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  1. #1
    Sabine
    Gast

    Dankbarkeit und Glück?

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    Hallo an alle,
    mir gehen in den letzten Wochen einige Gedanken durch den Kopf, die ich hier mal niederschreiben möchte.

    Ich bin vor 10 Jahren an cP erkrankt und bin seit 6 Jahren berentet. Ich habe vor einigen Tagen mal geschrieben, daß ich meinen eigenen Weg gehe (Medikamente absetzen+Sport)

    Gestern kam bei einigen "gesunden" Bekannten die Frage auf, wie glücklich man ist.

    Ich bin nicht nur "eigentlich" glücklich (naja, manchmal registiere ich es dann doch nicht so wie es sein sollte) sondern
    richtig glücklich, ich habe alles, was ein Mensch zum Leben braucht.

    - einen wundervollen Mann
    - einen tollen Freundes- und Bekanntenkreis
    - eine schöne Wohnung, wo ich mich nicht nur wohl sondern auch geborgen fühle
    - ausreichend finanzielle Mittel, um satt und zufrieden zu sein

    Tja, was will ich mehr? Letztens sagte ich zu einer Bekannten (ebenfalls Rheumatikerin) daß ich durch meine Erkrankung etwas ganz tolles bekommen habe:
    meine Katzen und die daraus resultierenden Folgen z.b. nette "Katzenleute" kennenzulernen, soviel Freude und Liebe zu empfinden, wenn die alten "Monster" durch die Wohnung toben uvm
    Sie konnte es nicht nachvollziehen. Aber ich habe durch meine Erkrankung eine neue Chance bekommen. Wenn ich gesund geblieben wäre, hätte ich eine steile Karriere hingelegt und wäre sicher eine unsympathische, versnobte Zicke geworden (ehrlich), aber dadurch daß ich unsanft zu Boden geholt wurde, bekam ich die Chance die Welt auch aus einer andere Perspektive zu sehen.
    Dafür bin ich dankbar und sehr stolz, diese Chance nicht weggestoßen zu haben.

    Mich würde jetzt interessieren, ob Ihr schon mal ähnliche Gedanken hattet.

    Viele Grüsse
    Sabine

  2. #2
    baba
    Gast

    Re: Dankbarkeit und Glück?

    Hallo Sabine

    Ich finde es sehr interressant was du da schreibst. Ich selber bin noch auf der Suche nach dem Sinn und "meinem" Weg.
    Es ist schön zu hören, das es tatsächlich geht, "MIT" der Krankheit glücklich zu sein... auch wenn es bei mir , glaube ich, noch ein langer Weg ist.

    Es richtig, so darüber zu denken und unser Rheuma so anzugehen anstatt nur immer darüber nach zu grüblen wie arm und Krank wir doch sind!!Nur so kann mann seinen Weg auch wirklich finden und trotz Krankheit glücklich sein.
    Vielleicht schaffe ich es ja auch irgendwann mal.

    Liebe Grüße und weiter so!!!!!
    Baba

  3. #3
    Katrin
    Gast

    Re: Dankbarkeit und Glück?

    Hallo Sabine,

    hatte Deine Nachricht gelesen und muß sagen, daß mir das nahe ging.

    Ich selbst leide seit 5 Jahren an SLE und hatte in dieser Zeit auch schon Höhen und Tiefen. Trotzdem kann ich sagen, daß ich glücklich bin. Mir geht es auch so....habe einen wunderbaren Menschen als Parnter, wir haben eine schöne Wohnung, habe auch Freunde auf denen Verlass ist und meine Arbeit macht mir auch Spaß. Also....was wünscht man sich mehr?

    Man könnte jetzt sagen: Gesundheit. Das wäre dann das perfekte Glück. Aber wer hat das schon? Ich denke jeder Mensch hat sein "Päckchen" zu tragen. Ob es im privaten oder im beruflichen Bereich ist oder wie wir....die Gesundheit.

    Unsere Situation können wir nicht ändern (was bei mir lange gedauert hat, dies zu akzeptieren). Aber wir können versuchen, daß beste daraus zu machen. Jeden Tag leben und uns über Dinge erfreuen, die andere Menschen nicht sehen und sich auch daran nicht erfreuen können. Weil viele Dinge schon viel zu selbstverständlich sind. Erst wenn man auf den Boden der Tatsachen zurück geholt wird (z.B.durch eine gesundheitliche Einschränkung), dann lernt man viele Sachen wieder schätzen.

