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Ursachensucherin

Sulfasalazin - Lungenproblem

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Bei der Einnahme von Sulfasalazin kann es mögliche Nebenwirkungen geben, wie zum Beispiel entzündete Mundschleimhäute, heißt es auf dem Beipackzettel. Das traf bei mir anscheinend nicht zu, aber: schleichend verlor ich den Geschmacksinn. Ich schmeckte nichts Salziges, nichts Süßes, nichts Bitteres und nichts Saures. Die Papillen auf der Zunge machten nicht mehr mit. Der Geruchssinn mit der Wahrnehmung der Aromen funktionierte noch einwandfrei. Dass Essen dann keinen Spaß mehr bereitet, muß ich wohl kaum erwähnen. Keiner der Ärzte (Rheuma, HNO, Hautarzt) verdächtigte das Sulfasalazin, da es ja angeblich nur die Mundschleimhäute schädigen könne. Ich dagegen war der Ansicht, dass auch die Zunge dazu gehöre. Wie auch immer. Ich setzte Sulfasalazin ab, zumal ich auch noch einen schlafraubenden Husten bekam. Ich konnte nicht mehr liegen und hustete mich wochenlang sitzend durch die Nacht. Das Röntgenbild der Lunge ließ einen sogenannten Rundherd erkennen - einen Fleck, der genauso aussieht wie bei einem Lungentumor. Diese Befürchtung wurde mir mitgeteilt. Auch die Computertomographie sollte das bestätigen. Zum Glück glaubte ich nicht an den Tumor. Ich dachte mir, warum soll die Nebenwirkung des Sufasalazins nicht auch die Schleimhäute bis zu den Bronchien, bis zur Lunge schädigen können ? Wer sagt der Schleimhaut, wo die Grenze im Körper ist ? Der 7. Lungenarzt bestätigte mein ungetrübt positives Gemüt. Es war kein Lungentumor, sondern eine seltene Lungenkrankheit, eine "örtliche Bronchilitis obliterans" (BOOB). Mit hochdosiertem Kortison behandelt, hatte ich nach einem grauenhaften langen Husten-Jahr die Lunge wieder frei. Leider erkennt nicht jeder Lungenarzt diese seltene Krankheit. Unbehandelt hat sie üble Folgen: die Lungenbläschen verkleben zunehmend. Die Diagnose "BOOP" gab der Lungenarzt gleich an weitere Ärzte und die Rheumatologin weiter. Bei Rheuma-online habe ich die Info noch nicht gefunden. Es scheint ja auch eine seltene Nebenwirkung zu sein. Ich hoffe aber, dass so manch einem meine Horror-Erfahrung erspart bleibt.
Heute habe ich meine chronische Polyarthritis alleine mit einer Ernährungsumstellung und 4 Milligramm Kortison im Griff und dabei versuche ich die Kortisonmenge noch weiter zu reduzieren. Mehr dazu in meinem Blog "Beschwerdefrei durch Weglassen bestimmter Nahrungsmittel".

Aktualisiert: 14.09.2010 um 14:28 von Ursachensucherin

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