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  1. #1
    nelie
    Gast

    weichteilrheuma

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    vor jahren hatte mir mal mein hautarzt gesagt meine gelenkschmerzen kämen von pso- arthritis. nachdem ich nun von einem arzt zum anderen gelaufen bin und sich keine besserung sondern eher eine verschlechterung meiner gelenke einstellte und ich seit ein paar tage vor schmerzen nicht mehr ein noch aus wuste, habe ich mich zu einem rheumatologen begeben.
    nachdem er nu meine gelenke befühlt und bewegt hatte, meinte er ohne jede weitere untersuchung das ich weichteilrheuma hätte.

    meine fragen nun:
    kann man das ohne jede weitere untersuchung feststellen?
    was ist weichteilrheuma?
    und kann ich nun wirklich eine arthritis ausschliesen

  2. #2
    Düsi
    Gast

    Re: weichteilrheuma

    Hi Neli ,
    würde dir raten mal in eine Rheumaklinik ambulant in deiner nähe zu gehen.Überweisung vom Hausarzt mitnehmen und da einfach mal durchqecken lassen.Die haben die kometenteren Leute und können dir bestimmt helfen.Nehme deine ganzen Befunde die du hast mit.Eventuell auch Röntgenbilder.
    Schmerzfreies Wochenende wünscht dir
    Manuela

  3. #3
    Justy
    Gast

    Re: weichteilrheuma

    Hallo Nelie,


    ich habe dir mal hier aus der Hauptseite von Rheuma-Online mal was kopiert, einmal zum Thema Weichteilenrheuma und 1mal zum Thema Fibormyalgie!

    Auf jeden Fall würde ich dir aber noch empfehlen zum Rheumatologen und zum Orthopäden zu gehen. Die werden dann um die verschiedensten Erkrankungen auszuschliessen versch. Untersuchungen machen, wie Blut, evtl. Röntgen, Szinti, CT, Kernspinn.

    23.2. Weichteilrheuma

    "Weichteilrheuma" ist keine Diagnose, sondern ein Oberbegriff für eine ganze Reihe von rheumatischen Erkrankungen, die sich in erster Linie nicht an den Gelenken oder dem Gelenkknorpel ("Gelenkrheuma"), der Wirbelsäule ("Wirbelsäulenrheuma") oder anderen knöchernen ("harten") Strukturen abspielen, sondern an "weichen" Strukturen wie z.B. dem Unterhautfettgewebe, dem Kapsel-Band-Apparat, den Sehnen oder der Muskulatur. Auch beim "Weichteilrheuma" gibt es entzündliche und nicht-entzündliche Erkrankungen. So unterscheidet man die nicht-entzündliche Erkrankung des Unterhautfettgewebes (Pannikulose) von der entzündlichen Form (---> Pannikulitis), die entzündliche Erkrankung der Sehne (Tendinitis) von nicht-entzündlichen (Tendinosen) oder die entzündlichen Erkrankungen der Muskulatur (Myositis) von den nichtentzündlichen (Myopathie).

    Leider wird heute der Begriff "Weichteilrheuma" oft für das Krankheitsbild der generalisierten ---> Fibromyalgie verwendet.

    ---> Fragen und Antworten: Weichteilrheumatismus ist kein Synonym für Fibromyalgie!
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    6.7. Fibromyalgie

    Die Fibromyalgie ist die häufigste "weichteilrheumatische" Erkrankung. Sie tritt vorzugsweise bei Frauen auf und ist durch Schmerzen an ganz typischen Sehnenansatzpunkten gekennzeichnet. Zusätzlich bestehen häufig vegetative Symptome wie Verdauungsstörungen, Herzrhythmusstörungen oder Schlafstörungen.

    Die Diagnose wird durch eine Untersuchung der typischen ---> Fibromyalgie-Druckpunkte (Abb.) gestellt. Gleichzeitig müssen andere Erkrankungen, die einer Fibromyalgie ähneln können, ausgeschlossen werden. Dazu müssen eine ausführliche Befragung und eine komplette körperliche Untersuchung erfolgen, gegebenenfalls auch eine Labordiagnostik und Röntgenuntersuchungen.

