Die Blockade des TNF-α in der Behandlung der erosiven Arthrose der Fingergelenke: eine doppelblinde, randomisierte Studie

Kategorie: Arthrose, Adalimumab

Eine tastbare Weichteilschwellung der Interphalangealgelenke bei Patienten mit erodierender Arthrose der Hand ist ein gewichtiger Prädiktor für eine erosive Progression. Bei diesen Gelenken stoppte Adalimumab (Humira®) im Vergleich zu Placebo signifikant das Fortschreiten der Gelenkzerstörung.

(Mittwoch, 18.01.2012, Dr. Barbara Missler-Karger)

Adalimumab blockiert die Wirkung des Tumornekrosefaktor-alpha und verzögert das Fortschreiten der Gelenkzerstörung bei der Rheumatoiden Arthritis.

In dieser in Belgien durchgeführten doppelblinden, placebokontrollierten, randomisierten Studie wurde die Effektivität und Sicherheit von Adalimumab, 40 mg subkutan jede zweite Woche appliziert, bei erosiver Arthrose der Fingergelenke ein Jahr lang untersucht.

Für die Studie wurden 60 Patienten mit radiologisch diagnostizierter erosiver Arthrose der Hände rekrutiert. Ein Ansprechen auf die Behandlung war als Reduktion der Progression der strukturellen Schäden nach dem  categorical anatomic phase scoring system definiert.

Außerdem wurden der subchondrale Knochen, die Erosion der Knochenplatte, und die Verschmälerung des Gelenkspalts nach dem  continuous Ghent University Score System (GUSSTM) beurteilt.

Die Arthrose bei den Studienpatienten präsentierte sich als aktive Erkrankung, da bei 40,0 Prozent der Patienten in der Placebogruppe und bei 26,7 Prozent der Adalimumab-Patienten mindestens ein neues Interphalangealgelenk während der zwölfmonatigen Studiendauer erosiv wurde. Dieser Unterschied war nicht signifikant und die Gesamtergebnisse zeigten keinen Effekt von Adalimumab.

Anschließend wurden die Risikofaktoren für die Progression identifiziert. Dabei wurde die tastbare Weichteilschwellung zu Studienbeginn als stärkster Prädiktor für ein Fortschreitung der Gelenkzerstörung ausgemacht.

Bei der Subpopulation mit diesem Risiko wurden statistisch signifikant weniger Entwicklungen erosiver Gelenkschäden unter Adalimumab (3,7%) gesehen als unter Placebo (14,5%, p=0,009). Die Beurteilung mit dem GUSSTM bestätigte eine weniger schnelle mittlere Zunahme des Erosions-Scores während der ersten sechs Monate der Therapie mit Adalimumab.
 
Fazit:
Eine tastbare Weichteilschwellung der Interphalangealgelenke bei Patienten mit erodierender Arthrose der Hand ist ein gewichtiger Prädiktor für eine erosive Progression. Bei diesen Gelenken stoppte Adalimumab im Vergleich zu Placebo signifikant das Fortschreiten der Gelenkzerstörung

Literatur und Links


Tumour necrosis factor blockade for the treatment of erosive osteoarthritis of the interphalangeal finger joints: a double blind, randomised trial on structure modification  
Gust Verbruggen, Ruth Wittoek, Bert Vander Cruyssen, Dirk Elewaut
Ann Rheum Dis doi:10.1136/ard.2011.149849, Published Online First 29 November 2011
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