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Kurzcharakteristik von Tocilizumab![]() Tocilizumab (Handelsname in der EU: RoActemra®) ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper, der sowohl an lösliche als auch an membranständige Interleukin(IL)-6-Rezeptoren bindet und dadurch die Signalübertragung verhindert. Die Blockade dieser Rezeptoren hemmt die Wirkungen von Interleukin-6 (IL-6), das eine Schlüsselrolle bei der Initiierung und Aufrechterhaltung der Entzündung der RA spielt und neben den Gelenkentzündungen auch für andere systemische Manifestationen wie eine Anämie, Erschöpfungszustände (Fatigue) und Osteoporose verantwortlich ist [1]. Tocilizumab ist, in Kombination mit Methotrexat, für die Behandlung erwachsener Patienten mit mäßiger bis schwerer aktiver RA angezeigt, die unzureichend auf eine vorangegangene Behandlung mit einem oder mehreren krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARDs) oder Tumornekrosefaktor-(TNF)-Inhibitoren angesprochen oder diese nicht vertragen haben [2]. Tocilizumab kann bei diesen Patienten als Monotherapie verabreicht werden, falls eine Methotrexat-Unverträglichkeit vorliegt oder eine Fortsetzung der Therapie mit Methotrexat unangemessen erscheint. Tocilizumab wird alle 4 Wochen nach Verdünnung gewichtsadaptiert als intravenöse Infusion über 1 Stunde verabreicht. Außerdem ist Tocilizumab zur Behandlung von Patienten im Alter von 2 Jahren und älter mit aktiver systemischer juveniler idiopathischer Arthritis (sJIA) zugelassen, die nur unzureichend auf eine vorangegangene Behandlung mit nicht-steroidalen Antiphlogistika (NSARs) und systemischen Corticosteroiden angesprochen haben. Tocilizumab kann (falls eine Methotrexat-Unverträglichkeit vorliegt oder eine Therapie mit Methotrexat unangemessen erscheint) wie bei den Erwachsenen auch als Monotherapie verabreicht werden. Wirksamkeit bei der RATocilizumab zeigte in kontrollierten, randomisierten Studien bei verschiedenen Patientenpopulationen (Patienten mit oder ohne Behandlung mit Methotrexat oder anderen DMARDs, Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf DMARDs oder TNF-Inhibitoren) einen schnellen und umfassenden Effekt auf die RA [3–6]. Hinsichtlich der klinischen Endpunkte ACR20, ACR50, ACR70 (Vergleich Ausgangspunkt zu Woche 24) gegenüber einer MTX-Monotherapie war Tocilizumab überlegen wirksam [3]. In allen kontrollierten, randomisierten Studien erfuhren Patienten, die mit Tocilizumab 8 mg/kg in Kombination mit Methotrexat oder anderen DMARDs behandelt worden waren, im Vergleich zu Patienten, die Placebo plus Methotrexat oder andere DMARDs erhalten hatten, bis Woche 24 eine signifikante Verbesserung in allen Kriterien des ACR-(American College of Rheumatology) Ansprechens [2]. Tocilizumab vermindert in Kombination mit Methotrexat das Fortschreiten der radiologisch nachweisbaren strukturellen Gelenkschädigungen und verbessert die körperliche Funktionsfähigkeit. Der Anteil der Patienten, die gemäß Disease Activity Score 28 (DAS28) in Woche 24 eine klinische Remission (DAS28 <2,6) erreicht hatten, war in der Gruppe der mit Tocilizumab behandelten Patienten (28–34 %) signifikant höher als in der Kontrollgruppe (1–12 %) [2]. Die Zeit bis zum Einsetzen des klinischen Ansprechens war kurz (nur 1–4 Wochen), und das Ausmaß des Ansprechens stieg während der Behandlungsdauer weiterhin an [2]. Sicherheit bei der RADas Sicherheitsprofil von Tocilizumab wurde in einem sehr umfangreichen klinischen Entwicklungsprogramm zur Behandlung der RA mit über 4200 Patienten gut charakterisiert und wird in Langzeit-Verlängerungsstudien weiterhin überwacht. Die Ergebnisse dieser Studien zeigten übereinstimmend, dass Tocilizumab in Monotherapie oder in Kombination mit Methotrexat oder anderen DMARDs im Allgemeinen gut verträglich ist. Das Sicherheitsprofil ist vorhersagbar, dem anderer Biologika vergleichbar und in der klinischen Praxis gut zu kontrollieren. Wie bei den anderen konventionellen und biologischen DMARDs, bilden die Ergebnisse der zentralen Studien die Grundlage für die Ableitung von Empfehlungen für die klinische Praxis (wie z. B. die routinemäßige Überwachung der Lebertransaminasen, der Lipidwerte sowie der Neutrophilen- und Thrombozytenzahlen), die es den Ärzten ermöglichen sollen, das potenzielle Risiko pharmakodynamischer Effekte bei mit Tocilizumab behandelten RA-Patienten zu verringern. Damit eine hohe Therapiesicherheit unter einer Behandlung mit Tocilizumab sichergestellt ist, sollte die Behandlung mit Tocilizumab nur durch Spezialisten durchgeführt werden, die mit dieser Therapie eine ausreichende Erfahrung haben. Dies sind in der Regel internistische Rheumatologen und Kinderrheumatologen. Tocilizumab (RoActemra®) bei KindernAnwendungsgebieteTocilizumab ist zur Behandlung von Patienten im Alter von 2 Jahren und älter mit aktiver systemischer juveniler idiopathischer Arthritis (sJIA) angezeigt, die nur unzureichend auf eine vorangegangene Behandlung mit nicht steroidalen Antiphlogistika (NSARs) und systemischen Corticosteroiden angesprochen haben. Die empfohlene Dosierung beträgt bei Patienten mit einem Mindestgewicht von 30 kg 8 mg/kg einmal alle 2 Wochen und bei Patienten, die weniger als 30 kg wiegen, 12 mg/kg einmal alle 2 Wochen. Klinische Wirksamkeit von Tocilizumab bei Patienten mit sJIADie Wirksamkeit von Tocilizumab bei der Behandlung der aktiven sJIA wurde in einer 12-wöchigen randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten 2-armigen Parallelgruppenstudie untersucht. Details: TENDER-Studie. Sicherheit bei Patienten mit sJIADie Sicherheit von Tocilizumab bei der Behandlung der sJIA wurde bei 112 Patienten im Alter von 2 bis 17 Jahren untersucht. In der 12-wöchigen, doppelblinden, kontrollierten Phase erhielten 75 Patienten eine Behandlung mit Tocilizumab (8 mg/kg oder 12 mg/kg, je nach Körpergewicht). Im Allgemeinen waren die Nebenwirkungen bei Patienten mit sJIA vergleichbar mit denen, die bei Patienten mit RA beobachtet wurden. Details: TENDER-Studie. Literatur
Autor: Dr. Barbara Missler-Karger, Priv.-Doz. Dr. H.E. Langer |
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