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Avrion-Mitchison-Preis für Rheumaforschung 2010 des DRFZ geht an Dr. Edda Schulz
Kategorie: Personalia Die Nachwuchswissenschaftlerin wurde für ihre Untersuchungen zu den molekularen Mechanismen, die der Entstehung von T-Helfer Zellen vom Typ I zugrunde liegen, ausgezeichnet. ![]() Preisverleihung durch Frau Mertens von der Schering Stiftung und Professor Radbruch, Wissenschaftlicher Direktor des DRFZ. Bildnachweis J.Hirscher/DRFZ Die Schering Stiftung verlieh den mit 2.500 Euro dotierten Preis am 30. November 2010 im Deutschen Rheuma-Forschungszentrum Berlin, im Rahmen der Albrecht-Hasinger-Lecture. Die ebenfalls von der Schering Stiftung unterstützte Albrecht-Hasinger-Lecture hielt in diesem Jahr der Rheumatologe Paul-Peter Tak von der Universität Amsterdam zum Thema "Rheumatoid Arthritis - from pathogenesis towards prevention of immune-mediated inflammatory disease". Albrecht Hasinger und Avrion Mitchison waren entscheidend am Aufbau des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums beteiligt, einem international renommierten Forschungsinstitut, das seit 2009 der Wissenschaftsgemeinschaft Leibniz angehört. Heute arbeitet sie als Postdoktorandin am Institut Curie in Paris. In ihrer Arbeit hat Edda Schulz durch eine Kombination von mathematischer Modellierung und experimenteller Bestätigung aufgeklärt, wie die entzündungsfördernden T Helfer Lymphozyten vom Typ 1 (TH1) entstehen, die entzündlich-rheumatische Krankheiten verursachen. Die Ergebnisse der Arbeit wurden 2009 in der renommierten Zeitschrift Immunity veröffentlicht ( Th1 Zellen koordinieren eigentlich die körpereigene Abwehr von Virusinfektionen, unter bestimmten Umständen können sie jedoch auch chronische Entzündungen induzieren. Es ist deshalb von zentraler Bedeutung, zu verstehen, wie sie entstehen. In einem zweiten Schritt wird die Identität der TH1-Zellen festgeschrieben, die für die TH1 Zelle wichtigen Gene werden "epigenetisch" geprägt. Dies geschieht durch einen anderen Botenstoff, das Interleukin-12 (IL-12), das von bestimmten "alarmierten" Zellen des Immunsystems gemacht wird. Schon länger war bekannt, dass IL-12 eine wichtige Rolle in der Differenzierung von TH1-Zellen zukommt. Aber erst jetzt wurde deutlich, dass seine Wirkung auf die späte Differenzierungsphase beschränkt ist, wenn die T- Zelle nicht mehr durch das Antigen stimuliert wird. Dies ist sehr sinnvoll, denn so wird sichergestellt, dass nur eine "erfolgreiche" TH1 Immunantwort, bei der das Antigen eliminiert wurde, im "Immunologischen Gedächtnis" festgeschrieben wird. Solange das Antigen noch da ist, hält sich das Immunsystem alle Alternativen offen. Das neue molekulare Verständnis der Entstehung entzündungsfördernder TH1 Zellen kann - so die Hoffnung - dazu beitragen, Rheuma und andere chronische Entzündungskrankheiten zu vermeiden, indem in frühen Krankheitsstadien gezielt in den Prozess der TH1-Zell-Differenzierung eingegriffen wird. Die Schering Stiftung vergibt den Avrion-Mitchison-Preis für Rheumaforschung seit dem Jahr 2000 zu Ehren des Gründungsdirektors des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums in Berlin. Der Preis zeichnet jährlich die beste experimentelle, klinische oder epidemiologische Forschungsarbeit auf dem Gebiet der Rheumatologie aus. Der Preisträger wird aufgrund zweier unabhängiger Gutachten international anerkannter Wissenschaftler ermittelt.
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