Ergebnis 1 bis 4 von 4
  1. #1
    Michael
    Gast

    rheumatisches Fieber, wer kann mir genaueres sagen

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    also es ist so meine freundin hattte als kleines kind schonmal rheumatisches fieber und jetzt mit15 ist es wieder ausgebrochen
    sie liegt jettz sogar auf der intensivstation,
    wie gefährlich ist das eigentlich, bestehn da gute chancen auf heilung? ist des lebensgefährlich...
    also bitte jede kleinigkeit die jemand weiss mir sagen
    weil ich habe ziemlich angst

  2. #2
    Jutta Norden
    Gast

    Re: rheumatisches Fieber, wer kann mir genaueres sagen

    Hallo Michael, ich habe Dir was Kopiert von www.NetDoktor.de

    Was ist rheumatisches Fieber?

    Das rheumatische Fieber ist eine Erkrankung, die die Gelenke und unter Umständen auch das Herz befallen kann. Dabei kommt es zu Entzündungen und hohem Fieber. Die Gelenkentzündungen werden von Rötungen, Schwellungen und starken Schmerzen begleitet. Ist das Herz ebenfalls betroffen, treten auch Herzschmerzen und Beschleunigung des Pulsschlags auf.

    Es handelt sich um eine Folge-Erkrankung. Das heißt, dem rheumatischen Fieber geht in der Regel eine Infektion der oberen Luftwege, z.B. eitrige Angina oder Scharlach, voraus, die durch eine bestimmte Gattung von Bakterien (ß-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A) hervorgerufen wurde. Es handelt sich also nicht um eine neue Bakterieninfektion, sondern um eine körpereigene Reaktion auf eine vorausgegangene Krankheit.

    Typisch für den Verlauf der Krankheit sind abwechselnd entzündete Gelenke, wobei diese während der Therapie nach einigen Wochen vollständig ausheilen. Andere Auswirkungen hat das rheumatische Fieber, wenn das Herz in Mitleidenschaft gezogen wird. Durch Entzündungen der Herzmuskulatur oder der Klappen kann es zu Spätschäden wie einem Herzklappenfehler kommen.

    Betroffen sind Patienten bis zum dreißigsten Lebensjahr, aber am häufigsten erkranken Kinder zwischen fünf und fünfzehn Jahren. Vor dem fünften Lebensjahr tritt die Krankheit selten auf. Jungen und Mädchen sind gleich häufig betroffen.

    Bis in die 50er-Jahre war das rheumatische Fieber die häufigste entzündliche rheumatische Erkrankung beim Schulkind und Jugendlichen. Seither ist es in den Industrieländern kontinuierlich zurückgegangen, wobei die Behandlung der eitrigen Angina mit Penicillin sowie die verbesserten hygienischen Verhältnisse sicher eine große Rolle spielen. In den Entwicklungsländern stellt diese Erkrankung immer noch ein aktuelles Problem dar.


    Wie entsteht rheumatisches Fieber?

    Nach einer Streptokokkeninfektion wie beispielsweise Scharlach, Mandel- oder Mittelohrentzündung kann sich in 0,1 bis drei Prozent der Fälle rheumatisches Fieber als Folge-Erkrankung einstellen. Es beginnt meist mit hohem Fieber und Schwellungen der großen Gelenke an Armen und Beinen.

    Die Ursachen des rheumatischen Fiebers sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Wahrscheinlich reagiert der Körper überempfindlich auf die eingangs erwähnten Streptokokken. Durch Reaktionen des körpereigenen Immunsystems kommt es zu Entzündungen an Gelenken und am Herzen.

    Das Alter, genetische und sozio-ökonomische Faktoren scheinen ebenfalls einen Einfluss zu nehmen.


    Was sind die typischen Symptome?

    Plötzliches hohes Fieber (39-40° C) ein bis vier Wochen nach einer Streptokokkeninfektion (die durchaus unbemerkt verlaufen kann)


    Kopf- und Bauchschmerzen


    Müdigkeit, Blässe, Schweißausbrüche


    Geschwollene, schmerzende Gelenke an Armen und Beinen; typischerweise wandern die Gelenkschmerzen.


    Bei manchen Kindern bildet sich für kurze Zeit ein ringförmiger roter Hautausschlag am Oberkörper und Gliedern.


    Häufig finden sich unter der Haut ertastbare schmerzlose Knötchen entlang der Sehnen am Fuß sowie am Unterarm.


    EKG-Veränderungen


    Herznebengeräusche


    Erhöhter Pulsschlag


    Beim geringsten Verdacht auf rheumatisches Fieber muss Ihr Kind sofort zu einem Arzt!


    Wie stellt der Arzt die Diagnose?

    Wenn Ihr Kind zum Teil die oben genannten Symptome zeigt, wird Ihr Kinderarzt dennoch weitere Untersuchungen vornehmen, um zu einer sicheren Diagnose zu kommen. Eine vollständige körperliche Untersuchung gehört dazu, ebenso wie ein EKG und eine Echokardiographie (Ultraschall-Untersuchung des Herzens). Mit Hilfe einer Blutprobe kann das Ausmaß der Entzündung und eine zurückliegende Streptokokkeninfektion nachgewiesen werden, um dem Arzt Gewissheit zu verschaffen.