    Therapie der Fibromyalgie

    Die Therapie der Fibromyalgie ist außergewöhnlich schwierig. Fast alle Patienten erleben zuerst einmal, daß ihre Erkrankung zunächst sehr lange nicht erkannt wird. Wenn die Diagnose dann gestellt wurde und die Phase langer diagnostischer Irrwege beendet ist, beginnt häufig eine genauso lange Zeit ebenso erfolgloser wie teilweise aufwendiger und belastender Therapieversuche. Es gibt kaum einen Patienten mit Fibromyalgie, bei dem nicht das komplette Arsenal physikalisch-therapeutischer und orthopädischer Behandlungstechniken erfolglos ausprobiert wurde, z.B. Wärmebehandlungen, Bäder, Packungen, Massagen, Elektrotherapie, Ultraschall, Bestrahlungen, Injektionen etc.. Dasselbe gilt für die Behandlung mit Medikamenten. Fast alle Patienten haben die gängigen Rheumamedikamente ausprobiert und feststellen müssen, daß sie ihnen nur wenig oder überhaupt keine Linderung verschaffen. Dazu gehören die ---> cortisonfreien Entzündungshemmer ("nicht-steroidale Antiphlogistika"), Schmerzmittel und ---> Cortison. Geradezu typisch für die Fibromyalgie ist dabei, daß selbst sehr starke Schmerzmittel und diese sogar in hoher Dosierung die Erkrankung nur wenig beeinflussen und die Schmerzen nur gering oder gar nicht lindern. Dasselbe gilt für Cortison. Weil die behandelnden Ärzte manchmal den Fibromyalgie-Schmerzen ihrer Patienten ratlos und vermeintlich machtlos gegenüberstehen, versuchen sie eine Behandlung mit Cortison, teilweise in hohen, sehr hohen oder sogar ultrahohen Dosierungen. Cortison ist ein starker Entzündungshemmer (---> Cortison). Die Fibromyalgie ist aber keine entzündliche Erkrankung. Deshalb ist es klar, daß die Cortisonbehandlung der Fibromyalgie außer Nebenwirkungen in der Regel nichts oder nicht viel bringt.

    Die einzige Ausnahme ist die sogenannte "sekundäre" Fibromyalgie, d.h. eine Fibromyalgie in der Folge anderer Erkrankungen. So gibt es Fibromyalgie vor allem in der Folge einer ---> chronischen Polyarthritis und von ---> Kollagenosen. Bislang war man bei diesen Erkrankungen der Meinung, daß die Fibromyalgie verschwindet, wenn die Grunderkrankung, z.B. die chronische Polyarthritis oder die Kollagenose, erfolgreich behandelt ist. Da Cortison bei der chronischen Polyarthritis und bei Kollagenosen sehr rasch und sehr wirksam wirkt, müßte es sich nach dieser Vorstellung auch rasch auf die Fibromyalgie auswirken. Nach unserer Erfahrung muß man allerdings diese traditionelle Auffassung in Frage stellen. Gerade die zunehmenden Erfolge bei der Behandlung der chronischen Polyarthritis und den Kollagenosen führen dazu, daß immer mehr Patienten in die Remission (Rückbildung der Krankheitsaktivität) gelangen. Die Normalisierung der Entzündungswerte im Blut und der Rückgang der Symptome geht bei Patienten mit chronischer Polyarthritis und "sekundärer" Fibromyalgie oder bei Patienten mit Kollagenosen und "sekundärer" Fibromyalgie aber leider nicht mit einer Abnahme der Fibromyalgie-Symptome einher. Nach unserer Erfahrung wirkt Cortison auch bei Patienten mit einer sekundären Fibromyalgie in der Folge entzündlich-rheumatischer Erkrankungen nicht.

    Etwa die Hälfte der Patienten profitieren von einer Behandlung mit Medikamenten, die zur Behandlung von Depressionen eingesetzt werden ("Antidepressiva"). Die Hinweise zur medikamentösen Behandlung der Fibromyalgie, die in der Sendung des ZDF-Gesundheitsmagazins Praxis vom 19.3.98 gegeben wurden, bezogen sich auf diese Substanzgruppe. Hintergrund dieses Therapieversuches ist die bislang aber noch nicht bewiesene Vermutung, daß bei der Fibromyalgie bestimmte Stoffwechselvorgänge im Gehirn gestört sein könnten (dabei ist eine sogenannter Botenstoff, der im Gehirn bei der Signalübertragung beteiligt ist, betroffen, das sogenannte Serotonin). Medikamente wie die genannten Antidepressiva, die in den Serotonin-Stoffwechsel eingreifen, müßten dann zu einer Besserung der Fibromyalgie-Symptome führen. Da sie jedoch bei der Hälfte der Fibromyalgie-Patienten nicht wirken, ist die obengenannte Vorstellung zu einer serotonin-abhängigen gehirnstoffwechsel-bedingten Ursache der Fibromyalgie wahrscheinlich nicht richtig oder zumindestens nicht die alleinige Erklärung.

