Reduziertes Diabetesrisiko unter TNF-alpha Blockade

Kategorie: Rheumatoide Arthritis, Erkrankungen/Krankheitsbilder

In dieser Inzeptionskohorte von RA-Patienten war die Therapie mit TNF-α Inhibitoren mit einem um 51 Prozent reduzierten Diabetesrisiko assoziiert.

(Donnerstag, 20.10.2011, Dr.Barbara Missler-Karger)

© Pixarno - Fotolia.com

Ziel dieser Untersuchung war herauszufinden, inwieweit ein Zusammenhang zwischen der Therapie mit TNF-α Inhibitoren und dem Risiko, an einem Diabetes zu erkranken, bei Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) besteht.

Hierzu wurden Erwachsene, bei denen zwischen dem 01.01.2001 und 31.12.2009 eine RA (n=1.881) diagnostiziert worden war, identifiziert. Patienten mit bestehendem Diabetes (n=294) wurden ausgeschlossen. Ein neu aufgetretener Diabetes wurde gemäß den Kriterien der  American Diabetes Association von 2010 oder der vom Arzt gestellten Diagnose definiert.

Insgesamt wurden die Daten von 1.587 RA-Patienten, die nicht an einem Diabetes erkrankt waren, in die Analyse eingeschlossen. Patienten unter Therapie mit TNF-α Inhibitoren (n=522) waren im Median jünger, hatten aber einen höheren Body Mass Index (BMI), eine höhere Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG), höheren Rheumafaktor (RF) und wiesen häufiger  Antikörper gegen citrullierte Peptide (ACPA) auf. Außerdem nahmen diese Patienten häufiger NSAR, Glucocorticoide oder Methotrexat ein.

Die mediane Beobachtungszeit für die Patienten ohne Biologics lag bei 44,9 Monaten, bei den Patienten unter TNF-α Inhibitoren bei 37,1 Monaten.
Von den 91 Patienten, die zwischenzeitlich an einem Diabetes erkrankt waren, standen 16 Patienten unter TNF-α Blockade und 75 Patienten waren Biologic-naiv. Daraus errechnen sich Inzidenzraten von 8,6 und 17,2 pro 1.000 Personenjahren.

Nach Adjustierung um die o. g. Begleitfaktoren errechneten die Autoren ein relatives Risiko von 0,49 für ein Neuauftreten eines Diabetes bei RA-Patienten, die mit TNF-α Inhibitoren behandelt wurden, im Vergleich zu den Biologic-naiven Patienten.

Fazit:
In dieser Inzeptionskohorte von RA-Patienten war die Therapie mit TNF-α Inhibitoren mit einem um 51 Prozent reduzierten Diabetesrisiko assoziiert.


Literatur und Links


Diabetes risk in rheumatoid arthritis: Reduced incidence with anti-tumor necrosis factor-α  therapy
Jana L. Antohe MD1, Androniki Bili MD, MPH1,2,*,†, Jennifer A. Sartorius MS2, H. Lester Kirchner PhD2, Stephanie J. Morris DO3, Sorina Dancea MD1, Mary Chester M. Wasko MD, MSc4
Arthritis Care & Research
Accepted Article (Accepted, unedited articles published online for future issues)
 Abstract

Weitere Informationen zu: Diabetes und rheumatische Erkrankungen bei rheuma-oline 

Mittwoch, 24.11.2010
 Diabetes und das Risiko eine Gicht zu entwickeln

Donnerstag, 15.07.2010
 Diabetes-Risiko bei Patienten mit rheumatoider Arthritis, Arthritis psoriatica und Psoriasis

Montag, 09.03.2009
 Assoziation zwischen Diabetes Typ I und anti-CCP-positiver RA

Dienstag, 24.07.2007
Reduziert Hydroxychloroquin bei Patienten mit rheumatoider Arthritis das Diabetes-Risiko?

Donnerstag, 19.04.2007
 Der Interleukin-1 Rezeptorantagonist Anakinra wirkt auch beim Diabetes Typ 2

Kommentare zu diesem Artikel

Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben

Sie müssen angemeldet sein, um Kommentare verfassen zu können.

Anzeige
zu rheuma-online Österreich
0 Personen im Chat.
Am Chat teilnehmen
Mehr als 500 Stichworte!
A B C D E F G H I J K L M
N O P Q R S T U V W X Y Z
Sie werden mit der metex Fertigspritze behandelt?
Zum metex-Bereich
Die rheuma-online User nennen empfehlenswerte Rheumatologen.
Zur Ärzteliste