Datum: 18.02.02 18:36

    Hallo!

    Ich spritze mir seit drei Wochen 3,3ml Mtx von Lantarel in eine Bauchfalte. Ich ziehe selber auf und zum Einstechen
    nehme ich die feinsten "Diabetikernadeln" für s.c. (Apotheker wusste es am besten). Die Fertigspritzen sind vermutlich
    auf Injektionen in den Muskel ausgelegt, habe einmal so eine gesehen.

    Das Gefühl ist wirklich schwer zu beschreiben: Erst einmal bahnt sich da ja Flüssigkeit ihren Weg, die da nicht sein
    soll. Unter der Haut sind ja keine luftigen Reserveräume, wo es einfach reintröpfelt, deshalb gibt es eine Beule (ich habe
    eine große, sieht gefährlich aus). Es gibt schon ein minimales Brennen, aber wirklich gering, bei mir jedenfalls.
    Beschwerden habe ich sonst keine: nicht druckempfindlich, keinen blauen Fleck. Nur gerötet ist es, aber das kommt
    auch vom Zusammenkneifen der Bauchfalte beim Spritzen. Danach verteile ich das Mittel mit kreisenden Bewegungen
    im Bauchfett, da ist die Beule schnell wieder weg.

    Am unangenhmsten finde ich selbst das Gefühl wie sich die Flüssigkeit durchs Unterhautfettgewebe arbeitet.
    Um das Nachzuempfinden, könntest du dir selbst einmal eine identische Menge wie deine Tochter sie bekommt an
    aqua dest. oder Kochsalzlösung s.c. spritzen. Dein Hausarzt, der deiner Tochter oder der Apotheker können dir mit
    den Utensilien sicher weiterhelfen.
    Viele Dinge in der Medizin beruhen bekanntlich auf (Selbst-)Erfahrung.


    In diesem Sinne, Gruß, VERENA


    Datum: 18.02.02 19:03

    Hallo!
    Ich spritze meiner Tochter Saskia auch seit November MTX subkutan. Wir haben kleine Insulinspritzen, mit einer
    großen Nadel um das MTX (von Hexal) aus einer 25mg Ampulle zu entnehmen. Danach wechseln wir auf eine ganz
    kleine Nadel. Wir halten eine Falte beim Spritzen und Beulen haben wir noch nie gehabt. Unsere Tochter bekommt
    12.5 mg MTX. Das ist bei der Insulinspritze eine Menge von 0.5 ml.

    Viele liebe Grüße Kerstin

    Nachgefragt in Mailingliste Kinderrheuma


    Autor: Frank (Erwachsenenbeitrag)
    Datum: 18.02.02 20:48

    Hallo!
    Seit etwa 3 Monate spritze mir das MTX 7,5mg als Fertigspritze subkutan (Bauchfalte) selbst.Ich nehme eine feine
    Diabetiker-nadel u.spritz das MTX ganz langsam ein(wichtig).Eine Beule gabs bei mir noch nie höchstens mal leichtes
    Brennen. Die Apotheken kennen sich gut aus, auch meine Erfahrung. Sicher kann man das Mittel auch selber mit der
    Spritze aufziehen, gener. sollte bei jedem Spritzen immer eine neue Spritze+Nadel genommen werden.

    Gruß Frank


    Datum: 18.02.02 21:39

    Wir handhaben das folgenderweise:

    Wir benützen Insulinspritzen (Einteilung 40 Einheiten) mit den dazugehörigen , feinen, kurzen Nadeln. Das MTX ist
    bei uns als 25 mg MTX/1 ml-Stechampulle (und heisst "Methotrexat *Lederle* 25 mg- Stechampulle" der Fima
    Wyeth-Lederle Pharma GmbH., Wien)
    Melanie bekommt 10 mg, es werden dementsprechen 16 Einheiten aufgezogen. Es gibt aber auch 1 ml- Einwegspritzen,
    dann werden 0,4 ml aufgezogen.
    Wenn Melanie die Spritze bekommt, klagt sie immer, dass es brennt. Möglicherweise aber ist es der Alkohol, der brennt.
    Beulen bekommt sie keine (ist ja auch nicht so viel Flüssigkeit), gelegentlich klagt sie am nächsten Tag über
    Bauchschmerzen, aber zum Glück sehr selten.