    Wegen der außerordentlich unbefriedigenden Behandlungserfolge bei der Fibromyalgie werden in einigen Zentren heute völlig neue Wege gegangen. Dabei verzichtet man nahezu vollständig oder ganz auf die traditionellen Behandlungsmaßnahmen, die oben aufgeführt sind. So gesehen könnte man dabei von einem "alternativen" Konzept sprechen. Da allerdings im Sprachgebrauch unter "alternativen Behandlungsmethoden" normalerweise solche verstanden werden, die nicht wissenschaftlich abgesichert sind, sollte man den Begriff der alterativen Behandlungsmethode für dieses neue Fibromyalgie-Behandlungs-Konzept nicht verwenden.

    Das Konzept geht davon aus, daß es eine alleinige Ursache für die Entstehung einer Fibromyalgie nicht gibt, insbesondere auch nicht einen im Blut meßbaren Defekt (zuviel oder zuwenig eines Hormons, eines Entzündungswertes, eines Stoffwechselfaktors oder ähnliches) oder eine strukturelle Veränderung in den Weichteilen, z.B. den betroffenen Muskeln oder Sehnen. Für diese Annahme spricht, daß seit vielen Jahren bei Fibromyalgie-Patienten mit aufwendigsten Methoden nach solchen Veränderungen im Blut oder in den Sehnen oder der Muskulatur gesucht wird und bislang keine einzige Veränderung gefunden wurde, die sich einheitlich bei allen Patienten nachweisen läßt. Wie bei vielen anderen Erkrankungen in der Medizin kann es deshalb auch bei der Fibromyalgie möglich sein, daß sie durch eine ganze Reihe von Ursachen gestartet (ausgelöst) werden kann, dann aber trotz der ganz unterschiedlichen Auslöser einen sehr einheitlichen weiteren Verlauf nimmt. Als Bild: Wenn in einem Tal ein Fluß oder gar ein Strom durch einen Staudamm zu einer Talsperre oder sogar zu einem riesigen See aufgestaut wurde, ist es völlig egal, durch welche Ursache in dem Staudamm ein großer Defekt erzeugt wird, z.B. eine unerwartete große Flutwelle nach langanhaltenden Regenfällen nach langer Trockenheit, durch Materialermüdung, durch Sabotage oder durch einen Bombenangriff: In jedem Fall wird sich dieser Defekt durch die nun hindurchstürzenden Wassermassen innerhalb von kurzer Zeit gewaltig vergrößern, die Wassermassen werden im nun folgenden Tal den durch das Gelände vorgegebenen, quasi vorprogrammierten Verlauf nehmen und eine Flutkatastrophe mehr oder weniger großen Ausmaßes hervorrufen.

    Wichtig für das Verständnis des neuen Fibromyalgie-Behandlungskonzepts ist, daß es unabhängig von unterschiedlichen Auslösungsfaktoren davon ausgeht, daß es im weiteren Verlauf bei Fibromyalgiepatienten zu Veränderungen in der Schmerzwahrnehmung und Schmerzverarbeitung kommt. Da es offensichtlich mit den traditionellen Verfahren allein nicht gelingt, diese Störung von Schmerzwahrnehmung und Schmerzverarbeitung zu durchbrechen, übernimmt das neue Konzept zwar einige Elemente aus der bisherigen Behandlung der Fibromyalgie (insbesondere die sogenannten "aktivierenden Verfahren" der Krankengymnastik und Ergotherapie), ergänzt diese aber ganz wesentlich durch psychologische Methoden der Schmerzbewältigung, gesprächstherapeutische Elemente und verhaltenstherapeutische Techniken. Die ersten systematischen Auswertungen dieses neuen Behandlungsansatzes zeigen Behandlungserfolge, die unerwartet gut waren. Allerdings sind die Erfahrungen mit dem neuen Konzept noch nicht so umfangreich, daß man schon jetzt in zu große Euphorie verfallen und meinen sollte, daß der Stein der Weisen gefunden ist. Andererseits zeigt sich mit bisherigen Daten ein ersten Hoffnungsschimmer für Fibromyalgie-Patienten am Horizont.

