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  1. #1
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    schwierigkeiten mit physiotherapie-rezepten

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    Hallo,

    ich bin als Angehörige neu hier und habe eine Frage. Kennt es jemand von euch, dass aufgrund von Budget-Gründen die notwendige KG-Verordnung nicht oder nur sehr sehr widerwillig ausgestellt wird?

    Meine Schwester hat mit 25 schweres Rheuma (M. Still) bekommen, der Verlauf war sehr schlimm (viele Jahre Rollstuhl). Nach fast 20 Jahren Erkrankung hat sie nun v.a. mit den Spätfolgen zu tun: massive Schäden in den Gelenken (Knieprothese geplant) sowie starke Beeinträchtigungen.

    Obwohl die Notwendigkeit für KG offensichtlich ist (wirklich!), muss sie sich nun seit ca. 2 Jahren plötzlich anhören, dass man für sie ja nur 15 Euro im Quartal abrechnen kann (keine akuten Schübe, also keine intensivmedizinischen Maßnahmen) und dass das Budget für KG nicht reicht. Letztlich wiederholt sich dieses Problem nun inzwischen beim 3. Rheumatologen/Orthopäden, also einfach nur den Arzt zu wechseln, hilft leider nicht.

    Keiner der Ärzte sagt, dass die Physiotherapie unnötig wäre (wäre auch absurd), aber alle verweisen auf ihr beschränltes Budget. Letztlich bekommt sie dann unregelmäßig mal ein Rezept über 6 Sitzungen.

    Ich finde das sehr schlimm. Erst muss sie so eine schwere erkrankung über viele jahre ertragen, und dann wird ihr die Therapie, die die Beweglichkeit erhalten soll, nicht verordnet. Auch die sie seit 15 Jahren behandelnde Physiotherapeutin ist entsetzt. Meine Schwester hat dann zeiweise die Behandlungen selbst bezahlt, aber das ist auf Dauer einfach nicht möglich.

    Hat jemand von euch ähliche erfahrungen oder vielleicht auch Tipps.
    Ich würde mich über kurze Rückmeldungen sehr freuen.

  2. #2
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    Hi,
    das tut mir echt leid für deine Schwester...
    Ich habe zum Glück einen Rheumatologen, der ohne große Fragen meine Rezepte immer wieder ausstellt. Ich bin jetzt seit 12 Jahren bei ein und demselben Physiotherapeuten und werde zweimal die Woche behandelt-
    Mein Orthopäde, der (würde ich aber nie wechseln, weil der gut ist) der schreibt auch nie auf, außer es ist mal wieder akut was passiert. Also die Rheumatologen haben auf jeden Fall die besseren Argumente um KG zu verordnen. Schade, das bei solchen Krankheitsbildern so ein unnötiger Aufstand gemacht wird.
    Frag doch mal bei der Krankenkass nach. Es soll angeblich eine neue Möglichkeit der Dauerverordnung geben, die die Krankenkasse prüft. Dann könntest du bei deinem Rheumatologen anders argumentieren.
    Kommt auch einen Versuch an. Viel Glück.

    LG Bine

  3. #3
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    Hi,

    die Richtgrößen der einzelnen Ärztegruppen richten sich nach Deinem Wohnort. Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein hat die Rheumatologen (noch) komplett von Richtgrößen befreit. Schau mal auf die Internetseite Deiner KV- da solltest Du die entsprechenden Infos finden (Suche nach Richtgrößen für Heilmittel).

    Sollte es möglich sein einen Arzt in NRW aufzusuchen könnte es eine Alternative sein.

    Ansonsten kann ich Dir noch den Rat geben eine Ambulanz einer Uniklinik aufzusuchen, da diese oft verschreibungsfreudiger sind :-).

    Viel Erfolg und viele Grüße
    Jürgen

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  5. #4
    Registrierter Benutzer Avatar von took1211
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    Hallo phyma,
    dem Krankheitsbild deiner Schwester nach zu benennen,gehört sie ja zu den
    chronisch Kranken und hat ein Recht auf Behandlung durch Physio wie Ergo.
    Jeder HA kann Verordnungen geben,ob außerhalb der Regel oder nicht.
    Entscheidend ist die Diagnose,die auf dem Rezept aufgeschrieben wird.
    Genauso verhält es sich so mit der Ergo.Erfrage bei einem Physiotherapeuten/Ergotherapeuten vor Ort,was genau auf dem Rezept stehen muss,damit es aus dem Budget des HA herausfällt(es gibt Sondernummern für chronisch Kranke bzw. für die Behandlung
    von Krankheitssymptomen) und von der KK akzeptiert wird.
    Deine Schwester sitzt im Rollstuhl und da müssen die Gelenke bewegt werden.
    Meine Ergotherapeutin hat mir erklärt,dass Gelenke bewegt werden müssen,sonst
    werden sie steifer.
    Dafür gibt es Verordnungsmöglichkeiten,wenn man in seiner Bewegung extrem
    eingeschränkt ist.
    Außerdem bekommt der HA die Behandlung chronisch Kranker besser bezahlt,
    die KK erhält durch den Risikostrukturausgleich ebenfalls einen höheren Geldbetrag
    aus dem Gesundheitsfond.
    lgtook
    Nach einem Tief folgt immer ein Hoch.