    Ich für meinen Teil lebe seit meiner Erkrankung bewußter und gehe auch viel bewußter mit meinem Körper um. Wer weiß, ob ich dies auch so gemacht hätte, wenn ich immer gesund gewesen wäre?

    Es gibt mit Sicherheit noch viele Sachen, die ich wahrscheinlich ohne meine Erkrankung nicht so gemacht hätte, wie ich sie gemacht habe. Von daher denke ich,- alles hat seine 2 Seiten und auch seinen Sinn. Man muß es nur sehen wollen, dann sieht man auch wieviel Glück man doch eigentlich hat.

    Und es gibt bestimmt tausende von gesunden Menschen, mit denen ich nicht tauschen möchte!

    Viele Grüsse

    Katrin

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  5. #4
    FrankHH
    Gast

    Re: Dankbarkeit und Glück?

    Aber hallo Sabine,

    da hast Du wirklich was wares geschrieben. Wennich nicht meinen Bechti bekommen hätte, hätte ich sichlich auch Karriere gemacht und wäre ein attraktiver, arroganter, versnoppter Neue-Medienfutzi geworden, der außer Porsche Cabrio fahren, Partys und Chiccas wohl nicht viel im Sinn gehabt hätte.
    Von der Seite aus bin ich froh, daß mit ein gewisser Tiefsinn und die Sensiblilität und Toleranz für andere Menschen nicht abhanden gekommen bin.
    Allerdings wird man mich nicht berenten. Nich in meinem Job und nicht mit nur ner steifen Wirbelsäule. So what, das muß ja auch nicht.
    An der lieben Frau und dem passenden Job arbeite ich noch. :-)))
    Sonst bin ich schon ganz glücklich. Schöne Stadt, schöne Wohnung, ein paar liebe Freunde, die es auch noch verstehen, trotz Gesundheit sich an den kleinen Dingen des Lebens zu erfreuen.
    Und wie Katrin so schön schreibt, es gibt viele gesunde Menschen, mit denen ich auch nicht tauschen möchte. Die einfach nur rennen, nicht wissen wohin, Angst ums Versagen haben und sich nur über Ihren beruflichen Erfolg definieren.
    Zieh denen den Stuhl unter dem Arsch weg und sie springen aus dem Fenster. In diesem Sinne. :-)))

    Nice weekend!!

  6. #5
    Kerstin
    Gast

    Re: Dankbarkeit und Glück?

    Hallo Sabine,
    tja - bewusster lebt man und man ist mit weniger zufrieden und glücklich als zuvor. Ich finde es toll, das du deinen Weg so gefunden hast. Im grossen und ganzen bin ich auch zufrieden, speziell durch die Behandlung nun mit Enbrel. Allerdings läuft es in anderen Dingen nicht so toll. Bin auch in Rente - die Rente ist sehr gering durch das neue Gesetz in welches ich schon geplumpst bin. Ich muss also zusätzlich zur Rente Sozialhilfe beziehen, was dann aber auch gerade so zum überleben reicht. Da kannst dir wirklich nichts extra leisten. Aber ich habe auch meine süsse Katze, die mir immer Auftrieb gibt und meine Bekannten/Freunde.
    Liebe Grüsse - Kerstin

  7. #6
    Justy
    Gast

    Re: Dankbarkeit und Glück?

    Hallo Sabine,

    ich finde es echt klasse wir du hier dein Weg beschreibst, den du gefunden hast.

    Ich bin zwar lang noch nicht so weit wie du, das ich so zu frieden bin, aber was ich denke, was sehr sehr wichtig ist, das ich auf dem richtigen Weg bin dort hin.
    Zufriedener zu sein und das Leben so zu nehmen wie es ist und vorallem das BESTE DRAUS zu machen, so schwer das ist.

    Ich denke auch auf jeden Fall, hätte ich nicht die Fibro, wäre ich nicht so ein Mensch so wie ich bin, sondern bestimmt ein anderer - logo.

    Tja, das zu mir und zu diesem Thema und ich wünsche euch allen ein sonniges Wochenende.... mit viel guter Laune und Freude im Leben und lasst euch von der Sonne ein bißchen wärmen.

    Justy

  8. #7
    ines
    Gast

    Re: Dankbarkeit und Glück?

    Hallo Sabine,

    Deine 1.Mail hat mir schon so gut gefallen - danke nochmal dafür.

    Ja ich kann sehr wohl nachvollziehen was Du meinst. Ich bin seit 6 Jahren c.P. erkrankt und berentet und sehe es heute als Chance.

