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geggi

Erythema nodosum

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Kurzbericht, vielleicht hilft es anderen, sich nicht mit der Diagnose "Entzündliches Rheuma" abzufinden sondern weiter nach der Erforschung der Ursachen zu drängen: Seit Oktober 2011 litt ich an diesen sehr schmerzhaften Entzündungen in den Beinen. Nach etlichen begleitenden Untersuchungen bei verschiedenen Fachärzten, 3 vergeblichen Einnahmezyklen von Antibiotikum, kühlenden Umschlägen und vielen Schmerzmitteln die Nebenwirkungen wie Magenschmerzen hervorriefen, hat mein Hausarzt mich u.a. im Dezember zum Hautarzt überwiesen, der stellte sofort die richtige Diagnose: Erythema nodosum. Nach weiteren Untersuchungen und mitlerweile 4 Monaten Schmerzen und Beeinträchtigung des Lebens wurde nun endlich die richtige Ursache gefunden: Streptokokken und Yersinien. Meine relevanten Blut- und Abstrichwerte: CRP3.08, Yersinien lgG-AK(EIA) positiv 52, Streptokokken Serologie Antistreptokokkensintiter (quant.) 381. Jetzt erst habe ich das richtige Medikament für mich erhalten: Tetracyclin Wolff 500 mg. Unter der Einnahme des Medikamentes verstärkten sich die Symptome, ich habe aber 10 Tage durchgehalten und brav alle 6 Stunden meine Tablette mit Leitungswasser genommen. Auch habe ich den Abstand zu den Mahlzeiten von 2 Stunden (bei Milchprodukten 2 1/2-3 Stunden) strikt eingehalten. Dazu habe ich mir eine Uhr aufgemalt, zu welchen Zeiten ich welches Medikament einnehmen muss und wann ich wieder etwas essen darf. Der Aufwand hat sich gelohnt, denn nach der Zeit der Einnahme dieses Antibiotikums sind die Symptome, bis auf eine kleine Stelle am Bein innerhalb von einer Woche verschwunden.
Zusätzlich habe ich nachts die basischen Strümpfe von Dr. Jentschura getragen und morgens nach dem Duschen und auch abends auf dem Sofa die entzündeten Stellen mit Silicea-Gel bestrichen, das lindert die Schmerzen. Tagsüber trage ich auf Anraten meines Hautarztes Kompressionsstrümpfe und nehme auch 1-3x einen Eßlöffel Kaliumjodit verdünnt mit Wasser ein. Das Zeug schmeckt zwar scheußlich, ich bin mir auch nicht sicher, ob es hilft - da es vor der Einnahme des Antibiotikums auch keine Linderung hervorgerufen hat - aber ich nehme es noch zu Ende.
Ich hoffe, ich kann anderen Betroffenen Mut machen, sich nicht mit der Diagnose "Rheuma" abspeisen zu lassen und den Arzt so lange zu konsultieren oder nötigenfalls zu wechseln, bis die richtige Ursache gefunden wurde.
Ich hoffe, das nun die letzte kleine schmerzende, knotig entzündete Stelle auch noch verschwinden wird.

Wenn ich mir vorstelle, was das alles gekostet hat, wo doch eigentlich 2 Packungen Antibiotika gereicht hätten - und wie viele Ärzte jetzt an mir verdient haben - ohne wirklich an der Heilung beteiligt zu sein, frage ich mich ob unser Gesundheitssystem nicht von Grund auf erneuert werden muss.
Und wenn ich von der aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung zur Einnahme von Antibiotika höre, frage ich mich, wer bezahlt so etwas und welche Lobby steckt dahinter? Will man sich nachhaltig Kranke heranzüchten um jahrelang daran verdienen zu können, indem man die Gabe von Antibiotika reglementieren will?
Ich kann nur sagen, das ich froh bin, das für mich richtige Antibiotika bekommen zu haben, sonst wäre mein Lebensmut mit Sicherheit bald am Ende gewesen.
Stichworte: erythema nodosum, rheuma
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