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  1. #1
    tiffy
    Gast

    Müdigkeit und Charakterveränderung

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    Hallo,

    ich leide siet ca. 8 Jahren an Poly-Athritis und nehme seit 4 1/2 Jahren MTX (12,5mg die Weche) und täglich Cortison (5mg). Seit ca. einem Jahr stelle ich Veränderungen fets: ich bin sehr müde und habe mich auch persönlich stark verändert (extrem reizbar, lustlos, desinteresiert).

    Die Ärzte können keine Mangeerscheinungen o.ä. feststellen und schieben alles auf das Cortison. Hat jemand ähnliche Erfahrung? Ohne Cortison müsste ich erstmal weider mit Schmerzen leben und mir eine neue Therapi-Form suchen - dabei geht es mir rheumatisch zur Zeit eigentlich so prima...

    Gibt es irgendeine Möglcihkeit wieder auf die Füsse zu kommen? Ich bin schon viel draussen, arbeite weniger, gehe wieder zum Sport und esse gesünder: aber helfen tut mir das leider nicht.

    Ich bin für jede Anregung oder Erfahrung dankbar!

    Gruss Tiffy

  2. #2
    Deleyne
    Gast

    Re: Müdigkeit und Charakterveränderung

    Hallo Tiffy
    Ich habe seit 10 Jahren Morbus Still (auch eine Form von Polyarthritis) mit Remission zwischendurch und nehme Cortison 6.25 mg/Tag. Ich habe mich charakterlich gemäss meinem Mann überhaupt nicht verändert. Versuche höchstens das Leben doppelt zu geniessen. MTX möchte ich nicht nehmen. Werde laufend untersucht und habe trotz erhöhten Entzündungswerten während Schüben bis jetzt keinen Schaden genommen. Vielleicht musst Du bei MTX oder woanders suchen. Ich verwende zusätzlich homöopathische Mittel und Vitamine, die mir helfen die Entzündungen zu senken, das Immunsystem zu stärken. Ich wünshce Dir schöne, schmerzfreie Ostern.
    Grüsse Deleyne

  3. #3
    Angie
    Gast

    Re: Müdigkeit und Charakterveränderung

    Hallo Tiffy,
    das mit der Müdigkeit kenne ich auch. Ist wohl eine allgemeine Begleiterscheinung bei rheumatischen Erkrankungen, bei denen ja der Körper ständig gegen sich selbst kämpft. Durch die Medis habe ich diesbezüglich eigentlich keine wesentlichen Veränderungen gemerkt (400 mg Quensyl und 6,25 mg Cortison tgl.).
    Zur Charakterveränderung: Ich glaube, dass jeder Mensch mit einer chronischen Krankheit anders umgeht.
    Was mich betrifft, so habe ich mich ganz bestimmt verändert. Einerseits muss ich lernen, meinen Körper trotz des Rheumas und der körperlich sichtbaren Nebenwirkungen (vor allem durch das Cortison) zu akzeptieren, zu respektieren und ... naja, gern zu haben. Außerdem bin ich in bestimmter Beziehung egoistischer bzw. rücksichtsloser geworden: Ich gönne mir Ruhe, wenn ich sie brauche. Ich pflege ganz bewusst meine Mußestunden. Ich genieße ganz anders als früher. Ich orientiere mich viel weniger an den Erwartungen anderer mir gegenüber. Früher war ich das typische "Opfer", wollte es allen recht machen und war ein ehrgeiziges Arbeitstier. Heute bin ich lässiger und versuche, mir so oft wie möglich selbst gut zu tun, auch wenn ich damit anecke.
    Liebe Grüße aus Tirol von Angie

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  5. #4
    Uschi
    Gast

    Re: Müdigkeit und Charakterveränderung

    Hi, Tiffy.

    Ja, das gehört zu unserem Erkrankungen. Ich war (9 Jahre cP) auch immer so deprimiert und sehr müde. Die Müdigkeit ist auch ein Teil der Medis-Auswirkungen und dem Stress, unter dem der Körper durch die ständigen Entzündugen leidet. Die Depressionen sind eine typische Begleiterscheinung und dagegen kannst natürlich ärztlich betreut auch leichte Antidepressiva nehmen (z.B. Johanniskraut in konzentrierter Form) und - das kommt aus meiner eigenen Erfahrung - du mußt versuchen, das Schöne im Leben wiederzufinden.