    So das war es von mir. Ich hoffe, das hilft weiter, ich weiß ja nicht, ob es die 25 mg/1 ml Stechampullen auch in
    Deutschland gibt.

    Liebe Grüße, Ines

    Nachgefragt in Mailingliste Kinderrheuma


    Datum: 18.02.02 21:42

    Hallo Listies,

    wohin spritzt Ihr das MTX? Unsere Tochter (5 Jahre) läßt sich unter keinen Umständen in den Bauch spritzen,
    sondern vom Kinderarzt in den Oberarm (übrigens ohne Beulen oder blaue Flecken zu hinterlassen). Da sie sich nur
    ohne Probleme spritzen läßt, wenn ich sie auf meinen Schoß nehme und ablenke (z.B. vorlese), soll in Zukunft
    mein Mann spritzen.
    Er ist auch gerne dazu bereit, weil er als Sanitäter bei der Bundeswehr Spritzen gelernt hat, aber er meint, im Arm
    wäre das zu risikoreich. Unser Kinderarzt war sowieso etwas skeptisch, als ich ihm eröffnete, daß wir selber
    spritzen möchten.
    Deswegen wäre ich froh, wenn mir ein Elternteil bestätigen könnte, daß er auch in den Arm spritzt. Dann hätte ich
    nur den Widerstand meines Mannes zu knacken.

    Gruß Gudrun


    Datum: 19.02.02 11:13

    Hallo Gudrun,

    wir spritzen in den Oberschenkel, wie ich es in GAP "beigebracht" bekommen habe.

    Liebe Grüße, Ines

    Nachgefragt in Mailingliste Kinderrheuma


    Datum: 19.02.02 11:38

    Hallo,

    nachdem meine Tochter die Spritzen wegen der Schmerzen schon verweigern wollte, hat eine sehr sehr liebe und
    geduldige Arzthelferin in der Praxis unseres Doc das Spritzen übernommen. Sie spitzt EXTREM langsam, läßt sich
    bis zu 15 Minuten Zeit (!). Ergebniss: die Spitzen schmerzen kein bißchen mehr. Beulen hat meine Tochter nie
    bekommen! Das Brennen entsteht nur, wenn die Flüssigkeit sich nicht im Gewebe verteilen kann, weil zu schnell
    gespritzt wird!
    Übelkeit nach der Spritze massiv!
    Nach den Tabletten war es aber noch viel schlimmer.

    Versucht einfach mal, extrem langsam zu spritzen. Ihr werdet sehen, es bringt enorm viel.
    Liebe Grüße, Doris

    Da meine Tochter noch nicht detailliert beschreiben kann, welcher Art Schmerzen sie beim Spritzen hat, würde mich
    auch interessieren, wie Ihr das Spritzen (nicht den Einstich, sondern das Eindringen der Flüssigkeit in den Körper und
    das spätere Verteilen) empfindet. Habt Ihr anschließend Probleme oder hat man die nur, wenn man MTX oral einnimmt.



    Datum: 19.02.02 11:41

    Hallo,

    ich spritze Anna seit Mai MTX selbst. Im Krankenhaus hatten sie auch diese dünnen Insulinspritzen, die bekommt
    man in der Apotheke nicht. Aber die haben sich schlau gemacht. Wir nehmen Tuberkulinspritzen, die sind auch ganz
    lang und dünn (1ml). Dann haben wir "MTX 25 Hexal Injekt", das sind 1 ml Ampullen mit 25 mg Wirkstoff MTX. Ich
    ziehe 0.5 ml für eben Annas Dosis von 12,5 mg MTX auf. Man braucht also diese Ampulle, eine Tuberkulinspritze und
    eine lange Kanüle zum Aufziehen und eine kleine Kanüle zum Spritzen. Das Spritzen selbst empfindet sie je
    nach dem wie es mir gelingt von etwas bis gar nicht schmerzhaft, aber das Medikament in seiner Menge macht gar
    nichts und Beulen gab´s noch nie.