    Wie behandelt der Arzt die Krankheit?

    Ein wichtiger Schritt in Richtung Genesung ist Bettruhe, daher wird der Arzt Ihr Kind wahrscheinlich ins Krankenhaus einweisen. Die Einhaltung der Bettruhe ist besonders wichtig, wenn das Herz beteiligt ist. Um die verschiedenen Symptome zu behandeln, sind mehrere medikamentöse Therapien erforderlich. Bei einer eventuell noch bestehenden Streptokokkeninfektion wird in der Regel für mindestens zehn Tage Penicillin (Antibiotikum) in hoher Dosis verabreicht.

    Gleichzeitig muss Ihr Kind gegen die Entzündungen in den Gelenken behandelt werden. Hier sind entzündungshemmende Mittel die erste Wahl. Meist enthalten diese Präparate Acetylsalicylsäure. Wenn eine Beteiligung des Herzens nicht ausgeschlossen werden konnte, dann werden Patienten zusätzlich mit Cortison-Präparaten behandelt, bis EKG-Ergebnisse und Herzgeräusche wieder normal sind.

    Kinder, die einmal am rheumatischen Fieber erkrankt sind, sollten vor einer Zweitinfektion durch Streptokokken geschützt werden. Der Grund dafür ist die Gefährdung des Herzens durch einen Rückfall. Daher ist eine sehr lange Nachbehandlung notwendig. In der Regel werden Kinder mehrere Monate bis fünf Jahre nach der Erstinfektion mit Antibiotika behandelt, da in dieser Zeit die Rückfallquote sehr hoch ist. Bei Kindern, die einen Herzschaden erlitten haben, ist es notwendig, bis zum 25. Lebensjahr oder noch länger mit Penicillin zu behandeln.

    Durch die frühzeitige Behandlung und Rückfallprophylaxe können die Herzkomplikationen wesentlich verringert werden. Ohne Penicillinprophylaxe beträgt die Rückfallquote über 50 Prozent.

    Im akuten Stadium der Krankheit können Gelenkschonung und Kälte-Anwendungen (Kühlgel/ Eisbeutel) auf den betroffenen Stellen Linderung verschaffen. Ebenso können Sie zur Fiebersenkung Wadenwickel anwenden. Die Heilungschancen sind gut, solange keine schwerwiegende Herzbeteiligung auftritt. Bei frühzeitiger Behandlung klingt die Arthritis und Karditis häufig innerhalb von vier bis acht Wochen ab.


    Welche Komplikationen können auftreten?

    In seltenen Fällen greift die Entzündung auf das Gehirn über. Das hat zur Folge, dass Kinder von unwillkürlichen Muskelzuckungen (Chorea minor) befallen werden.

    Die Herzentzündung stellt die Hauptgefahr beim rheumatischen Fieber dar, unbehandelt kann sie unter Umständen zu einem schweren Herzklappenfehler oder sogar zum Herzstillstand führen. In der Frühphase der Erkrankung sterben etwa ein Prozent der erkrankten Kinder an den Folgen der Herzmuskelentzündung.


    Wie beugen Sie der Erkrankung vor?

    Generell sollte jede fieberhafte Infektion des Nasen-Rachenraums von einem Arzt untersucht werden. Dieser kann, wenn nötig, eine Antibiotika-Therapie einleiten und dadurch das Auftreten des rheumatischen Fiebers im Vorfeld stoppen. Daher ist es wichtig, dass Ihr Kind die vom Arzt verschriebene Antibiotika bis zum Ende einnimmt und nicht nach Verbesserung der Krankheitssymptome absetzt. Die Antibiotika brauchen eine gewisse Zeit, um alle Bakterien im Körper zu beseitigen. Bei hinreichendem Verdacht auf eine chronische Entzündung sollte die Mandeloperation oder Zahnsanierung unter Penicillinschutz durchgeführt werden.

  3. #3
    Angie
    Gast

    Re: rheumatisches Fieber, wer kann mir genaueres sagen

    Hallo Michael,
    gut, dass ich erst mal Juttas Posting gelesen habe. Da steht eigentlich alles drin, was Du wissen solltest.
    Ich selbst hatte (auch als Kind) Rheumatisches Fieber im Anschluss an eine eitrige Angina mit nachfolgender Nierentzündung. War aber wohl noch relativ harmlos, weil mein Herz heil geblieben ist. Das Gefährliche an Rheumatischem Fieber ist vor allem, dass bleibende Schäden am Herzen zurückbleiben können.
    Ich wünsche Deiner Freundin alles erdenklich Gute!
    Grüße aus Tirol von Angie

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  5. #4
    nati
    Gast

    Re: rheumatisches Fieber, wer kann mir genaueres sagen

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    hallo, michael

    jutta hat dir ein ausgezeichnet posting geschickt. mehr bleibt nicht zu sagen.

    alles liebe und viel glück für dich und deine freundin

    cu nati

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