Ergebnis 1 bis 2 von 2
  1. #1
    kukana
    Gast

    computer und behinderung / rheuma

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    hi an alle,

    wir haben ja durch unsere erkrankungen recht vielfältige probleme mit dem pc umzugehen. es gibt einige die im ein finger system tippen, andere die nach einer halben stunde am pc schmerzen bekommen, einige benutzen bereits eine sprach software.
    ich habe eine seite entdeckt auf der unter anderem auch freeware zum download bereit gestellt wird. dazu kann man sich auch software mass geschneidert erstellen lassen, gegen einen fairen preis.
    schaut mal ob euch dort eine hilfe geboten wird.

    http://www.marlem-software.de/downlmz.html

    lieben gruss kuki

  2. #2
    dde Mehlinger
    Gast

    Re: computer und behinderung / rheuma

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    Hallo Leute,

    ich habe da, aktuell in der "mobil", Regionalteil für Rheinland-Pfalz, den nachstehenden Artikel gefunden. Wäre ja u.U. auch ne Möglichkeit, weitere Infos zu bekommen.

    Gruss
    ALCO
    http://people.freenet.de/alwin.corell/rrheuma.htm

    Schreiben mit dem Lichtstrahl

    Technische Hilfen auch für chronisch Rheumakranke

    Computer haben in den letzten Jahren das Leben vieler Menschen verändert. Für chronisch Kranke oder Körperbehinderte können PCs und technische Hilfen aber auch Kommunikation und Integration bedeuten. Die Arbeit der "Beratungsstelle für unterstützte Kommunikation" in Bad Kreuznach macht deutlich, wie moderne Technik helfen kann, die Lebensqualität auch schwerstbetroffener Menschen zu verbessern.

    Ein Lichtstrahl geht vom Kopf aus und fällt auf ein tastaturähnliches Gerät. Daraufhin erscheint ein Buchstabe oder ein Wort auf dem Bildschirm. Dann klingelt es an der Tür, der Lichtzeiger weist auf ein anderes Feld, und die Tür öffnet sich. Was für manchen wie Science Fiction klingt, ist für Pit Staiger-Sälzer Arbeitsalltag: Der Ergotherapeut leitet die Beratungsstelle für unterstützte Kommunikation und elektronische Hilfen (BUK) im Rehabilitationszentrum Bethesda. Diese Einrichtung der Kreuznacher Diakonie hilft chronisch kranken und behinderten Menschen und berät sie bei der Wahl geeigneter Hilfsmittel.

    In dem Rehabilitationszentrum leben mehr als 160 körperbehinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Der leitende Arzt Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann ist Orthopäde und Rheumatologe, und seit 1993 Mitglied des Beirates der Rheuma-Liga Rheinland-Pfalz.

    Wer sich nicht oder nur stark eingeschränkt bewegen kann, wer sein unmittelbares Umfeld (einschließlich des Wohnumfelds) nicht aktiv beeinflussen kann, für den kann die BUK in vielen Fällen Hilfe zur Kommunikation im weitesten Sinne leisten. Menschen mit schweren entzündlich-rheumatischen Erkrankungen gehören zu diesem Personenkreis, aber auch Menschen mit angeborenen oder erworbenen Behinderungen. Die 1994 aus einem zunächst internen Arbeitsschwerpunkt entstandene Beratungsstelle unterstützt sie bei der Suche nach geeigneten Hilfsmitteln, aber auch bei der Antragstellung und der individuellen Anpassung. "mobil in Rheinland-Pfalz" sprach mit dem Leiter der BUK, Pit Staiger-Sälzer, über Voraussetzungen, Ablauf und Möglichkeiten der Behandlung.

    • Herr Staiger-Sälzer, die Beratungsstelle für Unterstützte Kommunikation wendet sich mit ihrem Hilfsangeboten nicht nur an Bewohner des Rehabilitationszentrums, sondern an alle Betroffenen. Heißt das, jeder kann bei Ihnen Rat suchen und Unterstützung erwarten?

    Jeder Mensch mit einer chronischen Erkrankung oder einer Behinderung kann sich an uns wenden. Allerdings müssen wir natürlich prüfen, welche Möglichkeiten der Unterstützung wir im Einzelfall haben. Normalerweise ruft der Patient, oder ein Angehöriger, zunächst bei uns an, und wir vereinbaren einen Termin für ein Beratungsgespräch. In diesem persönlichen Gespräch ermitteln wir den weiteren Beratungs- oder Behandlungsbedarf.