    Gruß Susanne


    Datum: 20.02.02 11:09

    Auch wir - resp. meine Frau - spritzen selbst. Wir verwenden das Lederle MTX in der 1 ml Ampulle, wovon 0,3 ml
    = 7,5 mg mit einer Insulinspritze mit einer Nadel der Größe 18 in den Oberschenkel gespritzt werden. Probleme
    gab es zeitweise mit der Kinderärztin, die uns eine billigeres Generika aufs Auge drücken wollte. Die Generikas
    gibt es aber nicht in der hohen Konzentration wie das Lederle, was zur Folge hätte, daß eine größere Menge gespritzt
    werden müßte. Die Garmischer haben es dann irgendwie geschafft, die Ärztin so zu impfen, daß dieses Thema
    z.Z. kein Thema mehr ist.
    Zeitweise macht Simone beim Samstäglichen Spritzen Zirkus, zeitweise nicht; manchmal spuckt sie, manchmal nicht.
    Eine Logik oder Regelmäßigkeit ist aber leider nicht zu erkennen. Insgesamt glauben wir aber beobachten zu können,
    daß das Gemecker von Simone über die Spritzerei in dem Maß zunimmt, in dem ihre Erinnerungen an die Schmerzen
    bei Rheuma abnehmen.

    Gruß Max

  3. #3
    VerenaHH
    Gast

    alter Beitrag v. Doc Langer

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    Hallöchen, hier ein Beitrag von der letzten gleichen Diskussion

    Autor: Priv.Doz.Dr.med.H.E. Langer
    Datum: 24.04.02 08:21

    Hallo @alle,

    eigentlich will ich ja selber keine Beiträge ins Forum schreiben, da es ein Erfahrungsaustausch von Betroffenen ist. Was allerdings nicht bedeutet, dass ich die Beiträge im Erfahrungsaustausch regelmäßig lese.

    Manchmal frage ich mich dabei, ob es eigentlich Sinn macht, dass ich mich abends und am Wochenende hinsetze und Fragen von Usern beantworte und außerdem Monat für Monat rheuma-news schreibe, denn ich habe ab und zu schon den Eindruck, dass das überhaupt keiner liest.

    Als Beispiel:

    Gerade im April (=der laufende Monat) steht der folgende Beitrag auf der Startpage von rheuma-online, der eigentlich sehr klar und deutlich belegt, dass die Selbstinjektion von Mtx durch Patienten nach entsprechender Einweisung und entsprechendem Training eine ungefährliche Angelegenheit ist. In den ausgewählten Fragen und Antworten habe ich auch schon etwas dazu geschrieben. Im übrigen scheint es in dieser Frage ziemlich viel unsinnige Bemerkungen von rheumatologisch nicht spezialisierten Ärzten zu geben, da ich davon ausgehe, dass die Patienten das schon richtig wiedergeben, was ihre Ärzte ihnen gesagt haben. So zum Beitrag von Antje:

    "Daraufhin habe ich meine Ärztin befragt und sie hat mir vom MTX-selbst-spritzen abgeraten. Sie meinte es wäre unverträglicher als die Tabletten, es könnte passieren, dass die MTX-dosis nach einer Zeit erhöht werden muss, weil die Wirkung nachlässt."

    Wenn die Ärztin dies so gesagt hat: Es ist der blanke Unsinn. Mtx in Spritzenform ist üblicherweise wesentlich verträglicher als in Tablettenform, wenn wir von derselben Wirkdosis ausgehen. Was stimmt, ist, dass manche Patienten von der Tablette nur einen ganz geringen Teil überhaupt in den Körper aufnehmen. Das sind dann oft auch die Patienten, bei denen Mtx nicht ausreichend wirkt. Und da natürlich von der Tablette weniger als bei der Spritze im Körper ankommt, hat man entsprechend weniger mögliche Nebenwirkungen und kommt dann zu dem (irrtümlichen ) Ergebnis, Mtx als Tablette wäre verträglicher als Mtx in Spritzenform.