    Was interessierte dich mal? Woran hängt dein Herz? Womit kannst du dich identifizieren und was bringt dich zum lachen?

    Ich höre gerne Musik, ich gehe furchtbar gerne essen und ich leiste mir regelmässig Kaffee auswärts und mache auch mal eine lange Fahrt mit meinem Auto in die Natur.

    Ich war lange "down", sehr tief. Ich mußte ernsthafter Therapier unterzogen werden, denn ich hatte kein Interesse am Leben mehr. Und heute bin ich einigermassen wieder obenauf, ich lache gerne, bin fröhlich und mache nur noch die Dinge, die mir Spass machen und ich pfeiffe darauf, was andere davon halten oder darüber denken.

    Die Krankheit, die wir alle haben, wird uns ein Leben lang begleiten. Und deswegen müssen wir sie akzeptieren und uns mit ihr arrangieren. Nicht kämpfen, nicht hinterfragen, nicht aufgeben - stark bleiben, weinen, schreien, lachen und akzeptieren. Dann geht es bestimmt besser.

    Und wenn es auch manchmal wenig Trost ist, es gibt noch ganz viele andere Menschen, denen es sehr viel schlechter geht und das hilft schon mal.

    Das du dich charakterlich veränderst, ist wohl uns allen bekannt. Ich bin auch nicht mehr so impulsiv und leichtlebig. Mein Leben ist ernster geworden, ruhiger - Aggressionen und Reizbarkeit gehören zum Krankheitsbild. Wer immer Schmerzen hat, wer immer schlecht schläft, der wird unweigerlich psychisch überbelastet und kann oft gar nicht anders sein. Also, und sei es - wenn du schlecht drauf bist, gönn dir was Schönes oder schmeiss was an die Wand. Wenn du weinen willst, weine und wenn du allein sein willst, sei es - Zwänge gehören nicht mehr zu uns.

    Ich wurde mitten aus einem erfüllten Leben mit viel Spaß, Reisen, einem interessanten Beruf, Partys, Promis, Haus und Familie durch diese cP gerissen. Ich verlor Ehe, Freunde, Heimat - aber ich habe mich und ich bin mir treu geblieben.

    Kopf hoch, Schultern zurück und Nase in den Wind! Das Leben ist schön, egal wie.

    Liebe Ostergrüsse sendet dir "pumpkin" Uschi

  6. #5
    Meike
    Gast

    Re: Müdigkeit und Charakterveränderung

    Hallo Tiffy

    also ich habe Fibro und bis wir darauf gekommen sind, was ich nun habe ich sehr viel Cortison erhalten.

    Erst das 3. Cortison habe ich dann auch vertragen. Ich hatte bei einem Cortison richtige Wutanfälle, konnte mich selbst nicht leiden, ich war einfach nicht mehr ich selbst.

    Nach dem Absetzen, bzw. bei einem anderen Cortison hatte ich dies alles nicht mehr.

    Es wäre ja einen Versuch wert, oder?

    Liebes Grüßle

    Meike (bin neu hier)

  7. #6
    Werner
    Gast

    Re: Müdigkeit und Charakterveränderung

    Hallo Tiffy,
    ich glaube nicht, daß diese Erscheinungen vom Kortison kommen, weil es ja ein körpereigenes Hormon ist und der Körper es sowieso braucht. Ich hatte auch nie Probleme damit.
    Beim MTX ist das anders. Es greift ja in das Immunsystem ein.
    Als Nebenwirkungen sind Störungen im vegetativen Nervensystem bekannt. Dies erklärt dann auch die Schlaflosigkeit, Unruhe, Ohrgeräusche, Reizbarkeit usw.
    Meistens geht das aber 1 Tag nach der Einnahme von MTX wieder weg.
    Leider kann ich keinen brauchbaren Rat geben. Sollten die Nebenwirkungen zu stark sein, wäre vielleicht eine Umstellung sinnvoll. Man sollte sich aber auch in diesen Punkten seinem Arzt anvertrauen.