    Für mich gab es nur Arbeit, Geld und Konsum.Höher , schneller, weiter und nun ausgebremst.
    Nichts entspringt dem Zufall und ich glaube das die Krankheit mich aus meinem bisherigem Leben befreit hat. Alles wurde dadurch verändert - mich eingeschlossen.Das Leben ist schön, mein Mann, einige liebe Freunde, mein Kater, meine gemütliche Wohnung, das alles war schon da nur ich habe es nicht mehr gesehen oder so wie jetzt zu schätzen gewußt. Ich erlebe wieder Gefühle , negative wie positive , ich nehme wahr - also bin ich ! Ich bin nicht froh Rheuma zu haben , aber ich bin froh noch einmal eine Chance bekommen zu haben mein Leben und die Wertigkeiten neu zu definieren!
    In diesem Sinne wünsche ich Euch allen Wärme und Sonne im Herzen - Ines

  9. #8
    klaudo
    Gast

    Re: Dankbarkeit und Glück?

    Dankbarkeit und Glück,

    als Seniorin (von der Krankheit und auch vom Alter her gesehen) gehe ich davon aus, dass Ihr -aus meiner Sicht- alle noch zum "Jungvolk" gehört !???

    Um so bewundernswerter finde ich welche Einstellung Ihr gefunden habt und dieses hier dann auch öffentlich zur Sprache bringt.
    Ich habe auch relativ früh zur Zufriedenheit gefunden, aber wenn ich das dann an andere weiter geben wollte, stiess ich auf Unverständnis. Erstaunlich für mich: viele Ältere (die erst mit 60/70 an z.B. Arthrose erkrankten)meinten, meine Einstellung wäre nur Zweckoptimismus und es könne nicht sein dass ich so denke.Sie waren unzufrieden und wollten es auch bleiben.

    Ich wünsche Euch weiterhin viel Zufriedenheit und Glück, denn nur so kann man die schlechten Zeiten überwinden.

    klaudo

  10. #9
    margit
    Gast

    Re: Dankbarkeit und Glück?

    Hallo, Sabine und alle anderen,

    Bin heute zum ersten Mal auf dieser Internetseite und sehr froh, so was gefunden zu haben ...
    Habe seit 15 Jahre rheumatoide Arthritis und oft Höhen und Tiefen erlebt. Es ist oft nicht leicht, dankbar und glücklich zu sein, wenn Schmerzen und handicaps den Alltag bestimmen. Aber es gibt Momente, die es ohne das Rheuma sicher auch nicht gäbe ...deshalb einfach mal ganz liebe Grüße von mir an alle hier, werde mich jetzt sicher öfters hier umschauen?hören? - und empfinde es als kleines Glück,hier gelandet zu sein. Danke!

    Gruss Margit

  11. #10
    Nora
    Gast

    Re: Dankbarkeit und Glück?

    Hallo Sabine und alle anderen

    Eure Berichte haben mich sehr nachdenklich gestimmt. Leider schaffe ich es immer noch nicht alles so zu akzeptieren wie es ist (habe SLE und Fibro). Nach Euren Berichten werde ich mich aber wieder einmal an der Nase nehmen!

    Vielen Dank für die guten Ratschläge und allen ein schönes Wochenende!

    Liebe Grüsse Nora

  12. #11
    nati
    Gast

    Re: Dankbarkeit und Glück?

    hallo, an alle

    bei mir ist es jetzt zum zweiten mal, dass eine erkrankung mein leben derart beeinflusst un dich wieder einen neuen weg und einen sinn suchen muss.
    das erste mal vor über 10 jahren waren es deprssionen, welche mich aus der bahn geworfen haben. heute ist es die fibromyalgie. bin aber ganz zuversichtlich, dass ich das auch diesmal auf die reihe kriege. wenns auch noch so schwer fällt.

    vielen dank für eure berichte und allen ein schönes wochenende


    wünscht nati

  13. #12
    anke
    Gast

    Re: Dankbarkeit und Glück?