    Das dargestellte Konzept wurde im Sommer 1997 in einer interdisziplinären Zusammenarbeit aus Rheumatologen, Psychologen, Krankengymnasten, Ergotherapeuten und Physikalischen Therapeuten entwickelt seit Herbst 1997 eingesetzt.

    6.8. Fibromyalgie-Behandlungskonzept

    Moderne Fibromyalgiebehandlungskonzepte verzichten weitgehend auf die traditionellen Behandlungsmaßnahmen. Vor allem werden nach Möglichkeit alle Medikamente abgesetzt, außerdem gibt es nach Möglichkeit keine sogenannten passiven Therapien. Die Krankengymnastik und Ergotherapie arbeitet in allererster Linie mit sogenannten "aktiven" Techniken. Flankiert wird diese Therapie durch eine psychologische Schmerzbewältigung und regelmäßige Gruppengespräche.

    Die Patienten mit Fibromyalige werden dazu jeweils in einer geschlossenen Gruppe behandelt, die alle Therapien gemeinsam absolviert. Eine Gruppe umfaßt 10-15 Patienten. Alle Patienten dieser Gruppe werden zunächst ambulant untersucht, um sicherzustellen, daß sie auch wirklich eine Fibromyalgie haben.

    Die Patienten einer Behandlungsgruppe werden dann alle zugleich in die Klinik aufgenommen und nach einem strukturierten Programm behandelt, das aus den obengenannten Elementen besteht. Einige Tage vor der stationären Aufnahme findet eine Vorbesprechung statt, bei der das Programm im einzelnen erläutert wird und bei der sich der Patient endgültig entscheidet, ob er an dem Programm teilnehmen möchte.


    Ich hoffe ich konnte dir ein bißchen mit Infos weiter helfen und das es auch nicht zu viele Infos vorallem aufeinmal waren!


    Schmerzfreien Gruß

    Justy

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  5. #4
    Eveline
    Gast

    Re: weichteilrheuma

    Hi, Justy,

    danke für die Mühe! Ich fand deinen Beitrag sehr spannend, obwohl das nicht mein Krankheitsbild ist. Wieder ein Mosaiksteinchen mehr auf dem Weg zum Experten.
    Und an Neli und alle anderen: Nicht aufgeben! Lasst uns auf den Frühling freuen, der hoffentlich schon rein wetter- und stimmungsmäßig einiges schönes zu bieten hat.

    Viele Grüße, Eveline

  6. #5
    nelie
    Gast

    Re: weichteilrheuma

    hallo
    danke für eure weitreichende informationen, es hat mich schon ein wenig weiter gebracht.
    fest steht für mich das ich mich auf alle fälle noch mal von einen anderen rheumatologen oder in einer rheumaklink untersuchen lasse. nachdem was ich vor allem von justy gelesen habe finde ich jetzt erst recht das der arzt die diagnose zu schnell und vielleicht auch zu voreilig gestellt hat.

    viele grüße nelie

  7. #6
    Karin
    Gast

    Re: weichteilrheuma

    ich würde es an deiner Stelle auf jeden Fall in einer Rheumaklinik (oder rheumatoligische Abteilung einer Uniklinik)und nicht bei einem niedergelassenen Rheumatologen versuchen, weil dort die Untersuchungsmöglichkeiten gleich vor Ort durchgeführt werden können. laut meiner eigenen Erfahrung machen es sich viele der niedergelassenen Ärzte ziemlich einfach. -)

    Gruß

    Karin

  8. #7
    Silke
    Gast

    Re: weichteilrheuma

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    Hallo Justy !

    Ich leide auch an Fibro. Meine Krankenkasse hat mir auch eine Reha-Maßnahme bewilligt. Leider kann ich aber wahrscheinlich nicht in die von mir gewünschte Klinik (Sanatorium Winterstein in Bad Kissingen). Die Barmer möchte, dass ich eine andere Klinik wähle. Kannst Du mir eine gute Reha-Klinik für Fibromyalgie-Patienten empfehlen ? Allerdings eilt mein Anliegen sehr, da ich schon in den nächsten Tagen eine Klinik benennen soll. Danke im voraus !
    Silke

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