    Warum die Mtx-Wirkung nachlassen sollte, wenn man es selber spritzt, ist mir nicht klar. Die einzige Erklärung wären die die heilenden Hände der Ärztin, die für den kurzen Augenblick, in dem sie bei der Spritze in die Nähe des Patienten kommen, die Wirkung von Mtx unterstützen. Und warum die Wirkung von Mtx in Spritzenform nachlassen sollte und bei den Tabletten nicht, ist mir ebenfalls schleierhaft. Und auch weder durch wissenschaftliche Untersuchungen noch durch die tägliche Erfahrung zu belegen.

    Ich glaube, jetzt war ich etwas scharf, aber wenn ich etwas nicht abkann, ist es dummes Zeug, was in die Welt gesetzt wird und andere Patienten, die mit einer Therapie viel Freiheit und Selbständigkeit gewonnen haben, verunsichert.

    Ich wünsche allen einen schönen und vor allem schmerzfreien Tag und denke, dass wir am Thema Mtx-Selbstinjektion durch Patienten dranbleiben sollten.

    Beste Grüße an alle User,

    Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer (rheuma-online)

    Und nun der Beitrag von der Startpage (www.rheuma-online.de):

    Selbstinjektion von Methotrexat

    Schon länger wird im Forum über die Selbstinjektion von Methotrexat (z.B. Lantarel) durch die Patienten diskutiert. Wir haben dazu jetzt eine sehr interessante Studie ausgegraben, die sich mit den Sicherheitsaspekten dieser Behandlung beschäftigt.

    In dieser kanadischen Studie aus Vancouver wurden 40 Patienten trainiert, sich Methotrexat (und auch Gold) selber zu spritzen. Anschließend wurde über 3 Jahre die Sicherheit dieser Behandlungsmaßnahme überwacht.

    65% der Patienten spritzten sich selbst; bei 35% wurden die Injektionen durch Angehörige vorgenommen, die vorher ebenfalls entsprechend trainiert worden waren.

    Während einer durchschnittlichen Beobachtungsdauer von 34 Monaten kam es bei 2 der 40 Patienten zu einer oberflächlichen Reizung im Bereich der Injektionsstellen. 2 Patienten unterlief ein Dosierungsfehler, der aber glücklicherweise ohne Folgen blieb. Insgesamt war die Rate an Nebenwirkungen nicht höher als in einer Gruppe von Patienten, die die Injektionen im Rahmen einer klinischen Betreuung durch Krankenschwestern erhielten.

    Arthur AB, Klinkhoff AV, Teufel A. (Mary Pack Arthritis Centre and the University of British Columbia, Vancouver, Canada): Safety of self-injection of gold and methotrexate, J Rheumatol. 1999;26:302-5.

    Kommentar von rheuma-online: Die Selbstinjektion von Methotrexat durch Patienten wird immer häufiger praktiziert. Für die Betroffenen ist die damit verbundene Selbständigkeit vielfach von unschätzbarem Wert. Die Erfahrungen aus der täglichen rheumatologischen Praxis zeigen, dass diese Methode bei vielen Patienten nach entsprechender Einweisung völlig problemlos funktioniert. Die referierte Studie ist deshalb so wichtig, da sie auch wissenschaftlich belegt, dass solche Selbstinjektionen nicht mit einem erhöhten Risiko einhergehen.

    Und das folgende findet man, wenn man in den Fragen und Antworten des Monats nachschaut:

    Mtx selber spritzen?(Diskussion im Forum):

    Im Prinzip gibt es keine Gründe, warum ein Patient Mtx nicht selber spritzen sollte, dann allerdings nach entsprechender Anleitung und subkutan (d.h. unter die Haut). Wir schulen unsere Patienten, die sich Mtx selber spritzen möchten, entsprechend (so wie ja auch Zuckerkranke entsprechend geschult werden und sich ihr Insulin auch selber spritzen). Wir praktizieren dieses Verfahren jetzt schon seit mehr als 11/2 Jahren (Stand: Januar 2002) und haben bislang von unseren Patienten nur positive Rückmeldungen bekommen. Ernste Probleme, die auch nicht zu erwarten waren, sind bislang nicht aufgetreten.

    Zur Frage der Mtx-Gabe haben wir schon einmal eine Antwort gegeben (Priv. Doz. Dr. Langer bei den ausgewählten Fragen und Antworten im August 2001:

    Art der Methotrexat-Einnahme: Tablette oder Spritze? Wenn Spritze: Unter die Haut, in den Muskel oder in die Vene?