    Hallo Sabine

    Ja ich hatte auch schon ähnliche gedanken.
    Ich habe auch durch die Krankeit viel ´lernen dürfen und habe mich verändert.
    bin positver gestimmt habe mehr willenskraft ,achte mehr auf mich und meine gesundheit ,tuhe was für mich .
    Sie hat mich gelernt das leben aus einer andern Sicht zusehen und das nicht alles selbtverständlich ist sonder das man dankbar sein kann wenn man gesund ist und auch für viele andern dinge und das man wenn man nur will eine menge bewegen und verändern kann.
    Und das man nie aufgeben soll und es immer hoffung beseht ,das sich alles zum guten wendet .
    Das wort unmöglich gibt es schon fast nicht mehr für mich.
    Sie hat mich auch gelernt auf meine inner stimme zuhören ,die meistens recht hat und wenn ich auf sei höre mir es auch gut geht .
    sie hat qusie mein gnzes leben verändert .

    schau doch mal im chat vorbei ,dann können wir uns ausführliches über das thema unterhalten und über vieles mehr .

    liebe grüße deine anke

  14. #13
    Sabine
    Gast

    Re: hey, vielen Dank :-)

    Hallo an alle,
    gut zu wissen, daß ich nicht die einzige Mohikanerin bin *g*. Nein im Ernst, natürlich bin ich nicht immer gut drauf, natürlich habe ich nicht immer Kraft und vor allem nicht immer gute Laune. Wie jeder "normale" Mensch (was ist "normal"?) habe ich meine totalen Durchhänger und bedauere mich, daß ich doch der einzige Mensch bin, dem es soooo schlecht geht. Aber nach ein, zwei Tagen bin ich oben auf und ich stelle fest, daß man die Welt eben aus zwei Perspektiven sehen kann, ähnlich dem Beispiel mit dem Glas, welches halb leer oder halb voll ist.

    Ich habe mich nun fast 10 Jahre gefragt, was der Sinn meiner Erkrankung ist. Und wie ihr es schon beschrieben habt, liegt es offensichtlich darin, sein Glück nicht in materiellen Dingen, auf Partys oder im strahlenden Eigenheim zu suchen, denn das Glück wohnt in jedem selbst. Man muß erst mal auf diese Einfachheit stoßen und dafür habe ich fast 10 Jahre gebraucht. Naja, da ich aber Anfang 30 bin, habe ich jetzt also die Möglichkeit meinem Glück ein schönes, warmes, behagliches Zuhause zu bieten und dann kann ich mir sicher sein, daß es mir stets treu bleibt ;-)

    Sagt mal, wann findet der Chat statt??

    Viele Grüsse
    Sabine

  15. #14
    anke
    Gast

    Re: hey, vielen Dank :-)

    hallo sabine

    In denn caht kannst du immer kommen um die mittagszeit und abends ist immer einer da uns sonst zwischen durch auch
    schau doch einfach mal rein wenn du magst .
    bis bald hoffendlich auch mal im chat deine anke

  16. #15
    Sabine
    Gast

    Re: hey, vielen Dank :-)

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    Bei uns ist es sehr verbreitet. Eine Erbkrankheit wurde an alle 4 (7) Kinder vererbt. Eine seltene Krankheit bei denen meinen Geschwistern nur mit der Genforschung oder mit einen neuen Leber helfen kann. Ich selbst habe kein hohes Cholesterin( 1000 an Wert) geerbt habe aber Cp und das Fatale an der Geschichte ist das die Geräte an der 2 meiner Geschwister hängen auch mein Blut reinigen kann. Ein Vortrag brachte dieses heraus Apherese kann in schweren Fällen Rheuma lindern. Und ich habe jetzt ein niren krankes Kind welches eine neue Niere bekommt(15 Mon) . Glück und Zufriedeheit wird bei uns anders geschrieben. Es sterben alle früh bei und und wenn gehen auch 2 Leute auf einmal. Und dann noch auf tragische Weise. Wie ich mich zusammen reiße um glücklich zu sein? Ich wurde in Krankenhäusern groß weil wir die erste Fam. mit dieser Krankheit waren (Versuchskaninchen waren wir)und momentan bin ich viel in Krankenhäusern (Cp) und später muß unser Sohn an die Dialyse, bekommt eine neue Niere da werde ich weiterhin in Kliniken sein. Ein Leben mit vielen Gesichtern vieler Krankheiten. Meine Kinder geben mir sehr viel Freude, Kraft, Liebe, Sonne im Herzen und Halt. Ohne sie möchte ich nicht sein. Natürlich auch nicht ohne Mann. Anbei sende ich euch einen Koffer voll Kraft, eine Alditüte voll Freude, einen Sack voll Zufriedenheit, eine Schultüte voll Verständnis bei eurem Partner und alles was Ihr euch noch wünscht !!!
    Sabine

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