    Alles Gute und viele Grüße

    Werner

  8. #7
    Melanie
    Gast

    Re: Müdigkeit und Charakterveränderung

    Hallo,

    mir geht es genau so. Bin total gereizt und bekomme wegen jeden Scheiss einen Wutausbruch. Er dauert nicht lange aber es nervt mich mittlerweile selber. Vor allem meinen Mann. Und dabei will man selber gar nicht. Vielleicht ist es aber auch einfach die ganze Situation an sich. Ich hatte jetzt kürzlich meinen ersten totalen Zusammbruch. War insgesamt jetzt 2 Monate im Krankenhaus. Irgendwann hat man auch echt die Nase voll. Vor allem mein Arbeitgeber will mich mit allen Mittel loswerden wie man es hier auch von anderen immer wieder hört. Zum Arbeiten ist man gut genug aber wehe man wird krank.

  9. #8
    nati
    Gast

    Re: Müdigkeit und Charakterveränderung

    hallo, tiffy

    hast du ausser der müdigkeit und den charakterveränderungen noch etwas an dir bemerkt? lies mal unter der fibro nach. könnte sein, dass sich da eine sekundäre fibro entwickelt.

    alles liebe und frohe möglichst schmerzarme ostern
    wünscht nati

  10. #9
    Sabinerin
    Gast

    Re: Krankheit als "Chance"

    Guten Morgen Tiffy, guten Morgen an alle,
    ich denke nicht, daß es vom Cortison kommt. Die Basismedikamente dagegen gehen schon an die Substanz, sei es Magenprobleme, Übelkeit usw.
    Ich habe seit 10 Jahren cP und kenne die Phase der Müdigkeit, Hoffnungslosigkeit, Hilflosigkeit, Wut, Trauer, Selbstmitleid uvm.
    Ständige Schmerzen, das Bewusstsein, daß der Körper sich verändert, das Wissen, nicht mehr alles zu können und evt sogar eine Berentung reissen einen (evt. auch jungen) Menschen aus seiner Welt, aus seiner Realität.
    Mein Gedanke war: Du bist RAUS. Für immer RAUS.
    Durch diese "Gewissheit" veränderte sich mein Körper, mein Denken und die Schmerzen wurden schlimmer, ich konnte immer weniger selbst erledigen, wurde müde und hoffnungslos. Ich wurde aggressiv mir gegenüber, anderen gegenüber, ich war neidisch auf gesunde Menschen, ja zeitweise "hasste" ich ihre Freiheiten.

    Letztes Jahr habe ich, entgegen allen ärztlichen Rates alle Medis abgesetzt, nehme nur noch 5 mg Cortison. Ich entgifte meinen Körper (naja, ich versuche es *g*), ich nehme mich wahr und ich frage was ICH will und nicht was andere wollen.
    Seitdem geht es mir besser. Natürlich habe ich geschwollene Gelenke, natürlich ist meine Bewegung eingeschränkt, ich kann manchmal schlecht laufen usw., aber ich nehme es mit Humor.

    Liebe Tiffy, diese Veränderung hat Zeit gebraucht. Es waren viele viele Jahre bis ich mein Leben hinterfragt habe.

    Ich möchte Dir Mut machen. Eine chronische Erkrankung ist ein schweres Schicksal, es ist wirklich nicht einfach damit zu leben, aber das Leben geht weiter - glücklicherweise und ich erkenne nun auch die positiven Seiten.

    Erst gestern im Chat wurde mir wieder bewusst, daß ich zwar "mein altes Leben" verloren habe und doch habe ich viel gewonnen: Ich habe viel über mich gelernt (lernen müssen) und ich habe Menschen und Dinge kennengelernt, die ich ohne cP sicher niemals wahrgenommen hätte.

    Natürlich möchte ich lieber gesund sein, aber ich nehme mein Leben an wie es ist und es ist schön, nicht immer, aber immer öfter ;-)

    Liebe Grüsse
    Sabinerin

  11. #10
    Eveline
    Gast

    Re: Krankheit als "Chance"