  6. #5
    PsA
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    Hallo!
    Außerdem bekommt der HA die Behandlung chronisch Kranker besser bezahlt,
    die KK erhält durch den Risikostrukturausgleich ebenfalls einen höheren Geldbetrag
    aus dem Gesundheitsfond.
    Aber es ändert sich nicht am Budget des Arztes und darauf wird von den Ärzten immer wieder hingewiesen. Ich bin durchaus der gleichen Meinung, daß jeder Rheumatiker seine KG-Rezepte erhalten soll, aber mein Rheumatologe macht es sich da auch einfach, er sagt 1x1 Rezept für 10xKG pro Pat/im Quartal, mehr gibt es nicht.
    Ich habe jetzt das Glück, daß mein HA mir die Rezepte verschreibt.

    @phyma
    Deine Schwester sollte sich mal an die KK wenden und das Problem schildern, manchmal reicht ein Anruf der KK beim Arzt, es kann aber gut sein, daß es garnichts nützt
    Da bleibt nur noch die Alternative, sich vom HA oder vom Orthopäden KG-Rezepte zu besorgen.

  7. #6
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    erst mal wirklich ganz lieben Dank für eure ausführlichen Antowrten - das gibt mir wieder Mut, die ganze Sache wieder anzugehen, denn ich finde wirklich es ist so kein Zustand.

    @Bine1971: super Hinweis. Ich glaube, sie hat noch nie mit der Krankenkasse direkt gesprochen, sondern immer nur mit den Orthopäden - und die sind da wie deiner, sehr zurückhaltend mit den Rezepten.

    @jürgen: wir wohnen in nrw :-); ich werde mal versuchen rauszubekommen, ob es auch für rheumaorthopäden gilt, sonst muss sie wohl zu jemandem, der "nur" rheumatologe ist. danke für den hinweise mit den Richtgrößen, dass hilft mir weiter.

    @Took1211: glücklicherweise hat sie es nach fast 5 Jahren mit natürlich stark eingeschränkter Beweglichkeit wieder aus dem Rollstuhl raus geschafft (zumindest meistens), aber damit gehen dann auch schon die Diskussionen los. Sobald sie 500 m "gehen" konnte, wurde schon über den Parkausweis diskutiert etc., obwohl es natürlich weiterhin weit von einem normalen gehen entfernt ist und nur mit massiven Schmerzen für kleine Strecken geht. Aber wir freuen uns natürlich über alles, was ein bisschen besser klappt. Sie hat glaube ich die Hausärztin noch nie angesprochen, sondern immer nur an ihren Orthopäden gedacht, dass ist eine gute Idee.

    @ Josie: Ich glaube ihre Hausärztin, die die akute Phase eng betreut hat, hat sie noch nie nach KG gefragt, werde ich mal empfelen. Und wie gesagt, auf die Idee Rücksprache mit der Krankenkasse sind wir noch gar nicht gekommen, obwohl man sonst ja recht viel mit denen zu tun hat (z.B. wegen Reha etc.).

    Also euch allen noch mal Danke und LG phyma
    [Ich werde dann berichten, aber dass dauert sicherlich ein paar Tage, bis da was raus kommt.]

  8. #7
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    Zitat Zitat von phyma Beitrag anzeigen
    erst mal wirklich ganz lieben Dank für eure ausführlichen Antowrten - das gibt mir wieder Mut, die ganze Sache wieder anzugehen, denn ich finde wirklich es ist so kein Zustand.
    ........
    @jürgen: wir wohnen in nrw :-); ich werde mal versuchen rauszubekommen, ob es auch für rheumaorthopäden gilt, sonst muss sie wohl zu jemandem, der "nur" rheumatologe ist. danke für den hinweise mit den Richtgrößen, dass hilft mir weiter.


    Also euch allen noch mal Danke und LG phyma
    [Ich werde dann berichten, aber dass dauert sicherlich ein paar Tage, bis da was raus kommt.]
    hallo phyma,
    erst mal ich finde es klasse, dass du dich um deine schwester kümmerst. solch eine schwester hätte ich auch sehr, sehr gerne. mit tatkräftiger unterstützung lässt sich manches meistern.

    du schreibst oben vom "nur" rheumatologen. das könnte manch einer der hier lesenden engagierten int. rheumatologen durchaus in den "falschen hals bekommen".

    wahrscheinlich weisst du nicht, dass der int. rheuma doc zunächst die facharztanerkennung für innere medizin erwerben muss. daran schliesst sich eine mehrjährige fort- und weiterbildung in der rheumatologie an. dann erfolgt die gebietsprüfung. innerhalb des jahres muss er an zahlreichen fo- und weiterbildungen teilnehmen, das kostet viel zeit und auch geld, sobald diese in einer anderen stadt stattfinden.
    der int. rheuma doc hat viel schriftkram zu erledigen für seine patienten, sobald diese die teuren medis benötigen.
    auch das dauert. dieses alles ist sicherlich ein grund dafür, dass es so wenig niedergelassene rheuma docs gibt und daher für betroffene so lange wartezeiten zu erdulden sind.
    gemeinhin tun die rheuma doc ihr bestes für die patienten, sie leisten überstunden ohne ende; die bezahlung ist miserabel. doch sie sind für die patienten da.
    daher meine bitte, formuliere die obige bemerkung (die aus unkenntnis erfolgt sein muss) bitte etwas um.

    nix für ungut.

    gruss
    bise

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