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  1. #1
    Birgit
    Gast

    Rheuma und Partnerschaft

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    Hallo, liebe Rheumis,
    danke, dass Ihr Eure Erfahrung, Kenntnisse und Eure Empfindungen mit vielen Menschen, so auch mit mir teilt. Ich wünsche mir allerdings noch mehr Gedanken- und Erfahrungsaustausche zum Thema "Rheuma und Partnerschaft". Vielleicht haben ja auch einmal Partner Rheumaerkrankter den Mut, hier etwas zum Thema oder über sich zu schreiben?? Ich finde gerade auch diese Thematik sehr wichtig; es verändert sich ja nicht nur unser eigenes Leben sondern das der ganzen Familie, des ganzen Umfeldes,nicht wahr? Vor 2 Jahren schrieb ich ein Buch, das ein Hoffnungsträger, sozialkritischer Beitrag zum Thema "Leben mit Rheuma" und auch Anregung zum Gedanken- und Erfahrungsaustausch sein soll. Neugierig geworden?? Unter www.rheuma-tipps.de könnt Ihr einen kleinen Buchausdruck lesen und auch sonst einmal schauen, was ich so zu sagen bzw. zu schreiben hatte. ich würde mich riesig über Euren Besuch und Beiträge jeglichen Themas, besonders jedoch über obengenanntes "Rheuma und Partnerschaft" in meinem Forum freuen.
    Viel Mut, Kraft und immer wieder Hoffnung und eine Menge Freude am Leben, schöne Ostertage noch,
    Birgit

  2. #2
    Udo
    Gast

    Re: Rheuma und Partnerschaft

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    Hallo Birgit,

    meine Frau ist an Sarkoidose und cP erkrankt. Am Anfang war es für mich - ich bin Arzt - ein ziemlicher Schlag.

    Bei den Arztbesuchen begleite ich meine Frau, da sie das Gefühl hat, dann eher ernst genommen zu werden - eine Einschätzung die ich leider teilen muß. Sicherlich ist es für mich etwas leichter, mit den medizinischen Problemen umzugehen. Durch die Auswertung der Arztbesuche können wir gemeinsam nach Therapien etc. suchen. Wir reden dadurch viel und intensiv miteinander.

    Für mich war ganz klar, daß ich meine Frau nach Kräften unterstützen werde. Sie hat für mich regelmäßig zurückgesteckt, damit ich mich beruflich entwickeln konnte. Jetzt darf ich endlich zurückgeben, was meine Frau mir an Unterstützung gegeben hat. Ich kenne aber durchaus auch Kollegen, bei denen die chronische Krankheit zur Trennung führte.

    Mein Leben hat sich durch die Erkrankung meiner Frau eher positiv geändert. Ich habe die Anzahl meiner Dienste auf ein für die Kollegen zumutbareres Mimimum reduziert. Überstunden schiebe ich nur noch, wenn sie unausweichlich sind, was ein neues Durchsetzungsvermögen dem Chef gegenüber erforderte. Dadurch habe ich ganz erheblich den Streß reduziert, widme mich mehr der Familie.

    Ich glaube auch, daß mich die Erkrankung meiner Frau gegenüber den Patienten sensibilisiert hat. Ich erkläre ihnen mehr, nehme mir - so gut es im Klinikbetrieb geht - Zeit, Befunde und die Bedeutung mit ihnen zu besprechen. Es war, als sei ich dadurch aus meiner Routine aufgerüttelt worden.

    Für mich war es schon vor der Erkrankung meiner Frau selbstverständlich, im Haushalt mit anzufassen, da sie auch berufstätig ist.

    Durch die häufigen Krankenhausaufenthalte war ich natürlich auch gezwungen, meinen Sohn eigenständig zu versorgen, so daß ich auch ein besseres Verständnis in Bezug auf die Probleme Alleinerziehender entwickelt habe. Für mich kam es nicht in Frage, meinen Sohn an die Eltern oder Schwiegereltern "abzugeben". Zwangsläufig kam es dadurch zu einer Verbesserung der Beziehung zu meinem sechsjährigen Sohn. Sah ich ihn vorher meist an den Wochenenden, da er unter der Woche in der Regel schlief, wenn ich nach Hause kam, hole ich ihn jetzt aus der Kita ab. Wir unternehmen mehr gemeinsam, reden mehr und kuscheln regelmäßig. Ich übernehme die Elternabende u.s.w..

    Die Achtung vor meiner Frau ist gestiegen. Heute sehe ich, was sie alles "nebenbei" erledigt hat, um mir meine Karriere zu ermöglichen. Familie, Beruf, Haushalt, Behördenkram ...

    Nach meiner Ansicht hat die Erkrankung gerade unsere Familie gefestigt. Für mich war es ganz klar eine positive Veränderung - auch wenn es Tage gibt, an denen man sich hilflos fühlt.

    Gruß Udo

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