    • Braucht der Patient dafür eine ärztliche Verordnung?

    Wenn sich an dieses Beratungsgespräch eine weitergehende Behandlung oder Unterstützung anschließt, dann ist für diese Behandlung eine ärztliche Verordnung für Ergotherapie oder die Einbindung in eine Rehabilitationsmaßnahme erforderlich. Wir suchen dann im Rahmen eines Behandlungs- bzw. Beratungsplans die für diesen Klienten geeigneten Hilfsmittel. Sehr wichtig ist, dabei auch das familiäre oder berufliche Umfeld zu betrachten.

    • Wie findet man denn das "richtige" Hilfsmittel?

    Dazu müssen wir uns fragen, welche körperlichen Einschränkungen vorliegen und was wir mit der Behandlung erreichen wollen und können. Bei Menschen mit chronischen rheumatischen Erkrankungen gilt es, die noch vorhandenen Bewegungsmöglichkeiten auszunutzen. Erst dann können wir entscheiden, welche Hilfsmittel, welche Hardware und Software am besten dafür geeignet sind, die Einschränkungen zu kompensieren. Unsere Beratungsstelle kann herstellerunabhängig informieren und verfügt über zahlreiche Geräte, die für Tests genutzt werden können.

    • Welche dieser Geräte und Techniken kommen für schwer Rheumakranke in Frage?

    Bei der Arbeit am Computer beispielsweise nutzen die meisten Menschen Tastatur und Maus. Diese Eingabegeräte lassen sich bei großen Bewegungseinschränkungen oft nicht mehr verwenden. Hier gibt es eine Vielzahl von Alternativen, etwa spezielle Tastaturen oder eine Art Mini-Joystick anstelle der Maus. Eine weitere Möglichkeit sind Spracherkennungs-Programme: Anstatt einen Text zu tippen, sprechen Sie ihn in ein Mikrofon. Ein Computerprogramm erkennt dann, was Sie sagen, und zeigt den entsprechenden Text am Bildschirm an. Das erfordert anfangs Training und Geduld, aber nach einiger Zeit muss man kaum noch "nachbessern".

    • Solche Hilfen kann man auch am Arbeitsplatz verwenden ...

    ... wobei wir aber zum Beispiel die Spracherkennung nie als alleiniges Hilfsmittel einsetzen. Im Büro etwa prüfen wir, wie der Arbeitsplatz an die besondere Situation unseres Klienten angepasst werden kann. Da spielt die Tischhöhe eine Rolle, da gibt es die Möglichkeit, Türen per Telefontastatur zu öffnen und vieles mehr. Generell versuchen wir, allzu "wuchtige", also überdimensionierte oder sehr komplexe Geräte zu vermeiden, wenn ihr Einsatz nicht unbedingt erforderlich ist.


    • Wenn Sie nun eine für den Klienten geeignete Lösung gefunden haben, wie geht es dann weiter?

    Unsere Beratungsstelle wird einen individuellen Versorgungsvorschlag erarbeiten und einen Kostenvoranschlag einholen. Der Patient reicht diesen Vorschlag bei seinem Arzt zur Verordnung sowie beim Kostenträger, also der Kranken- oder Rentenversicherung ein. Wenn technische Hilfen oder Umbauten am Arbeitsplatz erforderlich sind, besichtigen wir die Arbeitsstätte und stimmen unseren Lösungsvorschlag mit dem Arbeitgeber, dem Arbeitsamt usw. ab.

    • Arbeitet Ihre Beratungsstelle vorwiegend im Raum Bad Kreuznach oder auch außerhalb der Region?

    Anfragen etwa zu Hilfsmitteln bekommen wir inzwischen aus ganz Deutschland. Aber die eigentliche Betreuung unserer Klienten ist meist zeitaufwändig und erfordert den persönlichen Kontakt. Unsere Beratungsstelle hat zurzeit neun Mitarbeiter, davon drei Ergotherapeuten und einen Spezialisten für Computer und Telefonie. Wir konzentrieren uns auf die Bewohner des Rehabilitationszentrums und darüber hinaus auf chronisch kranke und behinderte Menschen im Land Rheinland-Pfalz. Die BUK ist ein Kompetenzzentrum im Konzept der Landesregierung und arbeitet in einer Landesarbeitsgemeinschaft mit ähnlichen Einrichtungen zusammen.