    Maja: Aufgrund einer diagnostizierten Arthritis Psoriatica wurde vor ungefaehr 6 Wochen meine Behandlung mit Sulfasalazin um die Behandlung mit Methotrexat erweitert. Ich weiss nun, dass die Verabreichung dieses Medikamentes entweder in Form von Tabletten oder als Spritzen moeglich ist. Bezueglich letzterer Variante moechte ich gerne in Erfahrung bringen, welche Aspekte einer vom Patienten selbst verabreichten woechentlichen Spritze (s.c.) entgegenstehen und ob diesbezueglich bereits Erfahrungswerte bzw. Forschungsergebnisse vorliegen

    Antwort: Wenn man Methotrexat in Form von Tabletten gibt, wird es von den einzelnen Patienten sehr unterschiedlich resorbiert, d.h. in den Körper aufgenommen. Man ist deshalb bei dieser Verabreichungsform nicht sicher, ob ein genügend hoher Wirkspiegel im Blut erzielt wird. Fängt man bei einer Mtx-Therapie mit der Tablettenform an und stellt nach einigen Wochen fest, daß es nicht ausreichend wirkt, muß man auf die "parenterale" Form umsteigen, d.h. auf eine Verabreichungsform "am Magen vorbei" (parenteral von para = griech. an, vorbei; enter = lat. Magen, Darm). Parenterale Verabreichungsformen sind die intravenöse Gabe (i.v., Spritze in die Vene), die intramuskuläre Gabe (i.m., Spritze in den Gesäßmuskel) oder die subcutane Gabe (s.c., Spritze unter die Haut). Bei allen drei Formen stellt sich die Frage der unterschiedlichen Medikamentenaufnahme durch den Magen-Darm-Trakt nicht, d.h. man ist sicher, daß soviel Methotrexat im Körper ankommt, wieviel auch ankommen soll. Generell gilt die grobe Regel, daß Mtx bei parenteraler Gabe etwa ein Drittel stärker wirkt als bei der Tablettengabe. Ein weiterer Vorteil der parenteralen Gabe liegt darin, daß es von vielen Patienten besser vertragen wird als die Tabletten.

    Die übliche Form der parenteralen Gabe von Mtx ist die intravenöse Gabe. Der Nachteil dieser Verabreichungsform ist die erhebliche Abhängigkeit des Patienten vom Arzt, da man dazu in der Regel einmal pro Woche in die Praxis muß. Deshalb wären andere Verabreichungsformen, bei denen der Patient nicht auf den wöchentlichen Arztbesuch angewiesen ist, angenehmer, abgesehen davon, daß bei Patienten mit schlechten Venen die intravenöse Gabe nicht nur für den Patienten, sondern auch für den Arzt eine Qual ist. Am attraktivsten ist bei den Alternativen die subcutane Gabe, da sich der Patient dabei das Methotrexat selber unter die Haut spritzen kann (ähnlich wie sich ein Zuckerkranker auch selber die Insulinspritzen gibt).

    Unseres Wissens gibt es keine Studie, die die intravenöse Gabe von Mtx mit der subkutanen Gabe oder der intramuskulären Gabe vergleicht. Wir selber führen in letzter Zeit wegen des oben genannten Vorteils immer häufiger die s.c.-Gabe durch. Unsere Erfahrungen damit sind sehr gut und die Patienten sind sehr zufrieden. Die Patienten lernen bei uns in der Praxis die Selbstinjektion und spritzen sich dann das Methotrexat einmal in der Woche selber. Natürlich bleiben die regelmäßigen notwendigen Kontrolluntersuchungen im Rahmen des Therapiemonitorings und Sicherheitsprogramms für Mtx.

    Sowohl aus theoretischen Überlegungen als auf Grund der eigenen praktischen Erfahrung dürfte die subcutane Gabe von Methotrexat in der Wirksamkeit ähnlich gut sein wie die intravenöse Gabe. Die Verträglichkeit ist ebenfalls vergleichbar gut.

    Experte: Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer

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