    Grüss Dich Tiffany,

    Mein Name ist Evi und ich leide Schon seit meiner Jugend an Osteocondrose,- Arthrose,- Fibromyalgie. Vor drei Wochen hatte ich meinen 4. Bandscheibenvorfall. Mit den Jahren habe ich auch Depressionen bekommen. Immer die ständigen Schmerzen, die cronische Müdigkeit, die Überbelastung am Arbeitsplatz, Alleinerzieherin, Geldsorgen nach der Scheidung, Zukunftsangst. Zusätzlich zu der Gelenkserkrankung habe ich noch Asthma bronch., Polyneurophatie( eine Nervenerkrankung in den Beinen und Armen, auch das vegetative Nervensystem ist mitbetroffen) und eine chron. Nebenhöhlenentzündung, bekommen. Dann wurde mit ein Knoten an der Schilddrüse entfernt, jetzt habe ich eine Unterfunktion. Weil ich sehr oft wegen meiner vielen Krankheiten krankgeschrieben bin, habe ich grosse Schwierigkeiten am Arbeitsplatz und werde gemoppt.
    Ich hatte aber auch viel Zeit zum Nachdenken und bin zum Entschluss gekommen, das ich mich in Zukunft mehr um mich und nicht um andere kümmern werde!!! Ich habe mich ständig für andere Aufgeopfert, habe auch im Dienst immer Überstunden gemacht (60 Stundenwoche war normal) seit nicht mehr so richtig kann möchte man mich abgeben. Es gibt sowieso keinen Dank, ausser von meinem Sohn, er ist schon 24 und liebt mich sehr.
    Ich wollte Dir damit sagen, schau in erster Linie auf dich und deine Familie. Ansonsten ist es niemand Wert, das du dich für ihn oder sie krank mach machst.
    Wenn du den Beibackzettel von Cortison genau liest, wirst du sehen das unter Nebenwirkungen "Depressionen" steht. Deine Beschreibungen deines Gemühtzustandes deuten sehr Depressionen hin. Währen auch kein Wunder bei Deiner Krankengeschichte!

    Ich wünsche Dir Alles Gute, und lass Dich von einem Psychotherapeuten begutachten.

    Viele Grüsse Evi

  12. #11
    Eveline
    Gast

    Re: Krankheit als "Chance"

    Hallo Namensvetterin,
    kein Beitrag zum Thema, bin nur *neugierig*, wer da noch meinen eigentlich doch eher seltenen Namen trägt?
    Eveline/Evi alias Mimmi

  13. #12
    Melli
    Gast

    Re: Krankheit als "Chance"

    Hallo,

    auch ich (28 Jahre, Sarkoidose mit Polyarthritis) kenne diese Wutanfälle und Depressionen. Himmelhoch jauchzend - kein Schub; zu Tode (im wahrsten Sinne) betrübt, wenn ich wieder durch die Wohnung rutsche oder an Krücken vorwärts krieche. Das was mich am meisten nervt ist, daß ich mich selbst als Belastung für meine Umwelt empfinde. Ich hasse mich für die Hilflosigkeit. Mit 28!

    Immer wieder habe ich mir die Frage nach dem Sinn gestellt. Wollte wissen, warum manche Menschen nur auf der Sonnenseite segeln, andere nochmals rückwärts ins Näpfchen treten.

    Mir hilft meine Familie zum Glück immens. Mein Mann hält fest zu mir, auch wenn er meist die "Attacken" abfängt. Gerade jetzt weiß ich, was ich für ein Glück mit ihm habe. Unsere Ehe ist noch fester geworden. Mein Chef hält endlich Distanz. Mein Sohn ist reifer geworden. Meine Schwiegermutter kann mich mal gern haben. Ich habe aufgehört, mich dem Erwartungsdruck anderer zu beugen.

    Jetzt gehe ich ins Schlafzimmer und "verkloppe" die Kissen, weil mir danach ist. Drehe, wenn es mir ganz mies geht, die Musik laut - sch... auf die Nachbarn.

    Ich bin egoistischer geworden - und es tut mir gut.

    Viele Grüße,
    ein Frohes Osterfest Euch allen,
    Melli.

  14. #13
    mag ich nich
    Gast

    Re: Krankheit als "Chance"

    wenn ich diesen satz von wegen krankheit als chance höre, bekomme ich das große kotzen. über sich nachdenken kann man wirklich auch ohne krankheit. glaubt ihr nur kranke haben stimmungsschwankungen oder depressionen????? versteckt euch ruhig weiter hinter eureren erkrankungen, schiebt alles drauf, dann braucht ihr nicht nachdenken und habt immer einen schuldigen. mann mann, da krieg ichs wirklich am kopf.

  15. #14
    simi
    Gast

    Re: Krankheit als "Chance"

    am kopf hast dus schon lange !!!!

  16. #15
    Angie
    Gast

    Re: Krankheit als "Chance"

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    Hääää? Wie meinst Du das denn?
    Grübelnde Grüße von Angie

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