    • Wieviele Menschen betreut und berät die BUK?

    Wir haben einen "Stamm" von etwa 400 Klienten. Viele sind gewissermaßen Dauerkunden, weil sich ihr Gesundheitszustand und damit auch der Beratungsbedarf fortentwickelt. Dies ermöglicht aber zugleich eine Langzeitbeobachtung dieser Menschen, und wir können dazu beitragen, ihnen eine Lebensperspektive zu geben.

    • Noch einmal zu den elektronischen Hilfen. In diesem Bereich hat es in den letzten Jahren sicher Neu- und Weiterentwicklungen gegeben, die für Ihre Arbeit hilfreich sind. Können Sie uns noch einige Beispiele zeigen?

    Heute gibt es Eingabegeräte für Computer, die nicht wie eine gewöhnliche Tastatur per Fingerdruck bedient werden, sondern mit einem Lichtzeiger. Ein solcher Zeiger kann mit dem Finger gesteuert werden, er lässt sich aber auch - an einem Stirnband oder Brillengestell befestigt - mit leichten Kopfbewegungen steuern. Fällt das Licht des Zeigers auf ein bestimmtes Feld der "Tastatur", dann erscheint nach einer vom Benutzer wählbaren Zeit der entsprechende Buchstabe auf dem Bildschirm. Häufig benutzte Wörter, Sätze oder PC-Funktionen kann man speichern, bestimmten Tasten zuordnen und dann zeitsparend schreiben.

    Wir sind bestrebt, für möglichst viele unserer Klienten "Grundgeräte" zu finden, die an das Fortschreiten der Krankheit oder Behinderung angepasst werden können. Dieser Lichtzeiger ist ein gutes Beispiel: Wenn die Benutzung des Handzeigers nicht mehr möglich ist, kann man auf Kopfbedienung umstellen; das Eingabegerät bleibt aber das gleiche.

    • Solch ein Gerät wäre zum Beispiel auch für rheumakranke Menschen mit Bewegungseinschränkungen im Schulter-Arm-Bereich interessant.

    Richtig, und ein System wie dieses lässt sich auch für andere Funktionen einsetzen. Wenn etwa ein Türöffner oder der Fernseher an so ein Gerät angeschlossen werden können, ist das ein weiteres Stück Selbstständigkeit.

    Andere Geräte, die ebenfalls hilfreich sind: Mini-Roboter, die sich über Bewegungen des Kopfes oder nur des Kinns bewegen lassen und so bestimmte Arbeiten verrichten. Die Erfahrung, auf diese Weise selbst produktiv etwas leisten zu können, ist in ihrer Wirkung auf das Selbstwertgefühl des Klienten nicht zu unterschätzen.

    • Das Problem bei der Versorgung mit elektronischen Hilfen ist demnach nicht das Fehlen von Geräten?

    Nein, woran es vielerorts noch fehlt, ist die kompetente Unterstützung. Die Technik dagegen ist da und wird ständig weiterentwickelt. Inzwischen gibt es sogar Hilfsmittel, mit denen Menschen wieder zu schreiben in der Lage sind, die sich so gut wie nicht mehr bewegen können: Ein "Gedankenübersetzer" (Thought Translation Device) wandelt elektrische Hirnpotentiale in einen Punkt auf einem Bildschirm um, der sich - wenn auch viel langsamer und mühsamer - ähnlich steuern lässt wie ein Lichtzeiger. Letztlich sind all diese Geräte, so faszinierend sie sein mögen, aber nur Mittel zum Zweck ...

    • ... der sozialen Rehabilitation chronisch kranker und behinderter Menschen?

    Wir wollen unsere Klienten mit den elektronischen Hilfen mobilisieren und zur Kommunikation bringen. Deshalb ist es auch von Vorteil, dass unsere Beratungsstelle Teil einer großen Organisation mit vielen verschiedenen Werkstätten und anderen Einrichtungen ist. Aber wir arbeiten auch mit Schulen und Kindergärten zusammen und bilden Therapeuten und Lehrer fort. Diese Vernetzung ist für unsere Arbeit wichtig.

    Information/Kontakt:
    Beratungsstelle für Unterstützte Kommunikation und elektronische Hilfen (BUK)
    kreuznacher diakonie - Rehabilitationszentrum Bethesda
    Telefon (06 71) 6 05 38 55, Fax
    (06 71) 6 05 38 45
    E-Mail: buk@kreuznacherdiakonie.de

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