Medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Therapie teilt sich auf in die

a.) direkt analgetische, also schmerzlindernde Medikation,
b.) die Behandlung mit Antidepressiva und mit Medikamenten, welche den Serotoninspiegel beeinflussen (SSRI’s und 5-HT3-Rezeptorenblocker und inzwischen auch die SARI’s).

Reine Schmerzmedikamente

Die rein schmerzlindernden Medikamente sind meist wenig erfolgreich.

Von Paracetamol bis Tramadol kann aber dennoch ein Versuch der Behandlung gemacht werden. Morphinpräparate sind keine Dauerlösung, können aber in Einzelfällen und in besonders extremen Krankheitsphasen eine Teil-Linderung (niemals mehr als das) erbringen.

Cortisonfreie Entzündungshemmer

NSAR (cortisonfreie Rheumaschmerzmittel mit entzündungshemmender Wirkung) haben prinzipiell keinen hohen Stellenwert beim FMS, können aber vor allem beim sekundären FMS durchaus versucht werden.

Antidepressiva

Antidepressiva sind die Medikamente der ersten Wahl beim FMS. Dennoch helfen sie nicht bei allen Patientinnen.

Die Dosis muss nicht so hoch sein wie bei einer Depressionsbehandlung: niedrig dosiert und am Abend gegeben fördern einige Antidepressiva im idealen Fall zusätzlich die Schlaf-Qualität, erst nach einigen Wochen der Einnahme zeigt sich dann ggf. die indirekt schmerzlindernde Wirkung.

Besonders die so genannten trizyklischen Antidepressiva haben hier ihren Platz:

Amitriptylin, Trimipramin, Desipramin, Imipramin, Maprotilin…

Eine besondere Untergruppe von Antidepressiva, welche direkt in den Serotoninspiegel eingreifen, haben – morgens eingenommen – einen stimmungsaufhellenden  und langfristig schmerzlindernden Effekt: Die SSRIs (Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer).

Sie verhindern, dass im Gehirn das frei zirkulierende Serotonin wieder von den Zellen aufgenommen wird. Hier sind zu nennen: Citalopram. Escitalopram, Fluoxetin, Sertralin…

Der 5HT3-Rezeptoren-Blocker Tropisetron ist als direkter Serotonin-Gegenspieler in der Peripherie zu sehen. Er verhindert eine Aufnahme von Serotonin und (vor allem) auch die dabei gleichzeitig stattfindende Aktivierung der Substanz P. Dadurch wird die Schmerzweiterleitung behindert. Tropisetron wird nur über kurze Zeit (intravenös oder als Tablette) gegeben, im Gegensatz zu den Antidepressiva, die eine Langzeittherapie darstellen.
Außerdem sind inzwischen auch Medikamente erhältlich, die sowohl die 5HT2-Rezeptoren blockieren als auch die Wiederaufnahme von Serotonin hemmen (die SARIs, Beispiel: Trazodonhydrochlorid).
 
Insgesamt sprechen die o.g. antidepressiven bzw. Serotonin-beeinflussenden Medikamente nicht bei allen an und ihre Verwendung kann durch Nebenwirkungen begrenzt sein (wie z.B. Mundtrockenheit, Durstgefühl, Beeinflussung der Konzentration, des Appetites, der Libido über Leberwerterhöhungen usw. ).

Die Langzeit-Einstellung der Patientinnen wird hierdurch manchmal erschwert oder auch verhindert.

Weitere Medikamente

Pregabalin (aus der Epilepsie- und Trigeminusneuralgie-Behandlung) kann versucht werden. Langzeitergebnisse fehlen hier noch.

Cortison

Für Cortison gibt es keinen sinnvollen Ansatzpunkt in der FMS-Therapie!

Autor: Primaria Dr. med. Gudrun Lind-Albrecht, Bad Gastein
Letzte Änderung: 05.05.2012

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